Donnerstag, 21. Juli 2011

@work.....oder 2 Stück Zucker, einen Schuss Milch und das ganze flott

Schweißgebadet fuhr  ich in die Höhe. Ich schaute mich in meinem Zimmer um und versuchte mich zu orientieren. Ich betete zu Gott, Allah und zu allem anderen was mir  in diesem Moment eingefallen war, dass ich mich nicht in Phoenix  befand. Das ich nicht in der Nähe von Phil war. Meine Kehle  fühlte sich unglaublich trocken und rau an, als ob hätte ich die Nacht durch geschrien hätte. Mein Atem  kam schwer und stoßweise. Ich wischte  mir den Angstschweiß mit meinem Kissen ab. Panisch suchte ich alles  ab, als ich spürte wie mich zwei nackte starke Arme eng umschlangen. Ich bekam schreckliche Angst. Das aber der Besitzer der Arme gleichzeitig versuchte mich mit leiser und sanfter Stimme zu beruhigen, bekam ich noch nicht mal mit. Verzweifelt versuchte ich mich zu befreien und fing an um mich zu schlagen, doch die Umarmung war stärker. Die Stimme redete einfach weiter auf mich ein.

„Shhht Bella……. ist schon gut. Beruhige dich.......alles wird gut. Ich bin ja da......Shhht“ flüsterte die Stimme zu mir und es half. Ich beruhigte mich tatsächlich! Dennoch zog ich meine Knie an und umarmte mich selber. Das hat früher schon immer geholfen, da war auch nie einer da und hat mich gehalten! Jetzt tat es so gut und ich brauchte das auch jetzt. Ich ließ meinen Kopf auf seine Brust sinken und er zog meinen Körper noch enger an sich heran. Er wiegte mich hin und her und streichelte mir dabei sanft über den Kopf. In dem Moment war er Alles für mich, er gab mir ein Zuhause, gab mir den so dringend benötigten Schutz, den ich seit jeher verzweifelt suchte.

So langsam dämmerte mir , zu wem die Arme gehörten und im ersten Moment wollte ich ihn weg stoßen und rausschmeißen, aber dann entschied ich mich dagegen. Mein Abwehrmodus war nicht so stark, wie der Teil von mir, der in Sicherheit gehalten werden wollte. Ich war noch immer total verkrampft und krallte die Finger in meine Arme, sodass es eigentlich schon hätte schmerzen müssen, nur ich spürte mich selber nicht mehr richtig. Meinen Körper von meinem Geiste trennend versuchten beide über  diese Situation  Herr zu werden um sich danach wieder zu vereinen um die toughe, freche und kratzbürstige  zu mimen, die ich immer darstellte. Nur das war für mich der einzige Weg wie ich damit umgehen konnte.

Den Kopf von seiner Brust lösend schaute ich hoch, um James anzusehen. In seinem Blick lag kaum Mitleid, sondern  eher aufrichtige Besorgnis und Traurigkeit.
Sorgte er sich etwa ernsthaft um mich? Jetzt gerade war es mir aber einfach nur egal.
Als ich Anstalten machte mich wieder hin zu legen ließ er mich los und wollte gehen, aber ich hielt ihn an der Hand fest. Ich drückte seine Hand und zog  ganz sachte daran. Gab ihm zu verstehen, dass er mich hier nicht allein lassen sollte und so schoben sich seine Arme unter meinen Körper und hoben mich mit einer selbstverständlichen Leichtigkeit, einfach ein Stückchen auf die Seite und er deckte mich wieder zu. Er selber legte sich vorsichtig neben mich und schlang die Arme um mich und zog mich ganz nah zu sich.  Seinen Kopf legte er in der Mulde zwischen meinem Kopf und meiner freien Schulter ab.  Ich spürte seinen warmen Atem an meiner Haut und nahm einen leichten Hauch von Minze wahr.Er musste sich gerade erst die Zähne geputzt haben. Er summte eine Melodie, die mir so verdammt bekannt vorkam. Sie erinnerte mich an die Zeit, wo ich noch jedes Wochenende bei Granny untergebracht war. Sie hatte mir auch immer alle erdenklichen Lieder vorgesungen und vorgespielt. Am liebsten hatte ich diese Spieluhren von ihr. Langsam dämmerte es mir, dass ich diese unverkennbare einzigartige Melodie wirklich von Granny kannte. Mit dieser Erkenntnis im Kopf, der Melodie in meinem Ohr und den Armen die mich hielten, konnte ich mich langsam beruhigen. Der Knoten im Magen löste sich auch langsam wieder. In diesem Moment war er einer der Ersten Menschen, dem ich seit langem wieder vertraute, ich wusste nicht wieso, aber er stellte gerade das dar, was meine Eltern nie für mich waren. SCHUTZ !!Meine Mutter , die mir eigentlich Halt und Hilfestellung geben sollte, war ihr ganzes Leben nur mit sich allein beschäftigt. Renee bekam nur selten mit was los war. Mein Vater, zu dem ich damals wollte, als Mom mit Phil ankam, wollte mich nicht bei sich haben, weil er sich gerade ein Leben mit einer Sue aufbauen wollte. Erst als Renee ihm ein schlechtes Gewissen einredete,weil er sich nicht um mich kümmerte, hatte er eingewilligt, aber da war es schon zu spät. Alles war da schon zu spät. Mein Leben sollte nicht bei ihnen stattfinden. Mein Hass auf beide war so unermesslich  angestiegen, dass ich nur noch weg wollte. Jedes Leben ohne Sie, war ein gutes Leben. In meinen Innersten wusste ich, dass ich es irgendwann schaffen würde, dieses eine Erlebnis alleine zu verarbeiten.

All die Probleme die James und ich miteinander hatten und bestimmt wieder und immer wieder haben werden würden, waren im Moment egal. Er war jetzt einfach nur für mich da, hielt mich fest, beruhigte mich und gab mir Schutz. Meine rasante Atmung ging langsam in eine gleichmäßige und ruhige Atmung über. Meine Erinnerungen und meine Gedanken traten in den Hintergrund und ich  fiel ich in einen tiefen ruhigen Schlaf.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte war er schon nicht mehr da. Ich fühlte mich seltsam. Aufgebracht, weil er nicht gewartet hatten bis ich aufwachte. Ich war traurig weil er weg war und beschämt, weil ich nie wollte, dass mich jemand in so einer Situation finden würde. Dennoch war ich auch gerührt, dass er für mich da war. Träge schleifte ich mich in mein Badezimmer um zu duschen . An solchen Tagen wäre so ein Förderband für Menschen, wie man sie auf den Flughäfen manchmal sah, gar nicht mal so schlecht.
Nach einer viel zu heißen Dusche  sprang ich in irgendwelche Klamotten und eilte runter zu Garage.

Ich hatte wieder auf Tagesordnung umgeschaltet. Die Nacht war vorbei und  die nächste würde noch früh genug beginnen und ich konnte und wollte es nicht zulassen, dass diese Erinnerungen mir auch noch die Tage nahmen. Es reichte doch schon, wenn sie meine Nächte beherrschten.

Da ich mich wie immer nicht entscheiden konnte welches Auto ich nehmen sollte, überließ ich es dem Zufall. Mittlerweile hatte ich einen Code-gesicherten Schlüsselkasten in der Garage installieren lassen, da mich diese vielen Schlüssel, zusammen an einem Bund, nervten. Ich fasste hinein und nahm die erstbeste Fernbedienung in die Hand, drückte das kleine Knöpfchen und die Blinker von dem mattschwarzen Audi leuchteten kurz auf. Automatisch verdrehte ich die Augen, während ich Aro verfluchte. Großkotzig hatte er mir einen kleinen Stadtflitzer versprochen, aber bis jetzt war er noch immer nicht da. Ich musste mich endlich überwinden etwas Motorrad fahren zu üben, da ich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gefahren war.

Vor Volturi³-Enterprise ging ich so stark in die Eisen , dass man verbranntes Gummi riechen konnte und schmiss den Portier den Schlüssel zu, während ich ausstieg. Besagter lief mir nach und wollte wissen was er damit machen sollte. Ich drehte mich um und meinte frech:“ Versuchen Sie es mal mit EINPARKEN oder wollen Sie einen Stau verursachen?“ Dann zwinkerte ich dem armen Mann auch noch zu und lies ihn einfach stehen. Er rief mir nach, dass er mich abschleppen lassen würde, woraufhin ich nur meinte , dass er das dann mit meinem Vater - Aro Volturi -  ausmachen solle, denn der würde das sicher geil finden, wenn man den Wagen seiner Tochter abschleppen lies. Die Empfangsdame wusste nicht so genau was sie jetzt als Erstes machen sollte. Mich begrüßen,  oder den Portier zur Contenance  rufen. Sie entschied sich für letzteres und  schrie ihm scharf zu, dass er diesen verdammten Wagen einparken solle und das ganze ziemlich zügig und lief mir dann schnell hinterher.

„Miss Volturi, schön sie endlich hier mal persönlich begrüßen zu dürfen. Mein Name ist Chelsea, wenn sie etwas brauchen scheuen Sie sich nicht sich an mich zu wenden.  Darf ich sie  dem Boss melden?“  fragte sie mich unterwürfig.
„Nein passt schon, ich finde schon den Weg, Danke.“ versuchte ich sie abzuwimmeln. Chelsea blieb verdattert stehen, holte dann aber schnell wieder zu mir auf, um mir begreifbar zu machen, dass es keine sonderlich gute Idee sei, in Aros Büro zu hineinzuplatzen. Nur war es mir egal. Es machte sie auch nicht sonderlich stutzig, dass ich mich nicht von ihr aufhalten ließ. Ich stand irgendwann dann endlich vor seinem Büro, holte kurz Luft und klopfte an. Man hörte ihn sofort fluchen, was den nun schon wieder sei und ob man hier nie seine Ruhe hat, wenn man danach verlangte. Ich lehnte mich locker in die mittlerweile geöffnete Tür und hörte der Schnepfe  Chelsea zu, wie sie versuchte ihm zu vermitteln, dass sie wirklich alles getan hätte, um mich aufzuhalten.

Er winkte nur ab und murmelte:“ Glauben Sie mir Chelsea, wenn Bella wo hin will, dann können sie  nur eines machen und zwar sie am besten freiwillig durch lassen, da alles andere sowieso sinnlos wäre. Seien Sie bitte so gut und bringen sie uns zwei Kaffee!“. Chelsea nickt eifrig und ich wollte ihr schon den Kopf tätscheln und warten, ob sie auch gleich damit anfing, Männchen  zu machen und mit dem Schwanz zu wedeln. Aber ich hielt mich zurück.

Als sie dann endlich zur Tür hinaus war und ich sie geschlossen hatte,bevor sie es tum konnte, nahm ich in einem der weichen großen Sessel Platz.  Aro starrte mich an, Zornfalten bildeten sich auf seiner Stirn und da  wusste ich, dass ich mir gleich was anhören konnte. Und ich sollte Recht behalten.


Mit hervorquellenden Adern versuchte er mich nicht an zu schreien.

„ Verdammt noch mal Bella... Was ist los mit dir? Erst parkst du dein Auto mitten auf der Strasse.......dann verdonnerst du den alten Garrett dazu, dass er dein Auto einparkt, obwohl er nicht mal einen Führerschein hat. Dann marschierst du hier rein, trägst deine Waffe im Schultergurt so, dass sie jeder sehen kann. Als wäre das nicht schon genug, trägst du noch nicht mal adäquate Buisnesskleidung sondern eine zerrissene Schwarze Jeans, ein violettes Träger-Top und  Martens die bis zum Knie gehen. Du machst den ganzen lieben langen Tag nichts anderes als zu trainieren oder zu lesen. Du gehst nicht raus, unternimmst nichts und die Einladungen von Mrs. Hale nimmst du auch nicht an. Sind dir die Sicherungen durchgebrannt oder was ist los mit dir? Fehlt es dir an irgendetwas?“

Ich nahm Arres aus meinem Schultergurt, knallte sie ihm vor die Nase und schaute ihn dann bitterböse an.
„Erstens, wer wollte dass ich hier die Killerqueen darstelle? Du oder Ich? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich dich darum gebeten habe, oder dass ich  freiwillig zu dir gekommen bin und dich danach gefragt habe! Aber es sollte dich doch freuen das ich mittlerweile ALLES und JEDEN umlegen kann oder? Kauf mir doch einen Waffenschein, sollte ja kein Problem für dich sein, den  für mich zu bekommen, oder?  Zweitens, arbeite ich hier noch nicht und ich wusste nicht, dass ich mich dafür verkleiden muss, wenn ich meinen Vorzeige-Vati besuchen komme. Drittens, ich mach den ganzen Tag etwas. Wie du schon sagst ich trainiere und ich gehe nicht hinaus, weil ich nicht wüsste, was ich dort soll. Wenn ich wem kennen lernen würde……was soll ich da dann sagen?? Etwa so was in der Art wie:` Hallo mein Name ist Bella, aber mehr kann ich dir nicht sagen, denn sonst muss ich dich töten´? Denkbar ungünstige Vorraussetzungen für eine Bekanntschaft oder was auch immer. Außerdem bin ich hier um dich um zwei Sachen zu bitten, wobei, so wie ich die Lage gerade einschätze kann ich mir das für heute sparen! Schönen Tag noch, VATER“ mein letztes Wort betonte ich absichtlich so scharf wie ich nur konnte, weil er wusste, dass ich ihn nicht als meinen Vater annahm und ihn immer nur so nannte, wenn ich sauer war, das tat ihm scheinbar weh. Ich ließ Arres bei ihm liegen und machte Anstalten zu gehen, als er mich aufhielt.

„Bella, Kind... um was wolltest du mich bitten? Verzeih mir meinen kleinen Ausbruch gerade eben“ lenkte er besorgt ein und schlug wieder einen normalen  Ton an.
„ Ich will hier einen Job haben, damit ich endlich was zu tun habe  und ich möchte, dass du es irgendwie in die Wege leitest, dass meine Granny in diesem verschissenen Heim, die erdenklich beste Behandlung bekommt die man sich nur vorstellen und wünschen kann. Bitte.“ meinte ich traurig, denn wenn ich an Granny dachte, überkam mich immer eine Art dunkle Welle.

Er meinte, dass mit meiner Granny würde kein Problem darstellen. Aro nuschelte etwas in seinen nicht vorhandenen Bart und meinte ich solle morgen um Punkt neun hier sein, um alles andere kümmere er sich und ich soll jetzt auf direkten Weg nach Hause fahren. Spätestens in einer Stunde würde jemand vorbei kommen, der sich um mein Problem kümmert. MEIN PROBLEM? MEIN PROBLEM?? Ich versuchte heraus zu bekommen was er meinte, aber er schwieg wie ein Grab. Also tat ich das, was er  mir gesagt hatte.

Exakt 60 Minuten später läutete es an der Türe und ich öffnete. Eine kleine zierliche Frau mit kurzen schwarzen stacheligen Haaren begrüßte mich überschwänglich und stellte sich als Alice vor. Im selben Satz sagte sie so etwas wie wir würden uns ausgezeichnet  verstehen, aber jetzt  hätten wir fürs erste eine Menge zu tun. Sie schob mich weiter ins Wohnzimmer hinein und anstatt die Türe zu schließen machte sie den zweiten Flügel auch noch auf und ließ einen schrill Pfiff los. Man konnte hören, dass sich etwas in Bewegung setzte. Nur was, dass war mir noch nicht so klar.

Ich traute meinen Augen nicht, als ich sah was da ins Haus marschiert kam. 10 Männer trugen gefühlte 1000 Tüten und noch mal so viele Schuhkarton herein. Sie gingen alle an mir vorbei und machten sich am direkten Weg hinauf. Mir war klar, dass diese Leute den Weg kennen mussten, denn als Alice meinen Schrank das erste Mal befüllte waren das sicherlich mehr als 1000 Tüten gewesen.
Als ich dachte, es wäre alles gewesen, kamen noch 5 Frauen, die alle ein kleines Köfferchen mit sich trugen, herein. Sie grüßten mich und marschierten ebenfalls hinauf. Gleich hinterher , da bei Alice wohl das Motto „alle guten Dinge sind drei ……plus Alice“ zählte, kam noch ein Grüppchen herein,in dessen Mittelpunkt ein Mann mit einer durchaus interessanten Frisur, viel.. viel…. VIEEEEL zu engen Jeans und einem taillierten ärmellosen Shirt stand. Er trug tausend Ketten und weiß der Teufel was sonst noch alles. Er sah aus wie ein neumodischer Weihnachtsbaum. Seine Augen waren mit mehr Kajal umrandet, als bei so manchen Tussen.

„Alec, schön dass du es einrichten konntest“ flötete Alice ihm zu und hauchte ihm ein Küsschen links und ein Küsschen rechts auf die Wange. Ich verdrehte die Augen, ich konnte einfach nicht anders. Alice stellte mich als das Objekt der Begierde  vor und nach eingehender Betrachtung seinerseits nuschelte er irgendwas was sich anhörte wie „Hoffnungslos nicht gerade, aber viel Arbeit“ und zog von dannen. Alice schnappte meine Hand und zog mich trotz heftiger Gegenwehr in mein Zimmer. Als ich in der Türe stand, traf mich der Schlag. Es sah nicht mehr aus wie mein Zimmer , sondern wie ein Kosmetiksalon. Plötzlich stürmte eine Horde Mädels auf mich zu und ich bekam es, ganz ehrlich, mit der Angst zu tun. Ich wusste nicht was ich jetzt tun sollte, also lies ich erst einmal alles zu. Sie zupften und zerrten an mir und das ganze nahm kein Ende. Alice steckte mich in Jacken und Blazer, in Hosenanzüge, in Bleistiftröcke, in lange Röcke, in kurze Röcke, in Einteiler, in Zweiteiler  und weiß der Teufel was alles.

„Verdammt Alice... ich gehe nur zur  Arbeit und nicht auf ein verficktes Staatsbankett!!!“ zischte ich.
„ Mit den Fingernägel und den Haaren lassen sie dich bestens Falls zum Frühschoppen in die Kneipe um die Ecke!“ gab sie Contra.
Nemo hatte ein Comeback, denn ich wusste nicht was darauf sagen sollte.

Die Mädels zupften, rupften und wachsten was das Zeug hielt und als ich das dann nach geschlagenen 3 Stunden, mit sämtlichen Masken, Creme´s und Pflegeprodukten mehr oder weniger heil überstanden hatte, kam Alec.

Ich ahnte Böses, als er begann zu zupfen und zu scheiteln und wieder zu frisieren, nur um dann wieder von vorne zu beginnen. Er runzelte die Stirn,schüttelte genervt den Kopf und fluchte, dass er mit solchen Haaren nicht arbeiten  könne, das ginge einfach nicht. Alice versuchte ihn zu beruhigen und reichte ihm einen kleinen Spiegel und ein Röhrchen. Sie meinte es sei so was wie eine Motivation. Mir war klar was das war, aber ich wollte  einfach nicht näher darüber  nachdenken, da mich hier sowieso nichts mehr wunderte. Kurz danach war er wieder da, mit einer fertig angerührten Farbe  und begann Strähnchen zu machen. Er sagte mir weder um welche Farbe es sich handelte oder was er noch mit mir vor hatte.

Nach dem er mein Haar ausgewaschen, gespült und eine Haarkurpackung nach der anderen aufgebraucht hatte, rückte er mir mit der Schere zu nahe und meinte: “Ich denke ein BOB wäre hervorragend“. Er hatte das Wort noch nicht über  seine Botox-Schlauchbootlippen gebracht, schon war ich aus dem Sessel aufgesprungen und rette mich auf den Frisiertisch. Alice versuchte mich augenblicklich da wieder runter zu holen, doch ich schnappe mir eine Flasche Wasser und sprang einen Tisch weiter. Im Nacken eine Horde Tussen und ein aufgeregter Figaro. Ich sprang noch einen Tisch weiter und drohte ihm die Flasche Wasser über seinen Kopf zu entleeren, wenn er noch einmal auf die Idee kam, mir meine Haare ab schneiden zu wollen.

Nach etlichen Diskussionen einigten wir uns auf  MAXIMAL 2 cm und drum herum nur das nötigste und ich kletterte behände wieder von dem Tisch runter. Die Wasserflasche lies ich nicht mehr los, auch wenn Alice sie versuchte mir abzunehmen.
Nach einer weiteren Stunde, sah ich das Ergebnis und fragte mich ernsthaft ob ich das war...Es sah anders aus und ich sag mal ….es sah gut aus. Ich war zufrieden.

Alice schleifte mich rüber zu einem anderen Stuhl und ich musste Schuhe anprobieren und dann auch noch damit laufen. Ich hatte keine Ahnung wie ich das jemals lebend überstehen sollte.
Im Augenwinkel sah ich, dass  in meiner, noch immer offenen Zimmertür, ein Voyeur  stand und mich anstarrte. Ich  drehte meinen Kopf in seine Richtung und er lächelte mich sanft an. Ich wurde augenblicklich wieder  wütend.
Wütend, weil er heute, in der Früh, nicht da war.
Wütend, weil er keine Nachricht dagelassen hatte.
Wütend, weil ich nicht wollte, dass er mich so sah.
Und so richtig wütend wurde ich, weil er schon wieder da stand, mich anglotze und sonst nichts tat.

Alice drückte mir gerade ein Paar Schuhe mit Bleistiftabsätzen in die Hand und ich nahm sie, tat so als würde ich sie anziehen und drehte ihn schnell so, dass ich ihn werfen konnte.
Ich legte all meine Kraft die ich aufbringen konnte in den Wurf und ich traf.
Einen Zentimeter neben seinen Kopf blieb der Schuh stecken. Der Schock saß tief, er wurde schlagartig bleich und schaute mich hasserfüllt an , zeigte mir den Mittelfinger und formte mit den Lippen die Worte „Fuck YOU“. In dem Moment wusste ich, dass ich zu weit gegangen war, aber ich konnte es nicht ändern. Instinktiv wollte ich ihm nachlaufen, aber mein Kopf befahl mir hier zu bleiben und zu ertragen was auch immer Alice noch mit mir vor hatte. Ich musste später mit ihm reden. Alice schaute mich ernst an, schüttelte dann aber den Kopf und tat so als wäre nichts gewesen.

Nach gefühlten 1000 Paar Schuhen beschloss Alice, dass sie fertig sei. Sie räumte noch alles in den Schrank und komplimentierte die  die Horde Tussen zur  Tür hinaus.
Ich war froh alles überstanden zu haben , zog mir was bequemes an, schulterte Arees und macht mich auf die Suche nach James.

Ich fand ihm im Keller,  wo er  wie ein Bekloppter auf einen Sandsack einschlug. Er bemerkte mich zum Glück nicht und ich beschloss noch einen Moment zu warten.
Nach endlosen 5 Minuten klopfte ich vorsichtig an die offene Tür und noch bevor er etwas sagen konnte meinte ich: „Stellst du dir gerade vor, dass wäre ich?“
Er schaute mich traurig an und verneinte.
„GEH.......Verschwinde von hier und lass mich einfach nur alleine.“ schnauzte er mich an.
„Schön….. wie du willst... was auch immer dir das bringen mag“ ich machte kehrt und verschwand nach oben. Ich war derartig sauer, dass ich nach oben lief und die Tür zu knallte. In meinem Kopf spielten sich gerade tausend Sachen gleichzeitig ab und ich entschloss mich aufs Laufband zu flüchten. Denn meistens bekam ich dabei klaren Kopf .

Nach geschlagenen 2 Stunden am Laufband, drehte ich noch ein paar Bahnen im Pool. Ausgepowert stellte ich mich unter die Dusche und schmiss mich dann ins Bett. Ich bekam kaum ein Auge zu und bevor ich mich versah, läutete der verschissene Wecker. Mühsam erhob ich mich und machte mich fertig. Ich nahm irgendwas von den Sachen die Alice gestern gebracht hatte und kam mir gleich noch total bescheuerter und  absolut  fehlplaziert vor.  Die Haare hatte ich mir zu einem strengen Dutt gebunden. Zum anziehen suchte ich mir Schuhe mit gefährlich hohen Bleistiftabsätze , ein schwarzen etwas von knielangen  Rock, den dazupassenden Blazer und einer reinweißen taillierten Bluse mit kurzen Ärmchen. Ich sah nicht nur aus wie eine steinalte Fregatte, ich fühlte mich auch wie so ein verkrampftes im Kirchchor singendes Krampfadergeschwander. Unzufrieden ging ich in die Garage und suchte mir das kleinste am spießigsten aussehende Auto aus und versuchte mehr oder weniger erfolgreich durch den morgendlichen Verkehr zu kommen, was in London einfach unmöglich war.

Ich kam zu spät. An meinem verfluchten ersten Tag kam ich zu spät. Ich hechtete mit den Schuhen in der Hand in die Lobby der Firma und Chelsea gab mir süffisant zu verstehen, dass Aro schon auf  mich wartete. Die olle Uschi freute sich doch tatsächlich tierisch, dass ich zu spät kam.


Als ich oben bei Aros Büro ankam  hatte ich noch immer die Schuhe in der Hand, was mir gleich zu Beginn mindestens 5 Minuspunkte einbrachte. Er stand mit Caius vor seinem Büro und erwartete  mich. Verlegen starrte ich auf den Boden.

„Bella…..du schaffst es nicht mal an deinem ersten Tag pünktlich zu kommen?“ fragte er tadelnd.
„Ich ……uuuu….. äähhhmm….. naja der Verkehr…… ich kann fast nichts dafür“ stammelte ich peinlich berührt.
„Bella lass es einfach. Caius ist dein neuer Vorgesetzter und wird dir sagen was zu tun ist.“ meinte Aro kalt , drehte sich um und ging in sein Büro. Ich rief ihm noch nach ob das eigentlich gerade sein Ernst war, aber es kam keine Reaktion mehr von ihm.


Caius grinste mich breit:“ SO Miss Swan, ich zeige Ihnen mal ihren Arbeitsplatz“ meinte er und setzte sich in Bewegung. „ Volturi“ platze es aus mir heraus und er drehte sich zu mir um „ WIE BITTE“ fragte er zornig nach.
„Mein NAME ist VOLTURI! Das solltest DU aber eigentlich wissen, oder?“ erwiderte ich ihm ins Gesicht grinsend. Ich konnte diesen Flachwichser jetzt schon nicht leiden, aber ich sollte wohl das machen was er sagte.
„Ich kann mich nicht erinnern Ihnen das „DU“ angeboten zu haben. Nur weil Sie in der  Gunst von Aro stehen , heißt das nicht, dass das für uns alle gilt. Ich würde es sehr begrüßen, wenn wir bei den gebührenden Umgangsformen bleiben würden. Wir wissen beide, dass Sie soviel mit einer echten Volturi gemein haben wie Schiffe mit Flugzeugen, oder? Es wäre nett, wenn Sie mir jetzt folgen würden.“ meinte er süffisant und ich funkelte ihn böse an, folgte ihm aber dennoch.

Er erklärte mir das ich ungefähr 5000 Akten nach dem Datum ordnen sollte, wo die Kaffeemaschine stand und das ich die Post- und Botenwege zu erledigen hatte. Ich war einfach nur sprachlos. Er schaute mir kurz mit dem `es – ist – besser – du – machst – was – ich – dir – sage` Blick in die Augen und ich wusste, dass dies keine besonders angenehme Zeit hier sein würde und ich hoffte, dass dies nur Aros Art war mir zu zeigen, das er noch immer am längeren Ast saß. Ich sagte mir, dass ich einen Job wollte und jetzt hatte ich einen. Noch vor Wochen wäre ich komplett von der Rolle gewesen, wenn ich so einen Job bekommen hätte, aber vermutlich  brachte das alles meinen Verstand einfach nur außer Kontrolle.

Widerwillig begann ich die Akten stapelweise nach Jahren zu sortieren um sie dann in die Monate zu unterteilen, um sie von da an weiter zu unterteilen. Ich war aufs übelste genervt und angepisst. Als dieser Vollpfosten dann auch noch hereinkam und mir angeblich UNABSICHTLICH drei von fünf vorgeordneten Stapel
einfach umschiss, hätte ich ihn am liebsten erschossen. Da ich mir aber nicht noch einmal Aros Unmut zu ziehen wollte, versuchte ich krampfhaft und verbissen die Contenance zu waren.

Ich  begann von vorne, ordnete Akte um Akte und wusste, dass ich  die nächste Woche  damit beschäftigt sein würde, als Caius nach mir rief. Missmutig schleifte ich mich in sein Büro. Stellte mich in den Türrahmen und schaute ihn genervt an.

„Bringen Sie mir einen Kaffee, 2 Stück Zucker und einen Schluck Milch und das ganze JETZT“ meinte er kurz und knapp. Willkommen Nemo, denn mir fiel die Kinnlade runter. Was denkt der eigentlich? Ist der bescheuert?
„Was stehen sie da noch herum? Ich will den Kaffee heute noch und fürs rumstehen  sind Sie nicht hier, richtig?“ maulte er. In diesem Moment, einer der normalsten Momente überhaupt wo dieses Arschloch mir sagte ich sollte Kaffee für ihn holen, begannen in meinem Kopf ein wahrhaftes Feuerwerk. Meine Synapsen stellten die Arbeit automatisch kurz ein. Mein Blutdruck erhöhte sich binnen Sekunden auf 180. In meinem Kopf hatte ich Caius gerade ein Ladung Arees verpasst. Aber das durfte ich nicht tun und ich musste ihn wohl mit sehr rotem Kopf angesehen haben und unwillkürlich gezuckt haben, da er gespannt wartete was passieren würde.
Ich drehte mich um und ging in die Kaffeeküche , mischte den beschissenen Kaffee zusammen und spuckte hinein. Mir war zwar klar, dass er es nicht merken würde und es deshalb nicht als ekelhaft empfinden würde, aber es befriedigte mich ungemein. Ich hasste den Typen. 2 oder 3 Löcher würden ihm sicher gut stehen, dass hat noch niemanden geschadet.

„Contenance Bella!!! Contenance! Irgendwann.. irgendwann hast du hier das Sagen und dann sitzt du hier am längeren Ast.“ sagte ich immer und immer wieder zu mir.

Die Woche verging und jeden Tag dasselbe spießige Morgenritual. Unfreiwilliges Tragen von ultraspießiger Kleidung, einen Sekretärinnen Job für den ich mich nicht begeistern konnte. James hatte ich die ganze Woche nicht zur Gesicht bekommen, er ging mir mit Erfolg aus dem Weg und das kränkte mich noch mehr. Ich nahm mir vor heute Abend mit ihm zu sprechen, wenn ich ihn fand.WENN!!

Die Tür zu meiner Abstellkammer von Büro ging auf und Caius  kam mit so einem kleinem schmächtigen Kerl herein. Der Junge, der bestenfalls ein Praktikant sein konnte, zog einen Wagen mit noch mehr Akten hinter sich her und Caius eröffnete mir, dass ich diese Akten bis Ende dieser Woche fertig  haben sollte. Ich starrte ihn an. Der hatte sie doch nicht mehr alle beisammen. DAS ENDE DIESER WOCHE, war verschissen noch mal schon MORGEN. Caius meinte das ihm das egal sei wie ich das  bis morgen fertig brachte und wenn ich über Nacht bliebe sei es ihm auch recht, da ich ja sowieso nichts sinnvolleres zu tun hätte.

Mir brannten alle Sicherungen durch. Ich stand auf und wollte schon was sagen, aber ich ließ es bleiben und ging einfach an ihm vorbei.
Caius stand noch immer da und machte den Nemo.
Vor Aros Büro machte ich Halt. Ich wollte schon anklopfen, aber entschloss mich dazu, dass ins Büro platzen eindeutig der bessere Auftritt wäre und meine Wut unterstreichen würde.
Ich riss die Türe auf und mein Herzschlag setze aus.


CUT.


So das war es von der KEKS-FRONT für diese Woche :-)
Ich hoffe es gefällt und im Namen von July und mir bedanke ich mich bei allen die Revs. dalassen und dalassen werden :-)

WEITERS möchte ich mich bei meiner neuen BETA bedanken die das Kap diesmal in einem Tempo fertig hatte, dass  sogar  ich  Nemo sehr ähnlich war.

Nur zu INFO: 13 Minuten nach MItternacht ist eigentlich noch nicht DIENSTAG :-)

*hofknicks*

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