Too Close...........oder doch somewhere over the rainbow...
Ungläubig starrte ich auf das kleine, mit Satin überzogene Kissen. Vorsichtig nahm ich dieses kleine messingfarbene Teil in die Finger und drehe es in alle Richtungen. Im ersten Moment, wusste ich mit diesem Ding nichts anzufangen, aber auf einmal schoss es mir wieder in den Kopf.... Es war die Kugel, mit der ich Edward angeschossen hatte. Langsam aber sicher stiegen die Aggressionen empor. Bebend vor Zorn, warf ich die Kugel durchs Zimmer und die Schachtel gleich hinterher. “Dieses blöde Arschloch“schrie ich vor Zorn heulend und völlig machtlos dies zu stoppen, ließ ich mich zurück ins Sofa sinken. Fast schon schmollend saß ich nun hier und schaute abwechselnd zwischen Kugel und Schachtel hin und her. Dann kam mir ein Gedanke und ich schoss, wie von der Tarantel gestochen hoch und lief zur der kleinen Schachtel hinüber, schnappte sie mir und zerlegte sie in ihre Einzelteile. Ich riss das Futter heraus und verarbeitete alles zu Konfetti. Ungeduldig suchte ich nach einem Anhaltspunkt, wer denn der Absender war, obwohl ich mir sicher sein konnte, dass Edward mir das geschickt hatte. Mein Blick fiel auf das Tuch, welches noch am Sofa lag, und ich ließ die Überreste der Schachtel achtlos fallen, ging hastig hinüber und hob es hoch. Schon beim hochheben spürte ich eine Art Erhebung und als ich es mir genauer ansah, konnte ich zwei kunstvoll ineinander geschlungene Buchstaben erkennen.....................EC..........Edward Cullen.....immer wieder dieser verdammte Edward Cullen.
Ungläubig starrte ich auf das kleine, mit Satin überzogene Kissen. Vorsichtig nahm ich dieses kleine messingfarbene Teil in die Finger und drehe es in alle Richtungen. Im ersten Moment, wusste ich mit diesem Ding nichts anzufangen, aber auf einmal schoss es mir wieder in den Kopf.... Es war die Kugel, mit der ich Edward angeschossen hatte. Langsam aber sicher stiegen die Aggressionen empor. Bebend vor Zorn, warf ich die Kugel durchs Zimmer und die Schachtel gleich hinterher. “Dieses blöde Arschloch“schrie ich vor Zorn heulend und völlig machtlos dies zu stoppen, ließ ich mich zurück ins Sofa sinken. Fast schon schmollend saß ich nun hier und schaute abwechselnd zwischen Kugel und Schachtel hin und her. Dann kam mir ein Gedanke und ich schoss, wie von der Tarantel gestochen hoch und lief zur der kleinen Schachtel hinüber, schnappte sie mir und zerlegte sie in ihre Einzelteile. Ich riss das Futter heraus und verarbeitete alles zu Konfetti. Ungeduldig suchte ich nach einem Anhaltspunkt, wer denn der Absender war, obwohl ich mir sicher sein konnte, dass Edward mir das geschickt hatte. Mein Blick fiel auf das Tuch, welches noch am Sofa lag, und ich ließ die Überreste der Schachtel achtlos fallen, ging hastig hinüber und hob es hoch. Schon beim hochheben spürte ich eine Art Erhebung und als ich es mir genauer ansah, konnte ich zwei kunstvoll ineinander geschlungene Buchstaben erkennen.....................EC..........Edward Cullen.....immer wieder dieser verdammte Edward Cullen.
Ich wurde wütend, mein Puls stieg rapide an.
Stocksauer marschierte ich in mein Ankleidezimmer und suchte die anthrazitfarbene Lederkombi raus, die mir Alice erst vor kurzem per Kurier zukommen ließ. Ich schlüpfte geschwind hinein und zog den Reißverschluss zu. Das geile an dieser Kombi war, dass sie erstens auf mich zugeschnitten war und zweitens, dass ich Arees verschwinden lassen konnte und sie trotzdem immer griffbereit hatte. Aber selbst diese neue Kombi, konnte mich nicht besänftigen... ich schnappte mir mein Handy, lud Arees nach und stampfte sauer zur Tür hinaus.
Kaum als ich den Fuß in den 2. Stock gesetzt hatte, rutschte ich auf so einem beschissenen Spielzeug von Vicky aus.... nicht dass ich nicht schon geladen genug gewesen wäre, nein jetzt musste ich auch noch auf so einem scheiss Rollschuh ausrutschen. Ich landete volle Kanne auf meinem Arsch und da hörte ich schon, wie Vicky hinter der Ecke kicherte. „Duuuu ooohhhh duuu Komm sofort her.Victoria, bewege sofort deinen Arsch hier her und räume deinen Scheiss hier weg, sonst hänge ich dich an den nächst besten Haken und dort bleibst du, bist du verrottest.“
„Nein, das würdest du nicht tun, dass darfst du nämlich gar nicht... Vati würde echt böse sein, wenn du das tust, außerdem...“ versuchte sie sich gerade krampfhaft aus der Misere zu ziehen und während sie sprach, ging sie immer einen Schritt zurück, um bloß schnellst möglich in ihr Zimmer hinein zu kommen.Aber sie hatte mich mal wieder unterschätzt, denn noch bevor sie den dritten Schritt getan hatte, hatte ich sie schon am Arm gepackt..
Erschrocken starrte sie mich an und ich zog sie ganz nah an mich, sodass ich ihr in die Augen sehen konnte. „Jetzt pass mal auf... wenn du nicht gleich deinen Scheiss hier wegräumst, dann sorge ich persönlich dafür, dass sie dich wieder in deiner neuen weißen Jacke in die gepolsterte Ecke setzen und dann auf dich vergessen“flüsterte ich ihr ins Ohr. Sie riss ihre Augen weit auf, und begann panisch mit den Armen zu rudern. Als sie weinerlich begann erst ganz leise nach Tanya zu rufen und dann immer lauter wurde, ließ ich sie los. Augenblick sank sie zu Boden und begann lautstark zu schreien. Ihre Hände fuhren in ihr Haar, sie ließ sich auf den Rücken fallen und rollte sich schreiend auf dem Boden herum. Ich wusste gerade nicht, was ich tun konnte um sie zu beruhigen und um ehrlich zu sein tat es mir auch schon leid, was ich zu ihr gesagt hatte. Als Tanya endlich um die Ecke kam flüchtete ich schnell hinunter ins Erdgeschoss.
Boris musste sein Zimmer hier irgendwo haben und ich hoffte inständig dass er zu Hause war. Bei der Ersten der vier Türen klopfte ich lautstark an und noch eher wer antworten konnte, riss ich die Türe auf. Fluchend schmiss ich sie auch gleich wieder zu, da ich nicht vorhatte mit Besen und Putzeimern zu sprechen. Energisch ging ich hinüber zu Tür Nummer 2, diesmal öffnete ich sie ohne zu klopfen. Ich fluchte laut und fragte mich, ob wir hier bei „Geh aufs Ganze“ wo sich hinter jeder Tür etwas anderes versteckt wären. Wofür brauchen diese Lackaffen ein Badezimmer, können die sich nicht mit dem Gartenschlauch waschen?
Ich überlegte mir, ob ich Tür Nummer 3 einfach eintreten sollte, aber das ließ ich dann doch lieber bleiben. Als ich sie öffnete und im Türrahmen stand, traf mich fast der Schlag. Ich wusste ja, dass Boris einen Faible für Comics hatte, aber dass hier war ein ganzer Comicladen. Raum hohe Regale säumten die Wände, in jedem einzelnen Fach standen unzählige Schuber, die fein säuberlich etikettiert mit Jahr und Ausgabe waren.
Verfluchte Scheisse nochmal, dass konnte einfach nicht wahr sein....Boris starrte mich mit weit aufgerissenen Augen an, als ich an ihm herabsah, wie er so da saß, mit seiner Spidermanboxershort und seinem Batman Shirt, je einen Stapel Comics links und einem rechts neben sich liegend. In diesem Moment erinnerte er mich an ein kleines Kind in seinem Kinderzimmer, und plötzlich musste ich lautstark darüber lachen. Beschämt schaut er nach unten und fand es wohl nicht so witzig, dass ich ihn so auslachte, aber was soll´s....Während ich ihn so ansah, überlegte ich fieberhaft, wie ich ihn am besten Fragen konnte, aber er war dumm wie Stroh... jeder versuch ihm eine rhetorisch gute Frage zu stellen, wäre vergebene Liebes mühe.....
„Du Boris.... sorry das ich dich störe, aber du könntest mir sicher kurz helfen oder? Du bist ja schon lange dabei, oder?“ sprach ich ihn mit ruhiger freundlicher Stimme an und in der Tat, er legte seinen Comic fein säuberlich zurück auf den Stapel und sah mich abwartend an.
„uuuhh ……ähhmm…… naja ich wollt dich fragen, wie ich am geschicktesten an jemanden ran komm, den wir eigentlich nicht so gerne mögen?“ Jackpot...ich hatte es doch geschafft.... jetzt guckte mich das Affenbaby mit fragendem Gesichtsausdruck an und war verwirrt.
„Naja weißt du, ich wollte wissen, ob es so etwas wie eine geheimes Verzeichnis gibt, wo die Kontaktdaten von den Cullens drin stehen“ , meinte ich verlegen mit den Fingern spielend und er sah mich wieder nur an und grinste breit. Dann stand er auf, kam nah an mich heran öffnete seinen großen Mund und meinte süffisant“ Kennst du das dicke Buch mit den vielen Seiten drinnen? Das nennt sich Telefonbuch.....soweit ich weiß, bewahrt der Boss es unter der Treppe im Abstellraum auf. Ist so ein dicker gelber Wälzer... also soweit ich weiß, stehen da Namen, Adressen und Telefonnummern drin.“ Ich dachte ich hätte mich verhört, mir fiel ist die Kinnlade weit nach unten und ich stand geschockt da.
Der Versuch mich zu beherrschen ging nach hinten los, denn mein Puls sprang augenblicklich auf 180. Mit einer Bewegung, mit der dieser impertinente und respektlose Vollidiot vor mir nicht gerechnet hatte, nahm ich Arees aus der Halterung und schlug ihm den Anschlag schön von unten auf die Nase. Das großmäulige Riesenbaby schrie laut auf, beinahe machte er Vicky Konkurrenz, hielt sich seine blutende Nase, während er ein paar Schritte zurück machte. „Miststück. Sag mal............“brach aber dann seinen Satz ab, denn er befürchtete das ich ihn ein Magazin in der Körper jagen würde und er hatte verschissen noch mal Recht. DAS würde ich auf jeden Fall tun, denn am Liebsten, hätte ich ihn gerade einfach nur verprügelt, aber ich war ihm körperlich mehr als nur unterlegen. Ich entsicherte Arees richtete sie auf ihn und schrie ihn mit fester, ernster und vor allem aggressiver Stimme an:“ Du verdammter, verblödeter hässlicher Affenarsch, wenn ich dich was frage, dann gibst du verdammt noch mal keine blöden Antworten, haben wir uns verstanden?“ Ich wartete auf irgend einen Ton, aber er starrte mich nur an. „HABEN WIR UNS VERSTANDEN, BORIS????“ wiederholte ich mehr als nur genervt.
Diesmal begriff er, dass es wohl besser wäre, wenn er antworten würde und nickte immerhin. „Sehr gut, geht doch, bist ein braves Äffchen und JETZT sag mir verdammt nochmal, wie ich mit EDW.... ähhm ……CULLEN JUNIOR in Kontakt treten kann, oder ich schieße dir dein verschissenes Hirn raus!“ keifte ich ihn an. Er hielt sich noch immer seine gebrochene Nase, schaute mich mit großen Augen an und schüttelte nur seinen Kopf. „Ich weiß es nicht Isabella, ich weiß es wirklich nicht und scheisse noch mal, du hast mir gerade die Nase gebrochen......!“ meinte er mit belegter schmerzverzerrter Stimme. „ Sei froh, dass ich sie dir nicht ins Hirn geschoben habe und jetzt mach deine Sauerei hier sauber...überall diese Blutflecken……… ist ja ekelhaft!“
Ich ließ ihn in seinem Zimmer einfach stehen, ging in die Garage, schnappte mir mein Blackberry und fragte mich wen zur Hölle ich anrufen sollte. Während ich fieberhaft auf meiner Lippe herumkaute, schoss es mir plötzlich in den Kopf .. ich könnte doch...nein das wäre dumm oder hmmm scheisse wie kann das nur sein, dass ich alles hatte aber keine normalen Freunde, die keine Ahnung davon haben, was ich so den lieben langen Tag tat,. Aber nein ,hatte ich ja nicht und so passierte es mal wieder das ich alleine da stand ……zumindest fast. Vollkommen konzentriert auf mein Telefonbuch, spielte mein Kopf die Stimme von Emmett ab und erinnerte mich, dass er mir angeboten hatte, jederzeit bei ihm anzurufen. Unsicher suchte ich seine Nummer und wählte.
Bis endlich das scheiss Freizeichen kam und ich eine gefühlte Ewigkeit später seine raue Stimme am Telefon hörte, fiel mir ein Stein vom Herzen. „ Hey Em... ich bin´s Bella duu ähhm ich weiß es ist schon ein bisschen spät und so, aber ich wollt wissen ob ich vielleicht bei dir vorbei kommen kann ?“ plapperte ich ohne Punkt und Komma drauf los. Er ließ mich ausreden und versuchte mich am Telefon zu beruhigen und meinte, dass das überhaupt kein Problem wäre, dass ich vorbei komm, aber Rose wäre auch schon auf dem Weg zu ihm. Als ich hörte, dass Rose auch da sein würde, freute ich mich riesig. Wir waren mittlerweile eigentlich ganz gut miteinander, aber eben nur eigentlich. Erleichtert legte ich auf und schwang mich sogleich auf meine Maschine...mal wieder ohne Helm wie den sonst auch. Die kühle feuchte Londoner Luft, wehte mir durchs Haar und ich fühlte mich unendlich frei... so frei wie ich mich immer fühlte, wenn ich auf meinem Bike durch die Stadt fuhr.
Den Weg zu Emmett hatte ich mir genau eingeprägt. Mir waren tausend Sachen durch den Kopf gegangen und ich wusste noch immer nicht, wie ich an Edward herankommen konnte. Nach einer kurzen Fahrt, kam ich endlich an und parkte mein Bike möglichst sicher am Straßenrand und lief schnellen Schrittes zu seiner Haustüre. Meinen Zeigefinger packte ich galant auf die Türklingel und läutete Sturm. Ein dezent genervtes „JAAAAAAA“ dröhnte brummig aus dem alten rauschenden Lautsprecher und ich zischte ein gehässiges „PFFT“ ganz laut in das Mikro der Gegensprechanlage. Er brach in ein lautes heiseres Gelächter aus und meinte:“ Komm hoch Bell´s, ich wusste das du es bist.....“ Die 5 Stockwerke lief ich immer zwei Stufen auf einmal nehmend zügig nach oben und sprang ihm förmlich in die Arme. Ich war mehr als nur froh, dass ich mich auf Emmett verlassen konnte, jetzt wo James und Jasper...... den Gedanken verwarf ich ganz schnell wieder und versuchte mich auf die derzeitige Situation zu konzentrieren.
Emmett schaffte es wie immer mein geistiges Sein total auf sich zu fokussieren, indem er mir wiedermal seine voluminöse CD-Sammlung zeigte. Er war für mich wie mein großer Bruder, stets um mich besorgt, aber zu keinem Zeitpunkt aufdringlich. Nie fragte er wieso ich wieder so durch den Wind war, aber ich wusste, wenn ich es ihm erzählen wollen würde, dann wäre er da. Als ich einen Schlüssel an der Türe scheppern hörte, wusste ich das Rose da war. Ich wollte aus der freundschaftlichen Umarmung flüchten in der mich Em immer noch hielt, aber er gab mir zu verstehen, dass das nicht nötig wäre , denn Rose kennt das und sie hatte damit keine Probleme. Ein Luftzug wehte durch das große hell eingerichtete Wohnzimmer und der unverkennbarer Geruch eines fruchtigen, orientalischen Parfums machte sich hier breit. Trotz seines süßlichen Aromas hing der Duft nicht schwer im Raum, wie es bei den richtig schweren Orientalischen Düften oft der Fall war, eher so, als hätte man einen duftenden Blumenstrauß in der Vase stehen lassen. Sie betrat den Raum nicht, sie erschien. Ich musste schmunzeln, denn Emmett hatte Recht, diese vertraute Position in der wir uns befanden, störte sie nicht im geringsten. Sie war sich Emmett mehr als nur sicher. Während sie ihn stürmisch begrüßte, versuchte ich nicht ganz so störend hier zu sitzen, aber es gelang mir mehr schlecht als recht. Ich wollte wegrutschen, aber Emmett ließ mich einfach nicht los, als sich Rose dann auch noch neben uns niederließ und ganz normal mit mir zu plaudern begann, verstand ich die Welt wirklich nicht mehr...Die Zeit verging wie immer, wen ich mit den beiden zusammen war recht schnell, aber irgendwann hatte Rose die glorreiche Idee in diesen einen Club zu gehen.......Ich war weniger begeistert, erklärte mich aber bereit mit zu gehen. Em zog sich galant aus der Affäre und schickt uns los, denn wir sollten einen Frauenabend machen.
Kaum hatte Emmett den Satz beendet, wurde ich schon von Rose zu ihrem Kleiderkasten gezerrt, denn in der Lederkombi konnte ich unmöglich ausgehen, aber mir wäre das egal gewesen, denn auf meinem Ausweis stand doch der passende Name....Nach einer eineinhalbstündigen Vorbereitungs- und Anfahrtsphase waren wir endlich im Ministry of Sound angekommen. Dort stellte sie mir schon wieder zig Leute vor, allesamt welche ohne die ich bisher auch gut leben konnte.
Nach einiger Zeit tippte jemand an meiner Schulter. Schlagartig drehte ich mich um und wollte in die Tasche meiner Lederkombi greifen ,aber dann fiel mir ein, dass ich in dem kleinen schwarzen von Rose, keinerlei Versteckmöglichkeiten für Arees hatte. Ich wollte schon zuschlagen, konnte aber gerade noch abbremsen, als ich sah, dass Alice Brandon vor mir stand. Sie fiel mir sogleich um den Hals und ich konnte nichts anderes als sie auch zu umarmen.
Als sie scheinbar genug davon hatte mich zu drücken, bewegte sie sich ruckartig von mir weg und schrie mich an, da die Musik hier so laut war. „Du warst ohne mich einkaufen richtig? Ich meine.....also das Kleid.. nicht dass es dir nicht stehen würde, aber das habe ich nicht gekauft.....“ schrie sie mir schmollend entgegen und ich musste herzhaft lachen. „Alice sei froh, dass Rose mir was geliehen hat, denn sonst wäre ich jetzt in meiner neuen Lederkombi hier.“ Ihr kleiner Mund formte sich zu einem O und ich verstand, dass sie gerade nach den richtigen Worten suchte. Ich legte eine Hand auf ihre seidenweiche, blasse Haut und gab ihr zu verstehen, dass ich ihr unendlich dankbar war, für alles was sie bis jetzt für mich getan hatte.
Die nächsten Augenblicke spielten sich so plötzlich ab, dass ich tatsächlich überrascht war. Eine Hand umschloss mein Handgelenk und ehe ich mich versah, wurde ich auf die Tanzfläche gezogen. Rose lachte und ich wusste, dass sie das gerade gewesen war. Sie wusste doch das ich nicht tanzte und Alkohol vermied, seit dem letzten Mal, aber das interessierte eine Rosalie nicht. Schneller als ich bis drei zählen konnte, hatte sie mir einen Long Island Ice tea in die Hand gedrückt und ich wusste, dass ich ihr nicht entkommen konnte.
Aber irgendwie wollte ich das auch nicht.Nur eines wollte ich sicher nicht...ICH WOLLTE AUF KEINER MOTORHAUBE LANDEN. Felsenfest nahm ich mir vor, nicht so viel zu trinken, dass mein Verstand wieder aussetzte. Stocksteif stand ich auf dieser Tanzfläche hielt mich verkrampft an meinem Glas fest und wartete bis ich wusste, was ich als nächster tun sollte. „Bella beweg deinen Arsch und deine Hüften.. dazu sind sie da...oder hast du vergessen wie tanzen funktioniert ???“während Rose mir ins Ohr schrie, rief ich in meinem Kopf sämtliche Informationen ab, die ich über das Tanzen hatte....Wie in Trance betete ich mein mageres Wissen hinunter....tanzen...Tanzen ist ein Ritual, ein Brauchtum, eine darstellende Kunstgattung, ein Beruf, ein Sport und eine Therapieform oder schlicht ein Gefühlsausdruck..........Gedankenverloren trank ich mein Getränk und blickte in die Menge, als mich auf einmal zwei starke Hände an den Hüften packten und gegen einen harten Körper zogen. Ich war so erschrocken, dass ich mich nicht wehren konnte.
Der Griff war so fest, dass ich mich nicht umdrehen konnte und so blieb mir nichts anderes übrig als abzuwarten was passierte. Mir stieg ein bekannter Geruch in die Nase. Tief einatmend, schloss ich automatisch die Augen und ließ mich von seinen Händen im Takt der Musik bewegen. Mein Fluchtreflex war einfach nicht mehr existent. Mein Hirn trug mich zurück nach Bangkok...zurück aufs Dach, zurück zu ihm. Die einzelnen Songs zogen an mir vorbei, ich bekam nichts mehr mit. Waren 5 Minuten vergangen, waren es 10 oder gar eine Stunde........ es war mir egal.....es hätte ein Jahrhundert vergehen können, es wäre mir nicht aufgefallen.
Mein Hirn, mein Verstand, mein ganzes ICH war einfach in dieser Illusion gefangen, dass ER das jetzt war, dass er mich hier hielt, dass er mich rhythmisch zur Musik bewegte. Dass es unsere Körper waren, die hier beinahe auf eine bindende Art und Weise wie ich sie noch nie gefühlt hatte miteinander verschmolzen. Ich war betrunken....trunken von dem Geruch, von der vertrauten Wärme....Dieser Moment platze schlagartig als mich Rose aus dieser Umklammerung riss und mit sich zog. Unfähig passend zu reagieren lies ich mich mitziehen....unwissend darüber wer derjenige war, der mich so derartig in seinen Bann gezogen hatte. Es war doch nicht etwa Edward. Kaum hatte ich diesen Gedanken fertig gedacht, riss ich meinen Kopf herum, aber es war zu spät. Es war verdammt nochmal einfach nur zu spät. Er war in der Menschenmenge verschwunden.
Frustriert ließ ich mich von Rose an die Bar schleppen. Ich war stinksauer auf sie. Sauer, weil sie mich auf eine unfaire Art und Weise zurück in die Realität befördert hatte, sauer darüber, dass ich mich so gar nicht unter Kontrolle hatte und sauer dass ich mehr oder weniger einem Phantom hinterher jagte. Zu meinem endgültigen Pein war Rose leider mehr als nur motiviert sich heute die Kante zu geben, da ich aber gerade an einem Punkt angekommen war, wo es mir auch schon egal war, brauchte sie mich nicht mehr großartig davon überzeugen es ihr nachzumachen. Rose und ich tranken einen nach dem anderen... Sie war in Partylaune, ich war frustriert, so nahm alles seine Lauf und ich wachte mal wieder bei Emmett auf dem Sofa auf, allerdings gerade noch rechtzeitig um pünktlich ins Büro zu kommen, aber auch nur weil ich Rose´s Büroklamotten trug. Es schickte sich zwar nicht mit einem Bleistiftrock und wie immer viel zu hohen Hacken auf einem Motorrad zu fahren, aber was soll´s....
Wie ein Rohrspatz fluchend stürmte ich an Chelsea vorbei, die augenblicklich nicht wusste, wie ihr geschah. Ich stürmte in mein Büro und hatte die Schnauze schon gestrichen voll von diesem Tag und das noch bevor er richtig beginnen konnte. Mein Kopf dröhnte, als würde ein Presslufthammer darin arbeiten. Genervt warf ich die Türe hinter mir zu, so dass die Bilder fast von der Wand fielen und ließ mich in meinen Sessel fallen entdeckte, dass mein Frühstück schon da stand. Mit einer schnellen Handbewegung, räumte ich meine Schreibtisch provisorisch auf und zog mir die Schüssel mit dem Obstsalat näher ran, während ich mit der anderen Hand meinen PC anschaltete. Genervt schob ich mir mein Essen in den Mund und quälte meinen Computer mit allen möglichen Suchbegriffen. Die Früchte die nicht auf die Gabel wollten und der Computer, der zwar das suchte was ich eintippe, aber nicht die Ergebnisse brachte die ich wollte, brachten mich zur Weißglut. Mittlerweile saß ich hier und verfluchte jeden einzelnen Google Eintrag.
Geistig abwesend flüsterte ich mir mehr oder weniger leise immer wieder den Namen vor. In allen Varianten versuchte ich es. Immer und immer wieder, wiederholte ich sie. Scheinbar hatte ich schon wieder so laut auf die arme Tastatur eingehämmert , dass Reinhard aus seinem Büro herüber gestampft kam und mich schief von der Seite anlabberte: „ Kindchen, bei deinem Tasten -vergewaltigungs-gehämmer und deinem dreckigen Gefluche, kann sich ja keiner konzentrieren. Atme tief ein und aus und erzähl mir was los ist und um Gotteswillen, lass die Einrichtung ganz.“
Tief ein und ausatmend, schnaufend wie eine Dampflok saß ich da. Hätte er mir eine Papiertüte gegeben zum Atmen, hätte ich auch das getan. Nach unendlich langen 5 Minuten und einer halbwegs stabilen Atmung, begann ich ihm alles zu erzählen und wenn ich mit meiner Erzählung fertig war, begann ich von vorne. Er war ein geduldiger Zuhörer, aber nach dem 7. oder 8ten Mal hatte er mir seine große Hand auf den Mund gelegt, um mich zum Schweigen zu bringen. „SHHHHHTTT......Kindchen beruhige dich, alles wird wieder gut.“ meinte er mit ruhiger sanfter Stimme und wartete bis ich meine Fassung wieder gefunden hatte. Reini wollte, dass ich ihm beschreibe wie Edward aussah, aber irgendwie kamen wir bei diesem Thema nicht wirklich weiter, denn außer traumhaft, perfekt, animalisch und atemberaubend kam nicht viel von mir. Hätte er nach der Form seine Augenbrauen gefragt und wie sein Körper aussah, ja das hätte ich sogar in Öl auf Leinwand malen können, aber wen interessieren so unnütze Sachen wie Körpergröße, Haarlänge und Tattoos.. MOMENT Tattoos...da war doch was.
Wie von der Tarantel gestochen sprang ich auf und schrie Reini förmlich an....“Scheisse, er hatte ein Tattoo...es war ein Spruch..ich glaub auf Portugiesisch, aber ich bin mir nicht mehr so sicher, was da stand... irgendwie was mit …... servirá.“ angestrengt nachdenken rieb ich meinen Nasenrücken, die andere Hand hatte ich zur Faust geballt und drückte sie gegen meinen Schreibtisch. Als Reini plötzlich meinte, ob das so eine verschnörkelte Schrift gewesen und ob es vielleicht `Eu não servirá´ geheißen haben könnte,schaute ich ihn verblüfft an.Und ehe ich mich versah, hatte er mir den Schriftzug fast 1:1 nach gemalt und ich war völlig von den Socken. Sprachlos blieb mir nur mehr Nemo über.
„ Ach du heilige Scheisse...REINIIII...woher?Wie? Also das? Warum?“
„Kindchen setze dich hin und hör auf zu hyperventilieren...wir haben hier nur Müllbeutel und zwing mich nicht, dir den vor dein hübsches Gesicht zu halten... wenn du versprichst normal zu atmen, dann erzähle ich dir die Story“meinte er mit engelsgleicher Stimme. Meine einzige menschenähnliche Reaktion war nicken, mehr konnte ich gerade nicht.
„Es war einmal bei meinem Ausbildungspraktikum in Mumbai, erschlage mich aber ich glaube das war vor 2 Jahren. Ich war ganz neu dort an der Rezeption, dieses Hotel war der absolute Hammer, ich hatte noch nie so viel Affären wie dort und diese Farbe dort und das Frühstück..Kindchen ich sag es dir, das Frühstück in Mubai ist gar nicht so schlecht wie alle immer glauben und die Zimmer erst...aber das würde zu weit abschweifen, also da war so ein hammergeiler Typ……, Josh hat er geheißen...wobei nein wart mal war es Jörn ne es war Jamie, nein auch nicht, hmm Jan, Jannik wart kurz ich komm gleich drauf..... JAKE es war Jake..also er war ein Traum in jeder Hinsicht und auf alle Fälle einmal, als wir die ganze Nacht nichts anderes getan haben als uns die Hirne raus zu Vögeln und scheisse das konnte er, rief jemand an, meine Fresse ich hab noch nie einen schwuleren Klingelton gehört..Kennst du Grease? Sicher kennst du Grease auf jeden Fall war es „Hopelessly devoted ..und er hatte gut 10 Minuten lang immer nur ja Ed... nein Ed.. es tut mir leid. Ed... nein Ed ich kann jetzt nicht und dann haben die immer auf Portugiesisch weiter gesprochen und irgendwann hatte er mir erzählt das dieser ED, die selbe Tätowierung hat wie er....“erzählte er und als er den letzten Satz sagte, sprang ich auf und fiel ihm um den Hals.
Viel zu laut und viel zu stürmisch schrie ich ihm ins Ohr:“ DANKE DANKE DANKE....du kannst diesen Jake sicher erreichen oder? Ich mein du hast doch seine Telefonnummer? Faxnummer? -Email Adresse ? Twitternamen? Sag mir, dass du irgendwas …….irgendeine Möglichkeit hast, ihn zu erreichen!!!!!BITTE“
„Kindchen, wenn du mich nicht gleich loslässt liege ich dann stranguliert am Boden und bin dann zu wirklich nichts mehr gut.“krächzte er.
Ich liess ihn los, schaute ihn bettelnd an, als er sein Handy zückte und in seinem, scheinbar sehr umfangreichen, Telefonbuch nach einen Namen suchte. Interessanter Weise, wusste er zu jedem Namen etwas zu sagen und es war recht unterhaltsam ihm dabei zu zusehen. Plötzlich schreckte er auf und rief so etwas ähnliches wie, da ist er ja. Flink drückte er auf wählen und wartete mit den Fingern auf den Tisch klopfend, dass endlich wer abheben würde. Die Atmosphäre in diesem Büro war zum bersten gespannt. Ungeduldig kaute ich auf meiner Lippe und mehrere Büroklammern, mussten ihr Leben lassen bis Reini plötzlich mit relativ schriller Stimme begann zu reden.
Das Ergebnis dieses Telefonates ergab, dass Jake und Reini sich in einer Woche treffen werden , wenn er in London ist. Was machen sie in London? Wollten die Cullens tatsächlich einen bitteren Kampf auf Leben und Tot provozieren oder käme er alleine? Mit Reini machte ich aus, dass ich exakt um 23.45 sein Date platzen lassen werde und mir die Infos, die ich bräuchte alleine hole. Er wollte gar nicht so genau wissen, was an Edward so toll war, dass ich hier so einen Aufstand machte. Ich wollte es ihm gerne erklären, aber dazu war die Zeit noch nicht reif, deshalb vertröstete ich ihn auf später und es war für ihn in Ordnung.
Wir gingen ohne auch nur ein weiteres Wort darüber zu verlieren zur Tagesordnung über und ich widmete mich wieder der Recherche über die beiden Franzosen. Immerhin wollte Aro, dass ich den beiden ein Angebot machte, dass sie nicht ablehnen könnten. Plötzlich stand Aro in meinem Büro, ohne anzuklopfen und wollte wissen was hier denn los sei. Mir war völlig bewusst, dass er Boris gebrochene und zertrümmerte Nase meinte, aber ich schüttelte den Kopf und sagte, dass nichts sei und ich gerade nicht wüsste,was er meinte. Er brüllte mich an, dass ich mich nicht dümmer stellen sollte, als ich sei.
Ich konnte nichts dazu sagen, denn wenn er meine Beweggründe erfahren würde, dann hätte ich ein ernsthaftes Problem, da man sich mit einem Aro Volturi nur einmal anlegte. Mit zusammengepressten Lippen stand ich da und starrte ins Nichts. Aber Aros letzter Satz hallte noch lange in meinem Gedächtnis nach.
„Isabella, lüge mich nie wieder an. Das beleidigt meine Intelligenz und macht mich sehr böse."Er drehte sich um und ging davon...................
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