Bleeding
Oh was muss ich für ein abartiger grausamer Mensch gewesen sein in meinem früheren Leben, denn in diesem hier hatte ich alles aber kein Glück. Einen Vater, der alles dafür getan hatte, dass ich unter keinen Umständen zu ihm kommen konnte, eine Granny, die sie einfach ohne mit der Wimper zu zucken in die nächst beste Seniorenaufbewahrungsstelle abgeschoben haben, eine Mutter die der Liebe hinterher läuft und ganz aktuell scheinbar auf der Hans-Wurst-Welle schwamm, denn den jetzigen konnte man bei Gott nicht anders beschreiben. Die Tage hier waren immer dieselben... Tag ein Tag aus, Stunde um Stunde - aber was konnte ich schon verlangen?
Morgens quälte ich mich aus dem Bett, allerdings immer so früh, dass ich noch 2 Stunden bis zur ersten Schulstunde Zeit hatte aber der Kerl von meiner Mutter stand jeden Tag pünktlich wie ein Uhrwerk schlag 7 Uhr auf. Um ihm ja nicht über den Weg zu laufen, entschied ich mich jeden Morgen diese Frühaufsteher- Nummer abzuziehen. Darum verließ ich jeden Tag das Haus um viertel vor sieben. Das war die einfachste Methode ihm aus dem Weg zu gehen. Die paar Stunden Schule brachte ich meistens ohne nennenswerte Katastrophen herum und wie jeden Tag wartete diese Schleimbacke schon zu Hause auf mich. Wie immer passte er den Moment ab, an dem ich zur Haustüre herein kam und er lief wie immer splitterfasernackt, rein zu fällig durch das Wohnzimmer. Wenn ich das traute Heim erreichte, sah ich die Gardine sich leicht bewegen. Ich wusste, dass er dort drinnen auf mich lauerte. Mit schweren Schritten ging ich in die Höhle des Löwen, mit der Gewissheit was auf mich wartete. Beim Öffnen der Tür strömte mir schon der eklige Geruch von Schweiß und Alkohol entgegen. Gänsehaut überzog meinen Körper vom Haaransatz bis hinunter zu den Zehen und ich musste meinen Magen unter Kontrolle halten. Ich schloss die Tür und wie immer lief dieser Typ rein zufällig nackt durch das Wohnzimmer.
Ich würde ihn mit einem Buch vergleichen, denn das schlug man doch auf und zu und bei Bedarf immer wieder nach. Bei dem Gedanken musste ich immer lachen, denn wenn im Duden statt Synonymen und Erklärungen so kleine Bildchen abgebildet wären, so stünde sein Bild für Ekel, ekelhaft und ekelerregend. Ich verdrehte wie immer, wenn mich sein Anblick dazu Zwang meinen Würgereiz zu unterdrücken, die Augen und ging, ihn weitestgehend ignorierend, in die Küche um das Abendbrot vorzubereiten, denn das lenkte mich wenigstens von dem bizarren Szenario ab. Als es endlich fertig war, hatte ich große Lust es in eine Schale zu kippen und durch zu pürieren so wie sie es mit dem Essen in der Anstalt von Granny taten aber ich wollte mir nicht schon wieder einen Schlag ins Gesicht einhandeln, denn der ließ sich immer so scheiße schwer überschminken und Mom glaubte mir ja eh nicht das es ihr Göttergatte war. Schlussendlich knallte ich Phil das Essen, so unansehnlich, dass selbst Püriertes appetitlicher aussah, auf den Tisch und flüsterte so leise, dass er es kaum hören konnte, dass er daran verrecken soll, wendete rasch und stürmte auf mein Zimmer, warf die Türe zu und ließ mich auf das alte klapprige Bett fallen und kramte mein kleines Notizbuch hervor.
Hier drinnen notierte ich einfach alles, meine Gedanken, Gefühle, Erinnerungen einfach alles was mir durch den Kopf ging. Es war wie eine Meditation für mich...
***
Was ist die Welt?
Was ist die Welt? Ein ewiges Gedicht,
Daraus der Geist der Gottheit strahlt und glüht,
Daraus der Wein der Weisheit schäumt und sprüht,
Daraus der Laut der Liebe zu uns spricht
Und jedes Menschen wechselndes Gemüt,
Ein Strahl ists, der aus dieser Sonne bricht,
Ein Vers, der sich an tausend andre flicht,
Der unbemerkt verhallt, verlischt, verblüht.
Und doch auch eine Welt für sich allein,
Voll süß-geheimer, nievernommner Töne,
Begabt mit eigner, unentweihter Schöne,
Und keines andern Nachhall, Widerschein.
Und wenn du gar zu lesen drin verstündest,
Ein Buch, das du im Leben nicht ergründest.
Hugo von Hofmannsthal (1874-1929)
Willkommen in meinem Leben !
Ich & mein Leben...so wie es ist, sein soll und vielleicht mal sein wird.
Bella Swan... verfluchte 17 Jahre alt und drauf und dran den Verstand zu verlieren.
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