Donnerstag, 21. Juli 2011

4 Koffer, 2 Taschen und 1 Rucksack …...oder mein Leben gut verpackt.



Diese Nacht hatte eindeutig nicht lange genug gedauert. Ich konnte mich vor Alpträumen gar nicht mehr retten und lag deshalb in meinem Noch- Zimmer, in meinem Noch- Bett wach...... wie das klang...mein Bett. So ekelhaft ich Phil fand, würde ich das Haus hier trotzdem vermissen. An den Wänden hingen noch vereinzelnd Sachen, die ich nicht brauchte aber alles Nötige und Unnötige war in eine Menge an Gepäck verstaut. Eines musste man Phil lassen, denn er hat sich das schon einen Batzen kosten lassen, dass er mich loswerden würde. Noch bevor der Wecker läutete war ich schon aufgestanden und starrte gedankenverloren zum Fenster hinaus. Innerlich verabschiedete ich mich von jedem Nagel in der Wand, von jedem Riss in den Dielen, von jedem Baum in unserer Straße, von jedem Sonnenstrahl der mich hier jemals erreicht hatte.


Mom kam um mich zu wecken, damit wir beizeiten am Flughafen ankamen aber ich stand schon bereit. Natürlich hatte ich dafür Verständnis, denn man muss ja dafür sorgen, dass man unliebsamen Ballast bei einer günstigen Gelegenheit loswird. Ich spielte das falsche Spiel mit, denn ich hatte einen anderen Plan mit meinem Leben. Ich scheiß auf ein gutes Umfeld, scheiß auf Forks und ich scheiß erst recht auf Familie & Harmonie. Sie schoben mich einfach so ab, also konnte es Ihnen ja auch egal sein was ich tat oder nicht tat.
 
Fakt war: Ich brauchte sie nicht.
 
Mein Vorhaben hatte mehr Schwachstellen als die Titanic, nachdem sie am Bug eingerissen war aber das war mir sowas von egal, denn ich musste es nur soweit bringen, dass Sie mich am Eingang absetzten und wieder fuhren, was ja nicht so schwer sein dürfte... Eigentlich...
 
Nach tausend wehleidigen Blicken meiner Mutter ging ich ins Bad um mich fertig zu machen. Ich ließ mir viel Zeit, denn ich war hier die Einzige, die es mit Sicherheit nicht eilig hatte. Kaum 20 Minuten später hörte ich seine unglaublich ekelhafte Stimme, die mir alle Härchen aufstellte und meine Galle zum Überquellen brachte.
 
Könnte das gnädige Fräulein endlich mal Ihren Arsch aus dem Bad bewegen und so freundlich sein und hinunter kommen?“ grunzte Phil scheinheilig und freundlich aus dem Erdgeschoss nach oben, vermutlich stand meine Mutter neben ihm und hielt ihm die ekelhaft, schmierige Hand und lebte in ihrer heilen Welt. Angewidert schnaubte ich instinktiv und verdrehte meine Augen. Ich hörte Granny meckern, dass man das nicht machte, denn davon könnten die Augen stehen bleiben und das sehe dann hässlich aus. Immer wenn ich an Granny dachte musste ich lächeln, denn sie war mir die Liebste von allen. Immer ehrlich, immer korrekt. Einfach Granny halt.
 
Im Tempo einer Weinbergschnecke kämmte ich meine Haare und zog mich an. Schwarze Jeans, 20 Loch Martens und ein schlichtes, dunkel violettes Top mit einer Weste drüber. Dezent aber auffallend wie immer oder zumindest in letzter Zeit. Mich scherte die Gesellschaft anderer recht wenig oder was sie meinten über mein Aussehen zu deuten. Einfach nur ich war völlig in Ordnung und sowieso schon viel zu gut für die öde Welt da draußen. Natürlich machte ich mir schon so meine Gedanken, wie ich mit der Menge an Gepäck auch nur ansatzweise von wo auch immer weg kam. Aber hey, was solls, dachte ich und versuchte mir selber Mut zu machen
 
Bella Schatz, komm jetzt endlich aus dem Badezimmer, wir müssen los, bitte.“ hörte ich meine Mutter blubbern. „JA MUTTER, du wirst mich schon noch früh genug los und jetzt geh. Sag Phil er soll meine Koffer schon mal ins Auto laden, wenn IHR es so eilig habt.“ zischte ich aggressiv und sah noch einmal in den Spiegel. Ich drehte mich um, zog die Wäschetonne hervor, zählte die 5te Kachel von unten nach oben und hob sie leicht an. Achtlos warf ich sie auf den schmierigen gelben Badezimmerteppich und kramte in der Kammer dahinter wo eigentlich das Rad für die Zuleitung zu der Badewanne, die wir nicht mehr hatten, versteckt war. Dahinter lagerte ich gerne ein paar Dinge, da in diesem Haus, seitdem Phil hier hauste, nichts mehr sicher war. Als ich den Plastikbeutel ertastete und ihn dann in der Hand hielt drehte ich ihn gekonnt heraus und packte den Beutel mit meinen Reisedokumente und der Kohle von meiner Granny samt Sparbücher in meine schwarze Umhängetasche, die mir als Handgepäck dienen sollte. Als ich die Tür öffnete, sah ich direkt in die Hackfresse und ich musste automatisch grinsen. Er konnte mich noch nicht mal mehr erschrecken, denn man musste hier einfach mit allem rechnen.

„Oh-WOW das gnädige Fräulein bequemt sich heute noch mal aus dem Bad heraus...“ quakte er mit einem grausamen verzogenen Grinsen. Ich drehte angewidert den Kopf weg, streckte die Zunge heraus und hielt mir die Nase zu, so als ob er Mundgeruch hätte und ich mich ekelte. Kurz darauf wand ich meinen Kopf wieder in seine Richtung und schaute Ihn an, schloss die Augen und rieb mir den Nasenrücken, in der Hoffnung Ihm nicht das zu sagen was mir gerade im Kopf herum schwirrte. Doch ich hatte mein Mundwerk nicht so gut unter Kontrolle wie ich es vielleicht erhoffte. "Halt einfach deine widerliche Fresse, bevor ich Mom erzähle was für ein mieser, kleiner, perverser Flachwichser du bist, Arschloch." Jetzt hatte ich es Ihm doch gesagt aber ich bereute keine einzige Silbe auch nur für eine Sekunde.
 
Er packte meinen Pferdeschwanz und zog meinen Kopf schnell mit einem kräftigen Ruck nach hinten. Ein ziehender Schmerz durchfuhr meine Kopfhaut  und ein leises zischen entfloh meiner Kehle. „Wollen wir es wirklich drauf ankommen lassen? Wenn ja, gebe ich dir gleich einen Grund wieso du zu deiner Mommy weinen gehen kannst?!“ flüsterte er mir ins Ohr. Mein Magen zog sich zusammen und mir lief es eiskalt den Rücken hinunter, meine Atmung beschleunigte sich enorm, ich presste die Augen fest zusammen und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen. Ich brachte ein ironisches heißeres Lachen zu Stande und erklärte ihm, dass er mich ganz dezent am Arsch lecken konnte. In diesem Moment hatte ich die Ruhe weg. „Mom?“ schrie ich in normalem Ton runter ins Erdgeschoss. In diesem Moment riss Phil die Augen weit auf und man konnte ihn quasi beten hören, dass ich jetzt ja nichts Falsches sagte. Der Zug auf meine Haare verstärkte sich und ich spürte seinen widerlich feuchten Atem an meiner Haut.

„Ja Schatz? Brauchst du etwas?“ kam es von unten.

„Yeah, kannst du gleich mal her kommen und mir helfen, ich kann mich nicht so ganz entscheiden welche Klamotten ich noch hierlassen soll!“ bat ich sie scheinheilig.

„Klar Kleines, ich bin in einer Minute bei dir.“ sprach Sie und man hörte wie Sie schnell noch das restliche Geschirr wusch.

Ich verzog meinen Mund zu einem siegessichern Lächeln und meinte: “Also, wenn du mich nicht los lässt, wirst du es Ihr irgendwie erklären müssen...“

Der Griff um mein Haar lockerte sich und er versuchte sich locker hinzustellen als meine Mutter hochkam.

Ich grinste, warf Ihm eine Kusshand zu und ging mit meiner Mutter in “mein“ Zimmer.

Ehe ich mich versah, standen wir vor dem Flughafen. Auf der Fahrt dorthin, habe ich eine derartige Arschlochart an den Tag gelegt um sicher zu gehen, dass Sie mich ja alleine lassen und so war es dann auch. Ich hatte Ihr unmissverständlich klar gemacht, dass ich Sie nicht dabei haben wollte. Sie nahm mir das Versprechen ab, mich bei Ihr zu melden und vorsichtig zu sein. Klar versprach ich Ihr das auch halbherzig, sonst würde sie nie Ruhe geben. Phil gab mir dann noch das One- Way Ticket zu meinem Dad. Ich formte mit den Lippen ein tonloses Loser, drehte mich um, nahm den Wagen mit meinem Gepäck darauf, und ging. Meine Mutter hätte noch gerne eine dramatisch, theatralische Abschiedsszene gehabt aber das hatte mich dezent wenig interessiert und so habe ich Ihr nur gesagt, dass ich Ihr noch ein schönes Leben wünsche und bin gegangen ohne mich noch einmal umzusehen. Sie schrie mir noch was nach, jedoch bekam ich das nur noch so im Hintergrund mit, dass Phil Sie auch noch zurückgehalten hatte.

Als ich vor der Abflugtafel stand, suchte ich mir mein neues Ziel aus.

London? Las Vegas? New York? Iowa? L.A? Irland? Paris?
Die Entscheidung fiel mir schwer. Egal wo ich hin gehen würde, es wäre immer ein neuer Anfang.

Ein neues Kapitel in meinem Leben und ich spürte, es würde phänomenal werden.

Ich ging zum Schalter und legte der Dame mein Ticket hin. Diese schaute mich nur fragend an.

„Entschuldigen Sie, ist das möglich dieses Ticket umzubuchen? Ich würde doch lieber gerne nach Uhu, ähm LONDON!“ sagte ich entschlossen und zuckersüß zu Ihr. Ok es stand fest...ich...Bella würde nach London gehen. Ich hatte keinen Plan von London, wobei ich hatte sowieso keinen Plan von irgendwo auf dieser Welt, von daher passte das.

Verblüfft sah sie mich an.

„OH ich denke das geht, einen Moment bitte, ich schaue einmal im System nach ob in der nächsten Maschine ein Platz frei ist und wie viel Sie für die Umbuchung zahlen müssten.“

Ich nickte und wartete ab.

Gefühlte Stunden später … also genau 5 Minuten..

„Ok, also Ihr Ticket kann ich Ihnen umbuchen, allerdings müssten Sie in New York eine andere Maschine nehmen, die dann nach London Heathrow fliegt. Für diesen Flug müssten Sie aber zu zahlen.“ meinte sie und schielte dabei über ihren Brillenrand.

Ich nickte erneut zustimmend, gab ihr den fehlenden Betrag und Sie händigte mir die Tickets umgehend aus.

Nervös stolperte ich zum Check-In Schalter.

Während ich anstand, schaute ich mir meine Tickets näher an und stellte fest, dass ich zwischen den Flügen mehr als 10 Stunden Aufenthalt hatte. Das nannten Sie also ANSCHLUSSFLUG. Kopfschüttelnd ging ich ein Stück weiter. Ich machte mir so meine Gedanken und überlegte fieberhaft, was ich in der Zeit alles machen sollte.

„Miss, Ihr Ticket bitte!“ Ich hörte die Frau nicht, jetzt schrie Sie mich fast an “MISS IHR TICKET BITTE!“ Erschrocken sah ich zu Ihr hoch, entschuldigte mich für meine Unachtsamkeit und checkte ein.

Nach dem ich die Sicherheitskontrollen hinter mich gebracht hatte, besorgte ich mir erst einmal einen billigen Reiseführer für New York und einen guten für London- meiner neuen Heimat.
Ich nahm meinen Rucksack und war froh, dass ich meine Kamera dabei hatte. Naja ohne meine digitale Spiegelreflex Kamera ging ich auch nirgends wo hin. Als ich sie fand, musste ich gleich mal alles dokumentieren. Ich schoss Bilder von den Tickets und vom Flughafen. Für wen ich das tat, wusste ich selber nicht. Aber irgendwann würde sicher jemand danach fragen und ich hätte was zum herzeigen. Irgendwann...irgendjemand...auf jeden Fall in meinem neuen, schönen Leben.

Ich schleppte mich zum Gate und wartete darauf, dass das Boarding begann.

Während der letzten 15 Minuten, die ich hier in Phoenix verbrachte, dachte ich nochmals über alles nach. Die erste Zeit die wir hier lebten, ohne Dad, ohne Phil und ohne die, die noch so dazwischen waren.

Meine Mom war zwar keine Schlampe oder so aber anbrennen ließ sie auch nichts. Sie vertraute doch immer so gerne jemanden, und war vor allem der Meinung, dass Sie einen starken Mann an Ihrer Seite, der sie leitete, brauchte. Was sie dann genau mit Phil wollte, wusste ich allerdings nicht. Manchmal fragte ich mich, was so besonderes an diesen Kerl war

Ich dachte an Granny, die das Ganze sicher hart treffen würde. Sie müsste ich ganz sicher bald anrufen und ihr Rede und Antwort stehen. Nur nicht jetzt.

Eigentlich ließ ich niemanden zurück. Es gab nichts, das mich hielt.

Das Boarding begann und ich setzte mich, nachdem ich im Flugzeug war, auf meinen Platz und schaue gespannt aus dem Fenster.

Gleich nach dem Start schlief ich ein.

Mein Leben in Phoenix ging an mir im Zeitraffer vorbei und ehe ich mich versah, wurde ich von der Stimme des Captain geweckt, der uns mitteilte, dass wir in Kürze landen würden.

Mein Magen rumorte, ob es der Hunger war oder die Nervosität wusste ich nicht so genau.

Nachdem ich einen schnellen Blick auf meine Uhr warf, wurde mir schlagartig klar, dass in Forks gerade die Welt unter ging. Meine Maschine war vor 20 Minuten gelandet und mein Da... Charlie musste mittlerweile bemerkt haben, dass ich nicht in dem Flugzeug saß. Ich zog mein Handy aus der Hosentasche, um es ganz auszuschalten. Immerhin brauchte ich es ja sowieso nicht mehr.

Ich nahm den New York Reiseführer und schaute mir an, was alles in der Umgebung vom JFK-Airport war und stellte fest, das Manhattan nur 24 km von hier entfernt lag.

Nach den endlosen Minuten bis zur perfekt ausgeführten Landung und dem ewigen Warten auf mein Gepäck suchte ich mir den Check-In Schalter für den Flug nach London um mein Gepäck, was nicht grad wenig war, abzugeben. Nachdem mich das Schalterpersonal blöd angeglotzt hat und dann schlussendlich doch meine Koffer mehr oder weniger freundlich entgegen genommen hatte, ging ich auf die Suche nach dem Eingang zum Bahnhof. Ich entschloss mich dazu die Air-train zu nehmen.

Mit meiner Kamera schoss ich gefühlte 1000 Fotos. Sobald ich eine Schlafmöglichkeit gefunden hätte, würde ich sie auf meinen Laptop ziehen.

Als ich gerade noch so pünktlich zu meinem Anschlussflug angerannt kam rannte ich einen Mann, der eigentlich auch nur durch die Sicherheitskontrollen durch wollte. Er fing mich freundlicherweise auf und meinte dann nur „Na der Tag kann ja nur besser werden, wenn mir die hübschen Frauen heute in die Hände fallen.“

Verdattert schaute ich in die blauesten Augen, die ich jemals gesehen hatte. Die feinen ebenmäßigen Gesichtszüge, die Grübchen, die sich bildeten. Für einen kurzen Moment blieb die Welt stehen die sich doch gerade erst zu drehen begonnen hatte. Ich musste hier weg, öffnete meinen Mund um etwas zu sagen aber intelligenter Weise stammelte ich nur etwas von...“Sorry... Flugzeug… London jetzt...sorry“
Als er verstand, was ich da von mir gab, verzog er seinen Mund zu dem schönsten Lächeln das ich jemals gesehen hatte. Links und rechts bildeten sich Grübchen und dieses Lächeln war so umwerfend, ehrlich und schön.

Ich huschte, so schnell wie es ging, durch die Kontrollen, schnappte mir mein Handgepäck und meine Kamera. Instinktiv nahm ich die Abdeckung vom Objektiv hinunter und schaltete sie ein, dreht mich um und machte ein Foto von dem Lächeln und seinem Menschen.

Ich hoffte, dass er nicht mitbekommen hat, was ich gerade hier getan hatte. Aber, als ich flüchtig über die Schulter schaute, bemerkte ich, dass er grinsend den Kopf schüttelte.

Jetzt musste sogar ich schmunzeln.

Ich stürmte, so schnell wie meine Tollpatschigkeit es mir erlaubte, zum Gate und kam gerade noch rechtzeitig zum Einsteigen.

Durch Zufall waren noch Plätze in der ersten Reihe frei, und so setzte ich mich ans Fenster.

Die Stewardessen wollten gerade die Türe schließen als ein Mann rief, dass er auch noch mit wolle.

Die nette Dame wartete und ich blickte zufällig zur Tür. Mir stockte der Atem und mein Gesichtsausdruck war sicher alles andere als vorteilhaft.

Ich sank in meinem Sitz zusammen und hätte dieses Flugzeug ein Loch im Boden, dann wäre ich genau in diesem freiwillig versunken. Das Lächeln schlenderte locker auf mich zu und setzte sich einfach so neben mir auf den freien Sitz und ich starrte enorm konzentriert aus dem viel zu kleinen Fenster. Wie gerne würde ich mich JETZT gerade dezent in Luft auflösen, einfach so.

Das Lächeln saß neben mir, starte mich mit seinen wunderschönen Augen an und grinste. In mir stieg aus irgendeinem Grund die Wut auf. Ich drehte mich um und blickte in diese verdammten Augen. Fast hätte ich kein Wort herausbekommen, doch dann platze es förmlich raus: “Sag mal was ist mir dir, brauchst du etwa ein Passfoto von mir oder wieso starrst du mich die ganze Zeit so an?“ zischte ich, nahm mein Buch und begann zu lesen. Er hatte nichts Besseres zu tun als mich erneut anzugrinsen.

„Wie heißt du eigentlich?“ fragte er interessiert und starrte mich wieder an. Ich zuckte mit den Schultern und erklärte Ihm er soll sich einen Namen aussuchen. Er zog fragend die Augenbraue nach oben und seine Kinnlade klappte auf. Ich sah Ihn an und meinte: „Yeah und du arbeitest wohl als Tierinterpret und zeigst mir gerade „NEMO" den blubbernden am trockenen sitzenden Anemonenfisch, richtig?“ Ich verzog meinen Mund zu einem Lächeln, und sah ihm direkt in diese endlosen Eismeerblauen Augen.

Beleidigt wandte er sich von mir ab und so hatte ich den restlichen Flug meine Ruhe.

Mein Blick schweifte aus dem Fenster und hin und wieder machte ich mir ein paar Notizen in meinen kleinen Kalender...

Schlafplatz für die ersten paar Tage…

neue Identität…

einen Job…

und eine halbwegs bezahlbare Wohnung…

Automatisch kritzelte ich eine paar seltsame Muster und sah verstohlen zu meinem Sitznachbarn, der mittlerweile eingeschlafen war und noch besser aussah als er es immerhin schon tat. Plötzlich verzog er sein Gesicht und meinte frech: „Na, wer will hier wohl ein Foto von WEM haben?? Wobei du ja schon eines von mir hast! Wieso nennst du mir nicht deinen Namen?“ Verblüfft starrte ich Ihn diesmal mit offener Kinnlade an und hätte selbst fast einen bühnenreifen Nemo hingelegt!

„Ähhhm naja, es ist schwierig zu erklären aber nimm es einfach so hin und finde dich damit ab- meine Mutter sagte zu mir ich darf nicht mit Fremden reden.“ versuchte ich ihn zu beschwichtigen und ich dankte Gott oder dem Captain dafür, dass die Anschnallenzeichen aufleuchteten und die Maschine den Landeanflug begann. Man erlöste mich in wenigen Augenblicken aus dieser verdammt beschissenen Situation und ich war verflucht noch mal dankbar dafür.

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