Donnerstag, 21. Juli 2011

One Night in Bangkok.............................................................oder knapp daneben ist auch vorbei

Unbemerkt dürfte sich Jasper nach getaner „Arbeit“ wieder neben mich gesetzt haben. Erst als er mich unsanft weckte, weil wir scheinbar schon im Landeanflug waren, wurde mir tatsächlich klar, das ich gerade 19 Stunden geflogen war, um mit jemanden zu Reden, der vielleicht gar nicht mit mir reden wollte. Mittlerweile zweifelte ich selber an meinem Verstand, aber irgendwas sagte mir, dass ich diese Reise nicht machte um mit James zu reden, sondern das sie für etwas anderes gut war. In mir breitete sich das Gefühl aus, dass James verdammt in der Klemme stecken musste.

Mein Bauchgefühl sagte mir, dass wir nicht sonderlich viel Zeit hatten. Ich hoffte das Jasper sich von meinem Gefühl überzeugen lassen würde, denn dies täuschte mich niemals. Als der Pilot endlich den verdammten Flieger sicher am Boden abgesetzt hatte und wir nach einer gefühlten Ewigkeit aussteigen durften, schob ich Jasper mit aller Kraft schnell aus dem Flieger, denn er wollte sich noch unbedingt bei seiner persönlichen Flugbegleitung bedanken, aber diese schenkte ihm keinerlei Aufmerksamkeit vermutlich war die kleine Nummer, dann doch nicht so der Bringer, aber für seine Nümmerchen hatte ich jetzt beim besten Willen keinen Nerv.Ich schnappte Jasper, zog ihn nah zu mir herunter und flüsterte ihm leise zu, was mir durch den Kopf ging. Erleichtert stellte ich fest, dass er mir ohne zu Zögern zustimmte. Jazz navigierte mich mit der Hand im Rücken durch die dichten Menschenmassen.

Stress und Hektik machte sich überall bemerkbar. Die Leute rempelten sich genervt gegenseitig an und wir versuchten der Menschenmassen weitläufig auszuweichen, was sich als ziemlich schwierig erwies. Geduldig bahnten wir uns den Weg zu den Schließfächern. Jazz war so lieb und nahm mich schützend hinter seinen Rücken. Beiläufig versuchte ich die Nummer der Peilsender in den Empfänger einzutippen. Die Codes hatte ich auswendig gelernt, damit ich sie für den Fall der Fälle immer abrufen konnte. Ich war heilfroh, dass wir die Fächer ohne gröbere Zwischenfälle und vor allem ohne großartigen Körperkontakt erreichen konnte. Ein Fach nach dem anderen Öffneten wir und ich musste feststellen das sie wie ein „A“ angeordnet waren Über dieses kleine Detail musste ich lächeln. Aus dem einen Fach zogen wir Kleidung heraus, aus dem anderen endlich, ENDLICH eine neue Waffe für mich. Ich fühlte mich ohne Arees einfach nur nackt und unwohl. Sie war bei weitem nicht so schick, aber sicherlich genau so effektiv. Die wichtigen Dokumente die wir zum Ausreisen brauchten, ließen wir in dem Fach aus dem wir unsere neue Kleidung heraus genommen hatten.

Als wir sicher waren, das wir alles ordnungsgemäß verstaut hatten, verließen wir zügig das klimatisierte Flughafengebäude. Kaum 5 Minuten ohne die Klimaanlage, klebten meine Sachen nur so am Körper es war echt unerträglich. Beiläufig fragte sich ein kleiner Teil in meinem Kopf, wie die Leute es bei der Hitze hier Tag für Tag aushielten. Ich musste meine Haare nach oben binden, denn offen tragen war eindeutig keine Option. Die schwüle heiße Temperatur, machte meinem Kreislauf stark zu schaffen. Urplötzlich begann sich alles zu drehen und mir wurde richtig schwindelig, wenn Jazz nicht gewesen wäre um mich zu stützen, wäre ich einfach an Ort und Stelle umgekippt. Ich brauchte dringend eine Flasche kaltes klares Wasser da mir meine Kehle brannte wie Höllenfeuer. Da wir aber nicht wirklich viel Zeit hatten musste ich meine Bedürfnisse nach Wasser und einer kühlen Dusche hinten anstellen.


Die blöden Schalldämpfer in meiner Hosentasche, welche ich zuvor noch schnell darin verschwinden ließ, machten sich unbequem bemerkbar, aber da musste ich nun durch. Jasper zog nun rücksichtslos an meiner Hand und schaute mich mit einem einer vielsagenden Blick finster an. Den Blick würde ich als „ TU nicht so wegen DIR sind wir ja hier und du glaubst mir geht es anders?“ einstufen.Beim Taxistand angekommen ließ er den Arm in die Höhe schnellen und Pfiff gekonnt durch die Zähne ,um uns ein Taxi anzuhalten. Nervös und nervlich, bis aufs äußerste angespannt saß ich Fuß wippend in dieser Zumutung auf 4 Rädern. Jede Rikscha wäre sicherer, als dieses Gefährt hier. Jazz nannte das Hotel in dem James laut Aros Aussage angeblich residierte und eine überaus rasante Fahrt begann. Autofahren in Bangkok war scheinbar lebensgefährlich. Als wir vor dem angeblichen Hotel stehen blieben, stieg ich irritiert aus und suchte erst mal nach einem Gebäude, das meiner Meinung nach wie ein Hotel aussah. Ich fand bloß keines.

Als Jazz eine herunter gekommenes Gebäude ansteuerte und vor sich her brabbelte, dass wir schon da seien, fiel mir die Kinnlade locker 3 Meter tief runter. Ich hatte in meinem gesamten Leben noch nie so eine herunter gekommene Bude gesehen wie diese es war! Mein Magen zog sich erneut zusammen und alles in mir sträubte sich dieses Gebäude auch nur anzusehen, geschweige den hinein zu gehen. Jasper meinte das dieses Hotel die Landes übliche drei Stern Kategorie wäre. Fassungslos und ungläubig schaute ich ihn an.

Jazz packte mich an meinem Handgelenk, schaut mich mit einem fordernden Blick an und zog mich mit kaum einem Kraftaufwand direkt in das Gebäude hinein! Ich war bemüht dort so gut wie nichts zu berühren. In diesem Etablissement roch es nach altem Fisch und verdorbenen Hühnchen mit altem angebranntem Reis. Ich musste instinktiv meine Nase zu halten, da dieser Geruch unerträglich war. Äußerst angewidert versteckte ich mich hinter Jazz an der Rezeption, zumindest nahm ich an, dass es die Rezeption war. Hinter dieser Theke lehnte eine Kaugummi kauende Frau, mittleren Alters. Ihr grauenhaftes Permanent Make Up sah so aus, als wäre der Kosmetiker beim zeichnen eingeschlafen oder so. Auf jeden Fall sah es so aus, als wäre ihr eine Gesichtshälfte nach unten gerutscht.

Er versuchte es erst mit Englisch, aber diese Tai-Schlampe, die mehr nach einer altern verrunzelten Kartoffel aussah, als wie ein Mensch verzog nur ihren kleinen hässlichen Mund und tat so, als würde sie uns nicht verstehen, deshalb versuchte er es mit dem bisschen Thai, was er konnte.
Und siehe da ,wir bekamen doch ein Zimmer.

Jazz konnte verstehen dass, die Thai-Schlampe etwas geflucht hatte, so in der Art wie immer diese dummen Amerikaner. .Nicht das einer reichen würde, nein zusätzlich zu Zimmer 4, haben wir jetzt auch noch welche auf Zimmer 16. Als er mir das übersetzte verzog ich nur angewidert das Gesicht, er musste lachen und meinte ich sehe ihr gerade sehr ähnlich. Ich fand seinen Witz nicht unbedingt komisch. Meine Gedanken hämmerten auf mein Hirn ein. Verdammt und nun? Immerhin wussten wir schon das noch ein „Amerikaner“ hier war! Ich wunderte mich zwar wieso sie immer von Amerikanern redete, da wir ja Engländer waren, aber dann fiel mir wieder ein, dass wir ja falsche Pässe hatten und darum waren wir ja jetzt Amis. Jazz bestand darauf unbedingt zu erst ins Zimmer zu gehen um weitere Schritte zu besprechen, aber ich hatte andere Pläne

Zielsicher ging er voran und bemerkte nicht, dass ich Richtung Zimmer Nummer 4 abgebogen war. Ich war mir tot sicher, dass dies das Zimmer von James sein musste. Die Neugier machte sich in mir breit. Ich klopft zaghaft, fast schon schüchtern. Keine Reaktion. Geduld gehörte nun wirklich nicht unbedingt zu meinen Vorzügen und mir brannte so viel unter den Nägeln, dass ich mir eine ganze Menge von der Seele reden musste, wenn er doch nur endlich diese beschissene alte Türe öffnen würde.

Diese Türe war schon so morsch, dass ich sie mit meinem kleinen Finger zu Brennholz verarbeiten könnte. Mit jeder Minute die sinnlos verstrich spürte ich, wie meine kaum vorhandene Geduld langsam in Ungeduld umgewandelt wurde. In meinem Bein begann es zu kribbeln und ich wusste, wenn er nicht bald diese verschissene Tür öffnete, würde ich sie eintreten. Ich klopfte noch einmal, nur diesmal noch bestimmter als zuvor, er jedoch öffnete noch immer nicht . Ich legte mein Ohr vorsichtig an die Türe und versuchte ein Geräusch wahrzunehmen, als ich auch nichts hören konnte griff ich in meine Hosentasche und zog ein benutztes Taschentuch heraus, sogar dieses Tuch war hygienischer, als dieser Türgriff. Danach legte ich meine Hand auf den runden alten Messingknauf und versuchte ihn zu drehen. Das Resultat war, dass ich den Knauf in meiner Hand hielt. Verdattert schaute ich den Knauf an und dachte mir das es jetzt auch verdammt egal sei. Achtlos schmiss ich den Knauf schulterzuckend in den Gang hinein.

Nachdem ich mich in eine sichere Position gestellt hatte, hob ich mein Bein an und trat mit einem kräftigen Kick genau auf Höhe des Schlosses gegen die morsche Türe. Statt das diese krächzend nach gab, fiel sie aus den Angeln und landete mit einer patzigen Staubwolke, die einem die Atemwege verklebte auf dem ekeligen alten Fußboden.


Erst nachdem sich die Wolke gelegt hatte und man wieder klar sehen konnte, betrat ich vorsichtig das Zimmer, verblüfft schaute ich mich um und dachte für einen Moment, hier würde eine Horde Messis oder der gleichen wohnen. Meine Hand ging angeekelt hoch zu meiner Nase überall lagen Pizza Kartons mit vergammelten Essensresten und Verpackung von Fast Food, leere Flaschen standen im Zimmer herum. Die Fenster waren fest verschlossen und die schwüle Hitze beschleunigte den Verfaulvorgang. Es roch extrem muffig. Abgestandener schwefeliger Geruch von faulen Essen, ähnlich wie dem Geruch von faulen nicht gefundenen Ostereiern zu Weihnachten und Alkohol machten sich in diesem Zimmer breit, mir hob es etwas den Magen aus. Ich fragte mich wie man es in einem Tag schaffen konnte ein Zimmer so zu zumüllen. Die einzig logische Erklärung war für mich, dass er das Zimmer über einen unserer Mittelsmänner bekommen hatte, der recht wenig von Ordnung hielt. Nichts desto trotz betrat ich das Zimmer Schritt für Schritt. Überall lagen Zettel herum, es mussten an die Tausend gewesen sein. Ich pickte mir einen heraus und starrte ihn an. Was ich auf diesem Zettel sah, grenzte an Wahnsinn, und verwirrte mich komplett. Das Bildnis auf dem altem, vergilbten Papier glich mir wie aus dem Gesicht geschnitten.

Er konnte scheinbar, also auch noch verdammt gut zeichnen. Mein Blick schweifte erneut durch das Zimmer, wo ich noch etliche solcher Zeichnungen fand. Entweder es war ein Bild von mir, mein Name oder beides. Mal hielt ich Arees in der Hand, mal ein Messer oder einen Bogen. Wüsste ich nicht, dass er das alles war, würde ich jetzt Angst bekommen. Mein Blut rauschte bebend durch die Bahnen, die Hände zitterten wie Espenlaub, mein Herz schlug schneller. Wenn es sich noch mehr beschleunigt, sprang es mir mit Sicherheit gleich aus der Brust. Plötzlich stach mir ein Notizblock ins Auge.Er war so groß wie diese Blöcke die man hin und wieder als Werbegeschenke bekam, liniert aber ekelhaft dreckig. Langsam und jeden Schritt kontrollierend schob ich mit den Beinen den Dreck weg, wachsam bewegte ich mich auf diesen Notizblock zu, bis mich eine Stimme aus dem Hintergrund aufschrecken ließ.

Jazz war außer sich vor Wut und wollte von mir wissen ob ich das eigentlich mit Absicht machte oder auch nur ein einziges mal nachdachte bevor ich etwas tat. Aufgebracht wollte er von mir wissen, ob ich mir im klaren war, dass ich mich in einem verdammt gefährlichen Land befände und das es nicht unbedingt zu den Kavaliersdelikten gehörte, sich mit dem Fuß Zutritt zu einem fremden Zimmer zu verschaffen.

Ich zuckte nur mit den Schultern und hörte mir seine restliche Predigt geduldig an und als er wissen wollte, wieso ich so ein Chaos hier veranstaltete, zuckte ich erneut mit meinen Schultern. Ihm mitzuteilen dass ich das nicht war, wäre sowieso sinnlos. Nachdem Jazz fertig war wechselte er scheinbar schlagartig vom Anstands wau-wau zum Agent007 . Er bahnte sich einen Weg durch das Chaos am Boden, durchschritt das Zimmer mit großen Schritten und kam neben mir zum Stehen.

Er nahm den Block aus meiner Hand und schaute sich den obersten Zettel genau an. Jazz machte ein paar mal mhm mhm und aahhh, dann nahm er den Bleistift der zufällig auf dem ekeligen Schreibtisch lag und fuhr über die Seite.Während er sachte mit der Längsseite der Bleistiftmine über das Papier fuhr, konnte ich eine Kakerlake am Fensterbrett vor mir erkennen, die gerade in zügigen Schritten zum anderen Ende lief. In der Mitte des Fensterbrettes blieb sie stehen, drehte sich einmal um sich selbst und blieb so stehen, dass ihr Kopf direkt in meine Richtung schaute.So als ob sie mich ansehen würde. Sämtliche vorhandenen und nicht vorhandenen Härchen stellten sich an meinem Körper auf und ich musste würgen. Konnte es mir aber gerade noch so verkneifen, auf den Boden zu Kotzen. Versteinert stand ich da und starrte dieses Ungeziefer an. Ich schickte ein Stoßgebet zu dem da oben. Und scheinbar wurde es erhört, den als das Vieh in dem Spalt zwischen Wand und altem Holzfensterbrett verschwand, konnte ich mich wieder auf Jasper konzentrieren.


Interessiert starrte ich auf den Block und konnte erkennen, das es so etwas wie eine Adresse sein musste. Auf dem Zettel Stand „Hotel Oriental....Over the Top, 20 Uhr... meet Lee...alone...“ da ich die Schrift nicht erkennen konnte, nahm ich an, dass jemand diese Nachricht für James dagelassen hatte.

Ich wusste nicht was man mit Over the Top meinte und sah Jazz verwirrt an. Er erklärte mir knapp, das man damit eine ungemütliche Begegnung am Dach eines Gebäudes meinte, außerdem dass wir uns tunlichst beeilen sollten, und mein Bauchgefühl recht hatte. Er hatte die Worte noch nicht ganz ausgesprochen da bildete sich schon ein Knoten in meinem Magen und zog sich fest zusammen. Mein Gefühl sagte mir, dass es besser wäre, wir würden nicht so viel Zeit verlieren. Ich konnte nur zustimmend nicken und machte am Absatz kehrt und verließ das Zimmer. Im vorbei gehen entdeckte ich, dass eine Schachtel am Kleiderkasten stand und zeigte darauf. Jazz nahm sie vorsichtig herunter und öffnete sie. James hatte hier wohl einige seiner persönlichen Sachen deponiert und ich beschloss diese bei uns im Zimmer aufzubewahren. Wo sie letztendlich gestohlen wurden, war dann auch schon egal. Ich umschlang die Schachtel mit beiden Armen und drückte sie ganz fest an meinen Oberkörper. Schloss kurz die Augen und schwor mir innerlich, dass ich sie James zurück geben konnte, da er den Zirkus hier überleben würde.


Geschwind verstauten wir die Sachen sicher in unserem Zimmer, wenn man es denn so nennen konnte. Jazz reichte mir noch etwas Munition die ich einstecken sollte, zwei kleine Wurfmesser und ein Butterflymesser. Im Nahkampf war ich zwar noch nicht SO die Kampfmaschine, aber wenn es sein musste, konnte ich mich schon ganz gut verteidigen. Man war ich froh den Waffengurt aus dem Schließfach mitgenommen zu haben, an dem ich alles befestigen konnte. Ich legte den Empfänger mittels dem Armband um mein Handgelenk und wählte James Peilsender an. Natürlich wurde er nicht angezeigt, wäre auch zu schön um wahr zu sein, wenn er gerade jetzt unten in diese Möchte-gern-Lobby rein käme, lässig mit der Sonnenbrille auf der Nase, eine weißes Rudershirt am perfekt proportionierten Oberkörper und eine kurze Hose. Erst würden meine Knie weich werden und bevor sie mir weg knicken würden, würde ich auf ihn los rennen, anspringen und so schnell nicht mehr loslassen .Aber das war nur ein kleiner surrealer Tagtraum, der so nicht stattfinden würde, stattdessen riss mich Jazz aus meiner Phantasie, in dem er mich hastig aus dem Zimmer zog.


Als wir auf der Straße ankamen, machte mir das Klima wieder schwer zu schaffen, da ich ja noch immer keine Zeit hatte um endlich eine erfrischende Dusche zu nehmen.. Ich war diese schwüle feuchte Hitze einfach nicht gewohnt, obwohl es mir in Phoenix nie etwas ausgemacht hatte.Er stopfte mich in das Taxi, bezahlte dem Fahrer extra mehr ,damit er so schnell fuhr wie es diese Thailändische Rostlaube nur zuließ . Der Thai stieg vor dem besagten Hotel derartig in die Eisen, dass es mich um ein Haar nach vorne geworfen hätte und ich die Windschutzscheibe zum Ausgang umfunktioniert hätte. Jazz und ich versuchten einigermaßen unauffällig auszusteigen, was sich bei der Ankunft als äußerst schwierig erwies.

Wir betraten die Lobby und nickten dem Portier und dem Rezeptionsmitarbeiter zu. Hofften, dass uns keiner aufhalten würde. Wir gingen zielsicher Richtung Hotelbar und als wir uns sicher waren, dass uns keiner in die Quere kommen würde, bogen wir schnurstracks zu den Fahrstühlen ab.


Als wir endlich den Lift erreichten und die Kabine zum Glück leer war, fuhren wir so weit nach oben, wie nur irgendwie möglich. In diesem Fahrstuhl spielte grausame Fahrstuhlmusik . Genre Ohrenkrebs für alle. Eigentlich sollte ich nervös sein, da das Gerät auf meinem Arm die ganze Zeit schon einen kleinen grünen Punkt anzeigte, der mittlerweile deutlich zu erkennen war je näher wir an das Dach kamen. Ich dankte Gott und allen anderen, dass wir überhaupt im richtigen Hotel gelandet sind und das er scheinbar noch am Leben war, da der Punkt immer hektischer blinkte. Aus irgendeinem mir unbekannten Grund, war ich gar nicht so nervös, sondern hochkonzentriert, dass erste Mal in meinem Leben ging ich professionell genug an eine Sache heran und wusste, WIE wichtig das hier war.

Nach dieser endlosen und qualvollen Fahrstuhlfahrt steuerten wir die Terrasse an, da Jazz vermutete, dass dort der Aufgang zum Dach wäre und er behielt natürlich Recht.Von der Terrasse aus mussten wir über die ehemals weiß gestrichene Feuerleiter bei der schon der Lack abblätterte weiter und ich hoffte inständigst, dass uns keiner den Weg versperren würde. Allerdings hatten wir den Vorteil des Überraschungsmomentes auf unserer Seite, da keiner wusste, dass wir kamen.

Er deutete mir ruhig zu bleiben und keinen Ton von mir zu geben. Absolute Ruhe wäre jetzt das A und O.Ich steckte meine volle Konzentration in diesen einen Moment. Versuchte alles gleichzeitig im Blick zu haben und kletterte mucksmäuschen still hinter Jazz her. Dieser blieb auf der stählernen Leiter so stehen, das er sehen konnte was oben abging. Als er sicher war, das keine nennenswerte und unvorhersehbare Gefahr auf uns wartete, hievte er sich geräuschlos über den Vorsprung aufs Dach und ich kletterte ihm nach.

Auf dem Dach angekommen, versteckten wir uns hinter einer Art Rauchfang der ungefähr 130 cm in die Höhe stand.. Dahinter kauernd nahm ich beide Handfeuerwaffen und schraubte den gerade noch drückenden Schalldämpfer darauf, dann entsicherte sie. Ich hatte bis jetzt erst ein paar Mal beidhändig geschossen, aber selbst wenn ich mit der linken Hand nur jemanden verletzten würde, würde das reichen. Vorsichtshalber arbeiteten wir immer mit einem Schalldämpfer, man wusste ja nie, wer aller zuhörte. Jasper deutete mir mit einem Nicken an Ort und Stelle zu bleiben und zeigte mir, dass er sich hinter dem anderen Rauchfang verstecken würde. Noch bevor ich nicken konnte, hatte er schon seine Position gewechselt und ich staunte nicht schlecht. Er war verdammt schnell.

Auf mehr als nur leisen Sohlen begab ich mich an die Kante und schaute vorsichtig um die Ecke. Das was ich dort sah. ließ mir regelrecht das Blut in den Adern gefrieren. James kniete auf dem Boden und man konnte sehen das sich eine feine Blutspur über seinen Rücken zog. Erst wollte ich aufschreien, loslaufen und den Kerl der locker etwas breitbeinig vor ihm stand einfach über den Haufen schießen, doch dann sah ich noch weitere 5 Männer auf diesem Dach stehen. Fieberhaft überlegte ich, wie ich am Besten an James heran kommen könnte, ohne das er noch mehr verletzt werden würde, als er ohnehin schon war.

Mir fiel nur eines ein. Jazz und ich mussten erst die 5 anderen ausmerzen! Das allein war schon eine Herausforderung. Selbst wenn Jazz und ich unbemerkt 4 von denen gleichzeitig abknallen könnten, müsste jemand diese Thai -fratze im Armani Anzug erwischen ohne das der Kerl vor James etwas mitbekam. Kurzfristig machte ich mir Gedanken ob ich psychisch in der Lage wäre, jemanden zu töten, bis ich James schreien hörte. In diesem Moment schickte mein Hirn einen stechenden Schmerz über meine Nervenbahnen. Der große, etwas schlaksige Kerl der augenscheinlich nur so wirkte als wäre er schlaksig, da er unter diesem piekfeinen Anzug doch einiges an Muskeln versteckte und mit bronzefarbenen verwuscheltem Haar, hatte James gerade seine zur Faust geballte Hand mitten ins Sonnengeflecht geknallt.

Soweit ich es von hinten beurteilen konnte, war James schon an mehreren Stellen verletzt. Als er erneut aufschrie, zerriss es mir fast mein viel zu schnell schlagendes Herz. Er ließ seinen Kopf nach vorne hängen und versuchte sein schmerzverzerrtes Stöhnen zu unterdrücken. Ich spürte den Schmerz so intensiv als wäre diese Faust in mich hinein geknallt.

Jazz wartetet geduldig, bis ich mich wieder unter Kontrolle hatte, aber je länger ich diesem Szenario vor mir folgte, umso mehr sah ich Rot. Wie damals bei Aro im Büro legte sich eine Art rotes Tuch über meinen Verstand und ich schaltete instinktiv in den Killermodus.

Mit beiden Fingern am Abzug gab ich Jazz das Zeichen, dass wir angriffen. Zum Glück verstanden wir uns stumm. Das hätte ich nicht gedacht, aber das viele und ausdauernde Training mit Emmett machte sich tatsächlich bezahlt. Absolut geräuschlos und geduckt, schlichen wir uns genau zwischen jeweils zwei von diesen muskelbepackten Lackaffen. Ich vermutete, dass dies die Bodyguards von dieser Armani Thai-Fratze waren.

Sie hatten uns noch immer nicht bemerkt und ich rechnete mir große Chancen aus, dieser Thai-Fratze eher die Pistole an die Schläfe zu pressen, als das dieser Pumuckelverschnitt da reagieren konnte. Innerlich zählte ich bis 3, öffnete meine zuvor geschlossenen Augen und gab Jazz das Zeichen, dass ich bereit war. Wir drückten beide gleichzeitig die Abzüge und noch bevor die Kugeln sich ihren weg zu ihren „noch“ menschlichen Ziele bahnten, reagierte ich instinktiv und das mit der Grazie einer Raubkatze und der ebenso ungewohnten Geschicklichkeit war ich geräuschlos auf den Weg zu dieser Thai-fratze.

Jasper visierte so gut es ging seine beiden und meine beiden Gegner an, für den Fall das einer von uns nicht getroffen hatte, allerdings saßen meine beiden Schüsse genau da, wo Emmett es mir beigebracht hatte. Zielsicher zwischen den Augen. Hätten wir mehr Zeit gehabt, wäre ich jetzt ein bisschen Stolz auf mich gewesen. Da das mein erster Mord war, und ich ihn mit bravour bestanden hatte. Da diese Thai-Fratze ein Stückchen kleiner als ich war, lag sein Hals gut in meiner Armbeuge und so konnte ich ihn in einem festen Würgegriff halten.

Eine meiner Waffen lag auf seiner Schläfe. Seine Augen weiteten sich und augenblicklich schoss ihm sein ekeliger Schweiß aus allen Poren. Er roch nach ekeligem Jasminreis gepaart mit ordinärem Angstschweiß. Ich hoffte inständig, dass er sich nicht genau so in die Hose machen würde, wie Phil, aber ich hatte Glück, er war es wohl doch schon gewohnt so behandelt zu werden.Jazz war sich mittlerweile sicher, dass die vier Tot waren und visierte den schlaksigen Typen an.

Er war scheinbar so beschäftigt damit gewesen, James zu quälen, dass er uns bis jetzt noch nicht bemerkt hatte. Einzig allein James hatte mich gesehen und der schaute mich mit großen Augen an, ließ sich aber sonst kaum etwas anmerken. Ich wusste, dass er gerade mit dieser Situation nicht fertig wurde. Er war der letzte der mich so sehen wollte.

Ich pfiff durch die Zähne und der wirre Haarschopf drehte schnell den Kopf zu mir um und fluchte.
Ich packte den Thai etwas fester und fragte ihn mit gepresster Stimme, wer er den sei. Erst weigerte er sich, aber nachdem ich etwas mehr Druck mit der Waffe ausübte, kam ein jämmerlich gewinseltes „Lee“ über seine Lippen.
„Na gut Lee, also mein Name ist Bella und ich wünschte wir hätten uns unter besseren Umständen kennengelernt. Meinst du nicht auch, dass es ein bisschen unfair ist, zu 6. auf einen alleine loszugehen? Sag diesem Haarchaoten da vorne, dass er 10 Schritte von James weg gehen soll und das ganze etwas plötzlich. Du hast ja gesehen, wie gut wir treffen, oder soll ich es dir noch mal demonstrieren?“ säuselte ich in sein Ohr.

Lee stöhnte gequält auf und japste in die Richtung des Haarchaoten: „ Edward, vai para trás! AGORA „ Es hörte sich für mich an wie portugiesisch; nur verstand ich nicht so genau, wieso ein offensichtlicher Thailänder in Bangkok ausgerechnete Portugiesisch sprach.

Der Kerl, den er Edward rief, drehte sich schlagartig um und grinste mich dümmlich an. Jazz machte sich nicht wirklich die Mühe vorsichtig zu sein und sprintete zu James hinüber, der das ganze Szenario verblüfft mit ansah. Jazz versuchte, während er die Waffe auf diesen Kerl vor mir richtete, James aus der Schusslinie zu bringen, was ihm mehr schlecht als recht gelang. Ich hatte gerade große Lust, diesen Lee einige meiner Kugeln zu verabreichen und überlegte kurz, ob das irgendwelche Auswirkungen für uns hätte, da wir aber sowieso schon voll in der Scheiße saßen, war es eigentlich fast schon egal.

Ich drückte den Abzug einmal, zweimal und ein drittes Mal ab. Lee röchelte noch ein paar mal und ich spürte ,wie die warme nach Rost riechende Flüssigkeit aus den Einschusslöchern geschossen kam. Scheinbar hatte ich einige große Gefäß getroffen, so das er in Strömen verblutete, aber er war scheinbar so schwer genug verletzt, dass er seine letzten Atemzüge schnell getan hatte. Ich murmelte ein leises „Adeus“
Jazz, James und dieser Edward starrten mich entsetzt an, als hätten sie einen Geist gesehen. Ich lies den toten und zum Großteil ausgebluteten Körper fallen, wie eine heiße Kartoffel und stieg über ihn hinweg. Dieser sogenannte Edward stand schief grinsend da, schaute mich an und murmelte etwas von „Surpresa“ und „nao real „Seine Worte nahm ich nur hintergründig war, da ich für einen Moment vergaß, dass mein potenzieller Feind vor mir stand, weil ich in seinen strahlend grünen Augen versank. Mit meinen dürftigen Sprachkenntnissen konnte ich gerade noch soviel verstehen, dass er so etwas ähnliches, wie großartig und nicht real gesagt hatte, aber ob das auch so wirklich stimmte, da war ich mir nicht sicher
Ich fand ihn in der Tat faszinierend. Konnte mich aber noch gerade so losreißen, dass ich ihn genervt ansehen konnte, um diesem Typen bissig mitzuteilen, dass er besser Englisch mit mir sprechen sollte, da ich ihn so dann auch verstehen könnte!

„Bella, also huh ?“ meinte er in tadellosem Englisch, sich leicht über mich lustig machend. Er machte einen Schritt auf mich zu, doch ich gab ihm zu verstehen, dass es besser für ihn wäre, stehen zu bleiben.
„ Ja Bella! Warum ist der Name zu schwierig für dich? Soll ich ihn dir aufschreiben?“
„Ne danke geht schon, vier Buchstaben merke ich mir meistens gerade noch so.“ er machte noch einen Schritt auf mich zu.
„Bleib besser stehen, wo du bist, wir wollen ja nicht, dass es dir so ergeht, wie den Überbleibseln da am Boden oder? Und im Übrigen....meinen Namen schreibt man immer noch mit 5 Buchstaben, du Leuchte.“ er machte noch zwei Schritte auf mich zu, ich legte die Waffen ernsthaft an und zielte auf seine Schulter. „Einen Schritt noch und ich schwöre, das es dir verdammt wehtun wird.“ ermahnte ich ihn, abwartend was er jetzt tun würde.

Dieser arroganter Vollpfosten, lachte heißer und bewegte seinen Körper einen weiteren Schritt auf mich zu.. Ohne zu überlegen, drückte ich auch schon ab. Ich sah die Kugel, quasi in Slow Motion, aus dem Lauf der Waffe kommen, sich drehend den Weg zu Edward zu bahnen und als er zusammen zuckte wusste ich, sie hatte ihr Ziel erreicht. Eigentlich wollte ich ihn unter keinen Umständen treffen. Als ich jedoch sah, dass es nur ein Streifschuss war, war ich zwar erleichtert, aber seine blöden Sprüche hätte er sich echt Schenken können.


„Sag mal bist du bescheuert?“ fauchte er mich an, während er sich mit der Hand an die verletzte rechte Schulter griff. „ Ach komm schon stell dich nicht so an... bist ja kein Mädchen oder doch? Der kleine Streifschuss kann dir ja noch nicht mal richtig weh tun“ verdrehte ich genervt die Augen und wartete ab.
Er richtete sich aus seiner Leidens Pose wieder auf „ Wie du die beiden Affen da treffen konntest ist mir bis jetzt ein Rätsel, weil aus der kurzen Distanz mich zu verfehlen, ist entweder echt ungeschickt oder Absicht. Wenn es Absicht war, fühle ich mich geehrt“

„Jetzt wo du es so sagst ...vielleicht sollte ich es mir doch anders überlegen und dir ein nettes Plätzchen bei deinem Lee herrichten? Wie fändest du das?“meinte ich betont gleichgültig. Ich visierte den imaginären Punkt genau zwischen seinen perfekt gezupften Augenbrauen an und wartete erst mal ab, was er tun würde. James zog scharf die Luft ein und Jazz legte ihm die Hand auf die Schulter, um ihn zu beruhigen.

„Nee lass mal ,er war immer schon eher der Einzelgänger, also denke ich, er wäre nicht so erfreut, wenn er ausgerechnet seinen letzten Weg mit mir gehen müsste. So dicke waren wir dann doch nicht mit einander“ scheiße, da war es schon wieder dieses Knie erweichende schiefe Grinsen. Er bewegte meinen Körper zu Reaktionen, die ich so nicht zulassen konnte. Deshalb gab ich Jazz zu verstehen, dass er kurz auf ihn achten sollte damit ich zu James konnte.

Jasper übernahm und ich legte den kurzen Weg zu James zurück. Vorsichtig ging ich vor ihm in die Knie, aber als ich ihm jedoch die Hand auf die Schulter legen wollte, zuckte er zurück. Ich schob es auf den Schock und erklärte ihm, dass alles wieder gut werden würde. Als ich versuchte, ihm in die Augen zu sehen, drehte er seinen Kopf fast schon angewidert von mir weg. Ich verstand, was er mir damit sagen wollte. Traurig stand ich wieder auf und übernahm diesen Chaoten wieder. Jazz schickte ich mit James zurück ins Hotel.

Jasper wollte erst nicht gehen, aber als ich ihm versicherte, dass ich mit dem da alleine zurecht kommen würde, half er James hoch und schleppte ihn zur Feuerleiter. Nun stand ich also mit diesem Chaotenkopf auf diesem verschissenen Dach mitten in Bangkok. Mir war heiß, ich war müde und dieses Szenario war zwar zeitweise äußerst interessant, aber irgendwann war es dann genug. Als Edward, nun wissen wollte, was nun weiter passieren würde, riss mir aus irgendeinem Grund der Geduldsfaden, auch wenn ich vorhin gerade gar nicht so pissig war.


„ Was und nun? Du fragst mich ernsthaft UND NUN? Ich sag dir was wir jetzt machen, eigentlich sollte ich dich genau so zurichten, wie du und deine Kotzbrocken von Primaten James zugerichtet habt, da du mir aber vermutlich körperlich im Nahkampf überlegen sein wirst, kann ich dich, maximal zu Hades schicken, wobei der auch nicht unbedingt von deiner Anwesenheit erfreut sein wird. Merke dir einfach für die Zukunft ,dass du einem Mitglied des Volturi-Clans besser nicht mehr in die Quere kommst! Hast du das verstanden, Edward?“Als ich mit meiner direkten Ansage fertig war, grinste er verschmitzt und öffnete einen Knopf seines Hemdes.
„Wir können es mit dem Nahkampf gerne mal versuchen, aber warte kurz.....“ er fixierte mich mit seinen grünen Augen, aber ich konnte meinen Blick nicht von seinen Hemdknöpfen abwenden, da er sie jetzt alle langsam öffnete mit der total logischen Erklärung, dass er sich ja das Hemd nicht schmutzig machen wollte. Dass das Hemd von oben bis unten mit Blutflecken übersät war, ignorierte ich einfach. Als er bei der Mitte ankam, sprang das Hemd ein Stück auf und sein ziemlich perfekter Oberkörper kam zu Vorschein, mir blieb zum Glück die Spucke weg, denn sonst hätte ich mich hier an Ort und Stelle angesabbert.

Natürlich bekam er mit, dass ich mich gerade auf nichts anderes, als auf seinen Oberkörper konzentrieren konnte und begann langsame Schritte auf mich zu zu machen. Sogar beim gehen sah er aus wie die personifizierte Perfektion. Langsam setzte er eine Schritt vor den anderen und glich dabei eher einem sich heranpirschendem Panter als einem Menschen. Die gut ausgeprägten Beinmuskeln zeichneten sich deutlich durch den dünnen Stoff der Hose ab, sein Oberschenkelmuskel war bei jedem Schritt mehr als nur deutlich zu sehen, wenn ich nicht so auf seinen Oberkörper fixiert gewesen wäre, dann wäre mir bei diesem Anblick mit Sicherheit die Kinnlade nach unten gefallen. In der Sonne sah ich, wie die kleinen Schweißperlen glitzern und feine Bahnen über seinen Oberkörper zogen, meine Augen folgten den gleichmäßigen Bewegungen seiner Oberarmmuskeln beim Knöpfe öffnen. Ich hatte noch nie jemanden auf diese Art und Weise ein Hemd ausziehen gesehen...es war so faszinierend! Er war so atemberaubend

Als er bei mir ankam, hatte er kein Hemd mehr an, mein Verstand brüllte mich unaufhörlich an, dass es besser wäre, wenn ich langsam wieder beginnen würde, mitzudenken und vor allem dieses Kaspertheater vor mir stoppen musste. Ehe ich reagieren konnte, stand er schon vor mir. Schief grinsend nahm er meine freie Hand in seine. Diese Berührung durchfuhr mich intensiver als die von James. Mir wurde trotz dieser unmenschlichen Hitze kalt und dann gleich wieder heiß. Gleichzeitig lief mir die Gänsehaut über den gesamten Körper. Mein Verstand schrie Alarm, als er dann auch noch meine ausgestreckte schweiß nasse Hand auf seine durch trainierte Brust legte, da konnte ich nicht mehr und japste nach Luft. Mir stockte der Atem und mein Herzschlag erhöhte sich rapide. Es galoppierte nur so dahin. Ich wusste nicht woran ich als erstes denken sollte, an einen Autobus voll mit Heizdecken- Kaffee- und-Teetrinkenden-Senioren auf Tagesfahrt oder ob ich meinem Hirn, diese Situation gönnen sollte. Vor lauter angestrengtem nachdenken und Fassung bewahren, bekam ich schreckliche Kopfschmerzen. Im Moment litt jede Faser meines Körpers unter dieser Berührung, selbst wenn er mir das thailändische Telefonbuch vorgelesen hätte, wären das die schönsten Worte gewesen die ich jemals gehört hatte.

Seine bloße Erscheinung vor mir, machte mich einfach nur Wahnsinnig. Ich konnte meinen Blick nicht von ihm nehmen, zu fesselnd war der seine. Langsam beugte er sich vor und legte seinen Kopf leicht schief, mein Herz begann schon wieder schneller zu pumpen, wenn das so weiter ginge, dann kapitulierte es demnächst. Ich spürte seinen warmen feuchten Atem ganz nah an meiner Haut. Als sich gerade die Gänsehaut erneut ausbreitete, versuchte mein Verstand wieder die Herrschaft an sich zu reißen. Es gelang ihm mehr oder weniger. Ihn jetzt einfach weg zu stoßen, wäre die einfachste Möglichkeit, aber ich wollte die Berührung noch nicht lösen.


Ich spürte den Schmerz, den ich gefühlt hatte als ich James Brief in der Hand hielt, als er gegangen war, wie sauer ich war, als ich ihn in dem Haus nicht vorfand und wie erschrocken ich war, was Edward mit ihm angestellt hatte. Meine verloren gegangen Wut kam plötzlich wieder und ich wollte ihm wenigstens einen kleinen Teil an Schmerzen zurück geben von denen die James ertragen musste. Seine vollen und überaus schön geschwungenen Lippen waren den meinen unglaublich nahe, ich hätte nur einen Zentimeter vor gehen müssen. Instinktiv glitt meine Hand, die ja auch noch immer auf den Sinnbild eines männlichen Oberkörper lag, hoch zu seiner Tätowierung, die ein portugiesischer Schriftzug war. Jeden einzelnen Buchstaben zog ich mit meinem Finger langsam nach. Edward schloss die Augen und ein heiseres Stöhnen entkam seiner Kehle. Allein dieser Laut brachte meine Knie wieder zum weichwerden, doch ermahnte ich mich endlich zur Besinnung zu kommen. Ich lies meine Hand weiter zu seinem Hals hoch gleiten und versuchte so viel Schweiß auf meinen Finger aufzunehmen wie es mir nur möglich war. Langsam und zärtlich fuhr ich über sein Schlüsselbein, über die Schulter und je mehr ich ihn berührte, um so mehr knurrte er.

Gemächlich bewegte ich meine Finger hinunter zu seiner Wunde. Ohne das er damit rechnete, hatte ich ihm meinen Finger mit seinem Schweiß plötzlich und fest auf seine Wunde gelegt. Sein knurren wurde zu einem schrillen lauten Schrei. Ruckartig prallte ich gegen die kleine Mauer hinter mir und schlug mir mein Steißbein an.

Es tat so abscheulich weh, dass ich mir fluchend die Stelle hielt

„Sag mal bist du total bescheuert? Ich mein, was frag ich überhaupt noch? Du kannst einfach nicht alle beieinander haben!“ fauchte er wütend. Ich lachte und machte einen Schritt auf die Seite, um an ihm vorbei zu gehen. Langsam bewegte ich mich provokativ, mit wiegenden Hüften an ihm vorbei, zwinkerte ihm noch zu und wünschte ihm noch ein nettes und aufregendes Leben.

Ich teilte ihm noch mit nasaler arroganter Stimme mit, dass ich es ihm wünschen würde, dass er mir sobald nicht mehr über den Weg läuft, denn das würde dann mit Sicherheit anders ausgehen. Erst starrte er mir nur hinterher und dann rief er mit vor Zorn bebender Stimme, dass wir hier noch nicht fertig waren, was mich aber nur ganz beiläufig interessierte. Ich hob meine Hand und streckte alle Finger aus,. und forderte ihn auf, sich einen Finger auszusuchen, da jedoch nach kurzer Zeit noch immer keine Antwort von ihm kam, da er da stand, wie Nemo auf dem trockenen, half ich etwas nach und zeigte ihm gleich den Stinkefinger.

Das musste sogar er kennen, immerhin war das quasi multilingual. Das verstanden sogar so ein sexy hormon gesteuerter primitiver, portugiesisch sprechender Primat wie er. Seine Reaktion wollte ich nicht mehr abwarten und begann die Feuerleiter hinabzusteigen. Während ich vorsichtig die Leiter hinunter stieg hörte ich ihn noch immer Fluchen und Schreien. Dieser äußerst anziehende, aber endlos eingebildete arrogante Gockel, war wohl sehr in seiner Ehre verletzt. Vermutlich hatte er erwartet, das ich ihm unwiderruflich und hoffnungslos verfalle, und das in dem Moment, wo ich ihn sehen würde, aber naja, ich mein man musste schon zu geben, dass es einem sehr schwer fällt, in seiner Gegenwart, auch nur noch einen klaren Gedanken zu fassen.


Vorsichtig stolperte ich den Weg wieder zurück und als ich mehr oder weniger unbemerkt aus dem Hotel hinausgekommen war fragte ich mich, welchen Weg Jazz genommen hatte, da ich keine Spuren entdecken konnte. Mein Körper schmerzte, langsam versickerte das Adrenalin in meinem Körper und das Geschehene, verursachte mir nicht nur Kopfschmerzen. Jeder einzelne Knochen und jeder Muskel schmerzte, als die Anspannung nachließ. Meine letzten Kraftreserven waren aufgebraucht. Erschöpft riss ich den linken Arm in die Höhe und bemerkte, dass ich noch immer die Waffe in der Hand hielt. Schnell riss ich die Hand wieder herunter, ließ sie in meinem Hosenbund verschwinden und winkte erneut um ein Taxi. Prompt blieb eines stehen und ich stieg ein. Fix und fertig sackte ich zusammen.

Gedankenverloren saß ich in dem Taxi zurück zu der Kakerlaken verseuchten Bruchbude von Hotel. Ich musste unbedingt nach James sehen und schob Edward in den hintersten Teil meines Kopfes. Endlich beim Hotel angekommen, bezahlte ich den Fahrer, lief in das Gebäude und stürmte die Treppen hoch. Auf den alten lahmen Aufzug wollte ich nicht auch noch warten. Ich vermutete, dass Jazz ihn zu uns ins Zimmer gebracht hatte, da seines ja unbewohnbar war.

Ich stürmte in des Zimmer und schaute in den Lauf einer Sig Sauer.
„Scheiße Jazz nimm die Knarre runter! Bin nur ich “ piepste ich erschrocken. Langsam nahm er den Lauf aus meinem Gesicht und ich schob ihn einfach zur Seite, damit ich zu James konnte, der mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Bett lag. Man konnte erkennen, dass ihm der Schweiß nur so in Sturzbächen aus den Poren lief. Ich vermutete er hatte Fieber. Er drehte den Kopf unruhig hin und her. Unruhig schlafend, verarbeitete er wohl die letzten paar Stunden. Ich schlich zu seinem Bett und setze mich zu ihm auf die Seite. Meine Hand streckte ich zitternd aus und berührte sein Gesicht. Ein leises heiseres Krächzen, das sich anhörte, wie mein Name, kam über seine aufgesprungen Lippen. Als er die Augen aufschlug, seinen Kopf in meine Richtung drehte, seufzte ich erleichtert. Doch als sein Blick plötzlich finster wurde, zog sich mein Magen urplötzlich zusammen.
„Verschwinde Isabella. Geh weg. Ich wollte dich vorher nicht hier haben und ich will dich auch jetzt nicht hier haben!“ flüsterte er durch zusammengebissenen Zähne. Da gefror mir das Blut in den Adern. Was hatte ich nun schon wieder falsch gemacht. Ich hatte ihm den Arsch gerettet, war ihm um die halbe Welt gefolgt und hatte mich in Sachen eingemischt, von denen ich die Tragweite noch nicht mal abschätzen konnte und jetzt schickte er mich weg? Ich verstand seine Reaktion nicht, dass konnte nicht sein Ernst sein. Ich hatte alles nur für ihn getan. Traurig schaute ich ihn an, doch er drehte, wie schon zuvor auf dem Dach, sein Gesicht weg und starte auf den dreckigen Zimmerfußboden.

„Schau mich verdammt noch mal an, wenn ich mit dir reden will. Erst verkriechst du dich in einem Haus am Meer, dann nimmst du einen Auftrag, an wo du, wie wir ja gesehen haben ziemlich in der Scheiße gesteckt hast, dann rette ich dir deinen verdammten Arsch und du ignorierst mich. Willst mich nicht sehen und schickst mich weg? Sag mal was ist los mit dir?“ fuhr ich ihn unsanft an. Er schwieg jedoch. Immerhin schaute er mich an, aber er schwieg. Brachte kein verschissenes Wort über seine vollen Lippen. . Sein Gesicht sah verheerend aus. Offene und blutende Lippen, über seinem Auge klaffte eine große Platzwunde. Beide Augen waren zugeschwollen, dieser Scheißkerl hatte volle Arbeit geleistet. Auf seinem Brustkorb bildeten sich langsam blutunterlaufene Flecken die eine beängstigende Größe erreichten Mein Blick ließ ich immer und immer wieder über ihn gleiten, jede einzelne Verletzung fügte mir gleichermaßen starke Schmerzen zu. Ich konnte jede einzelne intensiv spüren. Zu den physischen Schmerzen fügte er mir auch noch mit seiner Art psychische Schmerzen zu. Ich wollte ihn am liebsten zum nächstbesten Arzt bringen, aber hier in Bangkok wäre dies sein Todesurteil. Außerdem würde er sich nicht von mir helfen lassen.

Jazz räusperte sich und fühlte sich sichtbar unwohl. „ Es wäre besser, wenn du gehen würdest. Am besten wäre es, wenn du schon zurück reist. Aro wartet sicher sehnsüchtig auf den Bericht. Immerhin hast du Lee...“ unterbrach er sich selber, da wir sehen konnten wie James sich allein bei den bloßen Gedanken daran verkrampfte. Sein schmerzverzerrtes Gesicht machte mir Angst. Eigentlich bräuchte er einen Arzt. Ich vertraute auf Jazzs Urteil, dass sie es bis London schaffen würden. Damit das ich vor ihnen abreisen sollte, war ich nicht einverstanden, aber was blieb mir denn schon anderes über. Beleidigt, wie ein Schulmädchen stampfte ich los, um mir meine versteckten Sachen hervorzuholen. Ich verabschiedete mich von Jazz und schaute bevor ich den letzten Schritt aus dem Zimmer trat, noch einmal zu James hinüber. Schnell wendetet er den Blick ab, aber die Tränen in seinen Augen konnte ich noch sehen.




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So liebe Leute groß und klein, das war es für diese Woche
Hier IST er nun euer Ward.
Wir freuen uns schon auf zahlreiche Kommentare

Knutsch Keks&Co

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