Donnerstag, 21. Juli 2011

Very british Linksverkehr, Tee um fünf und Cricket. Englischer Rasen, englischer Humor und englisches Pfund


Nachdem dieser verfluchte Flieger endlich gelandet war und ich, sobald die Türe offen, aus der Maschine gehechtet war, hoffte ich, dass sich meine Koffer auch etwas beeilen würden.

Ich hatte zwar noch kein besonders Ziel aber ich hatte es eilig. Immerhin war ich auf der Flucht, zumindest vor den eismeerblauen Augen mit dem Knieweichwerdenden Lächeln.

Ich schnappte mir einen Gepäckwagen und ging zum Förderband. 15 Minuten später kamen auch schon die Koffer. Als ich endlich alles vom Band hatte, sah ich, wie mich das Lächeln musterte. Ich verdrehte die Augen, so dass auch er es sehen konnte und schob den Wagen. Scheinbar dürfte er seinen Koffer, beziehungsweise seine Minitasche, schon bekommen haben und schlenderte zu mir rüber. „Zwei Möglichkeiten, entweder hast du immer so viele Koffer, wenn du in den Urlaub fliegst oder du wanderst gerade aus.“ blubberte er ungefragt. Ich schaute ihn an, schüttelte den Kopf und ging weiter. Leise murmelte ich ein paar Schimpfwörter vor mich hin und machte mich auf dem Weg zu einer freien Fläche, denn ich musst dringend meine vorhandenen Koffer versuchen zu dezimieren. Als ich etwas freie Fläche gefunden hatte, öffnete ich schnell zwei Koffer und stopfte alles in einen hinein, dasselbe versuchte ich mit den beiden anderen. Ich musste mich zwar auf die Koffer setzen damit ich sie schließen konnte aber immerhin, mit 2 Koffern kam ich besser voran. Ich fühlte mich schon wieder extrem beobachtet und so war es auch.

Er stand schon wieder neben mir und löcherte mich mit seinen Fragen. Wo gehst du hin? Was machst du in London? Wohnst du hier? Wie heißt du? Warum sagst du es mir nicht? Das alles und noch einiges mehr hatte er mich gefragt. „Wird es dir nicht langweilig, mich endlos viele Dinge zu fragen auf die du ohnehin keine Antwort bekommst?“ fragte ich ihn, während ich ihm tief in die Augen schaute. Ich wusste nicht wieso und wie aber ich konnte seinen Blicken standhalten.

„Ok... fangen wir anders an... angenommen... hmm also... ich bin Tarzan, dann bist du?“ meinte er schmunzelnd. Verblüfft schaute ich ihn an und brach in schallendes Gelächter aus...“Yeah... ok.. . uh also nenne mich Jane.“ brachte ich mit Mühe und Not hervor.

„Ok nein das ist blöd … ich bin Bernhard ...?“

„Dann bin ich wohl Bianca.“

Schnell durchschaute ich sein blödes Spiel, spielte jedoch mit.

„ Auch blöd... wenn ich Eric bin…“

„Wäre ich Arielle.“

„ähhhm John Travollta“

„uh ähm Oliva Newton John“

„Strolch“

„Susi“

Ich brach erneut in Gelächter aus, die Vorstellung mit ihm in einem Restaurant zu sitzen und Endlos-Spagetti zu essen war einfach zu lustig aber gleichzeitig zog sich mein Magen zusammen.

„Brad Pitt“ riss er mich aus meinem inneren Monolog

„Angelina Jolie“ ich könnte es mir nicht verkneifen und lächelte ihn an.

Mir kam es so vor, als würden seine Augen jetzt ein bisschen mehr strahlen aber ich redete mir ein, dass ich mir das nur eingebildet hatte.

„Harry“

„Sally“

„Fred Astair“

„Yeah, dann wäre ich wohl Ginger Rogers aber wozu das Ganze? Such dir einen Namen aus und fertig. Ist doch egal wie ich heiße oder? Außerdem verstehe ich nicht wieso du noch immer hier bist. Geh heim oder wohin auch immer.“ Ich nahm meine beiden Koffer, ließ die Leeren einfach liegen und stapfte davon. Er stand noch immer da und schaute mir nach.

„Oh man du bist echt verdammt...hmm emotional beschränkt und absolut kontaktunfreudig oder?“ spukte er mir quasi hinten nach.

Worauf ich mal wieder bei Nemo angekommen wäre. Jetzt war ich die, die ihn anstarrte als ich mich entschloss noch mal stehen zu bleiben und mich umzudrehen. Ich wusste nicht was ich jetzt genau tun sollte. Sollte ich ihm sagen, dass er mich am Arsch lecken konnte oder soll ich ihn erklären das er selber nicht besser war. Er will meinen Namen wissen aber seinen hatte er bis jetzt noch kein einziges mal gesagt. Mir stiegen aus irgendeinem undefinierbaren Grund scheiß Tränen in die Augen und das was nun wirklich das letzte, was ich in diesem Moment gebrauchen konnte.

Ich zuckt mit den Schultern, schüttelte den Kopf machte kehrt und ging zur Bahn. Da ich mir das Ticket zum Glück schon im Flieger gekauft hatte, konnte ich direkt durch gehen. Jetzt kommt der eigentlich schwierigste Teil der letzten 2 Tage. Ich dachte kurz an Charlie und meine Mutter und ob sie wohl schon durchdrehten? Ich verwarf den Gedanken, weil es ohnehin schon zu spät war. Als ich endlich am richtigen Bahnsteig war, stieg ich in den Zug der nach London zu Viktoria fuhr. Von dort aus musste ich die Tube nehmen oder den Bus, der in den Hyde Park Corner fuhr, denn in meinem Reiseführer stand, dass dort ein sehr günstiges Hostel war. Ich hoffte, ich konnte meine Koffer dort irgendwo versperren, denn ich musste mir ein Bett im Schlafsaal nehmen, da ich versuchen wollte so wenig Geld wie möglich auszugeben. Nach einer guten Stunde stand ich dann endlich vor dem Hostel und ich hatte Glück. Ich bekam ein Zimmer zum selben Preis, wie für ein Schlafsaalbett mit der Bedingung. Wenn sie dieses Zimmer benötigen, so müsste ich in den Schlafsaal ziehen.

Im Moment hatte ich tatsächlich mehr Glück als Verstand.

Die Dame an der Rezeption wollte unbedingt meinen Ausweis sehen und natürlich hatte ich noch keinen neuen, anderen Pass. Ich überlegte fieberhaft wo ich denn so etwas herbekommen könnte. Endlich im Zimmer angekommen, ließ ich meine Koffer fallen, legte meinen Rucksack aufs Bett und lies mich erschöpft darauf fallen. Schnell glitt ich in einen unruhigen aber äußerst tiefen Schlaf.

… Ich träumte von Phoenix, davon, dass Phil mal wieder in meinem Zimmer war und ich so tat als würde ich schlafen und nicht mitbekommen, dass er seine Hand in seiner Hose hatte und mich dabei anstarrte. Alles spielte sich immer und immer wieder in meinem Kopf erneut ab. Nacht für Nacht. Sein widerliches Grunzen und sein Stöhnen, wenn er versuchte es zu unterdrücken, der widerliche Geruch als er begann zu schwitzen und letztendlich in seiner Hose kam. .. ich wachte, wie immer, schweißgebadet auf und stellte fest, dass ich über 16 Stunden geschlafen hatte.

Als ich einigermaßen gerafft hatte wo ich bin, nahm ich meinen Rucksack und holte meinen Laptop heraus. Daneben legte ich meinen Stadtplan und schaute was ich mir heute alles ansehen möchte.

Ich beschoss vom Hyde Park nach Westminster zu laufen und Big Ben zu fotografieren. Im Reiseführer stand, dass wenn man Big Ben fotografieren möchte, man eigentlich den Turm hinaufklettern müsste, denn Big Ben ist eine 13,5 Tonnen schwere Glocke, die im Palace of Westminster hängt aber der Volksmund nannte den Tower liebevoll Big Ben.

Mein Gehirn rief alle Informationen über Big Ben ab, die ich bis jetzt wusste. So erinnerte ich mich, dass es eigentlich die 2te Glocke ist, die drin hängt, da die erste mit über 17 Tonnen, statt den berechneten 14 Tonnen, einfach beim ersten Glockenschlag gerissen ist. Es war zwar kein weltbewegendes Wissen, was ich damit besaß aber immerhin etwas.

Gedankenverloren marschierte ich mit meiner Kamera in London herum, als ich nach einiger Zeit bei Big Ben angekommen war, hatte ich schon um die 300 Fotos geschossen. Ich achtete nicht sonderlich auf die Millionen von Menschen, die wohl wegen dieser königlichen Hochzeit hier waren. Umso faszinierender fand ich die Häuser und die Routine von den Leuten, die wohl hier wohnten. Es fühlte sich richtig an. Ich fühlte mich hier richtig.

Isabella Marie Swan aus London. Ich musste über mich selber grinsen und plötzlich war es passiert.

Ich bin schon wieder in jemanden hineingelaufen. Um genau zu sein nicht in irgendwem sondern in den Besitzer der eismeerblauen Augen und mit dem Lächeln.

„Ach du heilige Scheiße, du schon wieder“ platze ich heraus. “Hier laufen Millionen von Menschen herum und ausgerechnet in dich laufe ich hinein“ fuhr ich ihn an.

„JA, ich schon wieder...wohnst du in London?“ fragte er neugierig.

„Yeah kann man so sagen.“ meinte ich schulterzuckend.

„Verrätst du mir heute deinen Namen?“ fragte er fast schon schüchtern.

„Nenn du mir deinen!“ forderte ich ihn auf.

„Du zuerst - immerhin frage ich nicht zum ersten Mal danach. Gehe ich recht in der Annahme, dass du mir deine Telefonnummer auch nicht gibst?“ meinte er mit etwas frustriertem Ton.

„Hätte ich eine, dann würdest du sie bekommen. Ich hab nur noch keine.“ frech grinste ich ihn an.

„Was? Du redest gerade Müll oder? Ich mein jeder hat eine Telefonnummer, also echt verarschen musst du mich nicht auch noch!“ sprach er und schaute mich zornig an.

„Ohne Scheiß, ich hab noch keine! Wollte mir aber eigentlich heute eine holen. Kennst du dich mit den Tarifen hier aus?“ fragte ich so beiläufig wie es nur ging.

Er war so nett und besorgte mit mir zusammen eine Sim- Karte und nebenbei bekam ich auch noch eine sehr exklusive Insider Tour. Wir gingen durch den Regents-Park, waren am Buckingham-Palace, sind an der Themse spazieren gegangen und noch tausend andere Orte hatte er mir gezeigt. Er wusste zu allem was zu erzählen. Er meinte nebenbei, dass er die restliche Woche auch noch Zeit hätte um mir London zu zeigen. Ich war etwas überfahren, da ich nicht damit gerechnet hatte, dass ich am ersten Tag schon sowas wie einen Freund finden würde. Wobei es ja eher weniger ein Freund war, sondern ein Bekannter, aber auch wenn er sowas von aufdringlich war, konnte ich mir vorstellen, wenn wir uns länger kennen würden, dann könnten wir schon Freunde werden. Ich schob den „Wir könnten“ und „vielleicht unter Umständen und eventuell vielleicht“- Gedanken einfach aus meinem Kopf und lauschte seinen Endloserzählungen. Ich fühlte mich in seiner Gegenwart so wohl, obwohl ich noch immer nicht wusste, wie er hieß aber daran war ich ja selber schuld.

Als ich fragte ob er zufällig wusste wo ich einen Job herbekomme, der mir schnell viel Geld brachte, schaute er mich entsetzt an. Ich meinte dann nur, dass ich halt auch für meine Kohle arbeiten gehen müsste und mir ist auch herausgerutscht, dass ich ja nicht ewig in dem Hostel wohnen konnte und auch mal eine vernünftige Wohnung haben möchte. „Du verarscht mich schon wieder oder?“ meinte er leicht säuerlich. „Nein es ist mein ernst. Ich wohne in einem Hostel in der Nähe vom Hyde Park und ich muss mir einen Job suchen, aber ich persönlich finde das gerade nicht so schlimm.“ sagte ich schulterzuckend. Er schaute mich traurig mit seinen Eismeerblauen Augen an und ging schweigend neben mir her. Ich konnte es mir nicht verkneifen und fragte ihn ob er ein Problem damit habe, aber er verneinte nur. Wir gingen noch eine Weile nebeneinander her ohne auch nur ein Wort zu sagen. Irgendwann setzten wir uns auf eine Bank an der Themse und schauten uns den Sonnenuntergang an. Wir schwiegen uns an und ich genoss es, dass er da war. Ich verstand zwar nicht wieso, aber ich empfand diesen Moment als einen glücklichen Moment. Ich holte meine Kamera raus und fotografierte ihn - den Sonnenuntergang und das Lächeln natürlich.

„ Bella...“ sagte ich schnell, er schaute mich ungläubig und überrascht an. „Mein Name...“ er verstand noch immer nicht. „Mein Name... ist Bella.“ Aus irgendeinem Grund empfand ich es als richtig, ihm die Wahrheit zu sagen. Ich wusste nicht so genau welcher Teufel mich da geritten hat, aber ich hielt es für das Richtige. Er fragte mich, ob das auch stimmte und ob das mein richtiger Name wäre. Mich wunderte sein Zweifel nur wenig, da ich damit gerechnet hatte. Er lächelte mich an und ich hätte, wenn ich gestanden hätte, weiche Knie bekommen. Da ich saß war ich nur einer Ohnmacht nahe. „Nun gut BELLA.“ Er betonte den Namen ein wenig italienisch und ich war schon wieder einer Ohnmacht nahe. „Und wie alt bist du? Wo kommst du her? Wieso bist du hier?“ bombardierte er mich sofort mit Fragen. „ Wow wow wow MOMENT mal, mach mal halb lang... verrate du mir mal deinen Namen und löcher mich hier nicht mit Fragen.“ stoppte ich barsch seinen Ausfrage- Modus. „Oh ähm ähm uhh. Naja es tut mir leid. Ich bin manchmal ein bisschen überdreht und ich will doch so viel von dir wissen und ich hab das Gefühl, dass so ein Moment, wo du mir Fragen beantworten würdest, so schnell nicht wieder kommt. Und ich dachte ich beeile mich und...“ versuchte er sich hinauszureden.



Ja, ja, ja passt schon, ist ja nichts passiert.“ versuchte ich seine Erklärungsversuche möglichst schnell zu beenden, denn ich wollte nichts davon hören. Ich stand auf und ging ein Stück. In welche Richtung wusste ich zwar nicht, war mir aber auch herzlichst scheiß egal. Er nervte mich...

“Hey Bella .. BELLAAAAA, bleibt doch stehen. Wo läufst du denn hin?“ hörte ich ihn nachrufen, aber ich hatte absolut überhaupt keinen Bock stehen zu bleiben. Auf einmal packte mich was am Arm und drehte mich mit einem Ruck um. „Himmel Arsch...jetzt warte doch.... Es tut mir leid, ich wollte nicht so aufdringlich sein, aber...“ meinte er und schaute mich freundlich an. „Aber was?“ keifte ich ihn an und er runzelte verzweifelt die Stirn.

Klar wusste ich, dass ich es ihm nicht sonderlich leicht machte, aber ich mein hey... ich kannte ihn nicht...er verriet mir nichts von sich, also wieso zur Hölle sollte ICH es das dann tun?

„ Abberrr...ähhhm…“ meinte er und machte dabei wieder einen Nemo. „Ich, also...ähm... willst du mit mir noch etwas essen? Bitte...“ Ich musste wohl gerade ziemlich dämlich aus der Wäsche geschaut haben, denn er lachte mich aus. Wie so oft kaute ich auf meiner Lippe und suchte nach einer passenden Antwort. „Yeah, wohin willst denn gehen?“ meinte ich beton lässig. Er war sichtbar erleichtert, dass ich ihm nicht gleich eine gescheuerte hatte und er meinte, er kenne da einen Griechen in der Nähe von uns. Meine Gefühle fuhren Achterbahn... „Essen... an der Themse... mit ihm... OH MEIN GOTT.. ja ich weiß... er war nervig... aber er war so ...Boa und er fragte mich tausende Sachen, aber er war so Boa... und ja er ist durchaus charmant, wenn er gerade nicht nervig ist … er ist geheimnisvoll... ich kannte seinen Namen nicht… uh ja sein Name, den musste ich herausfinden....“ führte ich meinen inneren Monolog zu Ende.

„JA? …..Erde an Bella??... Hallo ist da jemand?“ Riss er mich, vor mir hin und her springend und fuchtelnd, aus meiner Starre. „Ja, von mir aus, dann gehen wir Italienisch essen.“ plapperte ich gedankenverloren und meinem Kopfkino völlig ausgeliefert vor mich her.

…..Themse...Mondschein…leichter, lauer warmer Wind, zwar sehr ungewöhnlich für London aber egal...seine wohlig warme Hand an meinem Gesicht, sein Daumen streichelte meine Wangenknochen, die andere Hand, mit der er mich an der Taille festhielt und sein immer näher kommendes Gesicht. Seine sanften, weichen, warmen Lippen, die meine fast schon berührten...

...bis zu dem Zeitpunkt, wo mich seine Stimme unfreundlich aus meinem Kopfkino geholt hatte und er mit etwas Zorn in der Stimme meinte, dass er nie was von einem Italiener gesagt hatte, sondern Grieche. Ich versuchte diesen Fauxpas irgendwie so zu retten, dass ich lieber zum Italiener gehen wolle und deshalb, statt zu fragen ob das denn möglich wäre, einfach das Falsche wiederholt hatte und es täte mir leid. Natürlich hatte er mir das sofort abgenommen und war mir auch nicht lange böse. Er führte mich zu dem kleinen Griechen und wir bestellten. Ich nahm mir vor, ihn mal zu fragen, wie er hieß, nur wurde mein Vorhaben von einem Kumpel von ihm unterbrochen, der ihn locker lässig mit „Hey Bro“ begrüßte. „Hey Laurent, lass uns später quatschen, ok?“ meinte er plötzlich nervös werdend. „Ok mir reicht es jetzt...Wie heißt du? Weswegen macht dich der Typ von gerade eben so nervös? Und wieso zur Hölle legst du dich so verdammt ins Zeug, nur um meinen verdammten Namen zu bekommen und mit mir den Tag zu verbringen? Und falls du jetzt glaubst mich auszupfeifen, weil ich so viele Fragen stelle, muss ich dazu sagen, ICH DARF DAS!“ ja, verdammt, mir platze einfach der Kragen und als er nichts darauf sagte und mich einfach nur blöd anschaute, verlange ich die Rechnung. Als der Kellner kam und ihm den Betrag nannte, meinte ich nur, dass ich meinen Teil selber bezahlen würde. Der Kellner schaute mich mitleidig an und nahm mein Geld. Daraufhin stand ich auf und lief einfach davon. Als ich mich umdrehte, um zu schauen ob er mir folgte, sah ich, wie er von zwei seltsam aussehenden Männern auf seinen Sessel zurück gedrückt wurde. Ich lief und lief so schnell mich meine tollpatschigen Füße trugen, denn ich hatte Angst. Wie sollte es auch anders sein, verlief ich mich aussichtslos und landetet in einer Sackgasse. Am Ende dieser Gasse lehnte eine Große dunkle Gestalt und als ich genau hinsah erkannte ich den Typen von vorher.

„Laurent“ stammelte ich verwirrt.

„Hey Süße...“ flüsterte er mit leiser Stimme „So schnell sieht man sich wieder. Dachte, dass er dich gar nicht gehen lassen würde...heute.“

Verwirrt schaute ich ihn an und verstand noch immer nicht.

„Was meinst du?“ brachte ich mit Mühe und Not heraus.

„Was ich meine? Das ist jetzt aber nicht dein Ernst oder? Was glaubst du? Das ich auf dich warte um mit dir eine Runde Schach zu spielen? Süße dein Arsch gehört mir und das schon seit dem du in New York in den Flieger gestiegen bist.“ meinte er mit einem teuflischen Lächeln auf den Lippen.

„ah ok... verstehe, das nennt sich wohl geistige Umnachtung oder so... Naja, damit hab ich nicht viel zu schaffen. Schönen Abend noch.“ meinte ich rückwärtsgehen und dabei knallte ich gegen etwas hartes Warmes. Ich tippe auf männlichen Oberkörper… verdammt männlich. „Shit“ entfuhr es mir, was Laurent mit einem heißeren Lachen quittierte. Er kam auf mich zu und legte seine Hand auf meine Schulter, als zwei weitere Riesen neben mir stehen blieben, die IHN im Klammergriff festhielten. Laurent packte fest zu, drehte mich, zog mich an seinen Körper und stellte mich ihm gegenüber.

„Na James, dass nenne ich mal eine neue Runde, oder?“ lachte Laurent.

„Wage es ja nicht ihr auch nur ein Haar zu krümmen...“ versuchte er zu drohen.

Also, wenn ich die Lage einschätzen müsste, würde ich sagen, dass er nicht in der Position war zu drohen aber da war es schon passiert.

Einer der Riesenbabys schlug seine Faust so fest in seinen Magen und ich spürte wie Laurent mich enger an sich zog und mit seiner Zunge über die Seite meines Kinnes und meines Ohres fuhr. Mir wurde plötzlich übel und ich musste mich einfach nur übergeben.

Laurent meinte das war hoffentlich das erste und letzte Mal das mir so etwas passierte und dann murmelte er zu einem der Riesenbabys, er sollte mich irgendwo hinbringen.

Ich bekam nur mehr mit, dass Laurent und James mehrere Wörter miteinander wechselten und scheinbar hatte er einiges gesagt, was er nicht sagen sollte. Er hatte sich nämlich üble Verletzungen geholt.

Allein mit diesem Riesenbaby in einer Art Keller angekommen, war mir noch unwohler, weil er keinen Versuch ausließ um mich zu begrapschen. Ich versuchte mich zu wehren, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich hinfiel, er mich mit beiden Armen auf den Boden drückte und zwischen meinen Beinen kniete.
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