Dienstag, 31. Januar 2012

40 days/ 40 Night- das Ende naht
Keks-Pov:

Bellas lebloser Körper wurde achtlos in einen schwarzen Vito hinein gezerrt. Die weißblonde, zierliche Person hatte große Mühe, sie unbeschadet in den Wagen zu bekommen. Fluchend und schimpfend gelang es ihr dann mehr oder weniger.

Langsam und etwas schwerfällig, ließ sie sich auf den Fahrerstuhl sinken und startete den Lieferwagen. Das Ziel war klar, denn sie steuerte Gatewick an, wo schon der Privatjet bereit stand, mit dem große Sigel des Cullen- Coven, welches auf jeder Seite prangte. Der Löwe mit Medaillon ähnlichem Hintergrund und die Hand, die aus der Ferne aussah, als wäre es eine Krone, die drei Kreuze wie auf einem Kartenblatt und die Schärpe, in der in reliefartiger Schrift `CULLEN` stand, ließen generell nichts gutes heißen und so war es auch.

Carlisle persönlich stand bereit, um die Fracht zu verladen und niemand anwesender störte sich daran, dass eine Frau ausgeladen und in das Innere des Jets getragen wurde. Vorsichtig setze er Bella in einen der bequemen Sessel, legte ihr behände die vorbereiteten Fesseln an, strich ihr perfide zärtlich die ins Gesicht gefallenen Haarsträhnen aus dem Gesicht, obwohl das nicht viel brachte, denn direkt nach dem Start sank Bellas Kopf wieder vorne über.

Hoch erfreut über seinen Triumph, goss er sich erstmals einen starken Brandy ein, setzte sich ebenfalls in einen dieser über bequemen Sessel und fixierte sie mit einem siegessicheren, süffisanten Lächeln auf den Lippen.

Er hatte schon einen genauen Plan, wie er sie dazu bringen würde, ihre Rechte an der Enterprise und der Inc. glaubhaft an ihn zu übertragen, zur Not auch blutig. Mittlerweile waren ihm alle Mittel Recht, um an sein Ziel zu kommen, denn er war so versessen darauf, endlich an die Macht zu kommen, da war kein Platz um an das Wohlergehen eines Mädchens, oder eher an die großen Liebe seines Sohnes zu denken.

Gerade als er selbstgefällig in seinem Sessel saß, begann sich das Mädchen zu regen, langsam kam sie zu sich. Schwerfällig, vor Schmerz stöhnend, bewegte sich ihr Kopf, der noch immer nach vorne hing, hin und her. Es wirkte so, als beherrschte sie ihren Körper noch lange nicht. Die Beruhigungsmittel vernebelten ihre Sinne, sie spürte Schmerzen, die sie sich nur einbildete. Ihr Kopf brannte, so als hätte sie ihn sich angeschlagen, aber sie konnte es noch nicht zu ordnen.

Hastig griff er nach einer der vorbereiteten Betäubungsspritzen, denn er wollte nicht, dass sie zu früh aufwachte. Er hatte zu viel Panik davor, dass sie sich seinen Fesseln entziehen konnte und in einen ungünstigen Moment, sich zur Wehr setzten würde. Nein, dieses eine Mal musste alles perfekt laufen.

In seine rechte Hand nahm er die Injektion, mit der anderen hob er ihr schmales, blasses Gesicht an. Strich ihr mit dem Daumen über die trockenen Lippen und betrachtete sie einen Moment lang. Er zuckte zusammen, als sie die Augen öffnete und gequält wieder schloss. Panisch ließ er den Kopf los, nahm ihren Oberarm, setzte die Nadel am Oberarm an und stach hinein. Ungeübt wie er war, würde das Mittel ewig brauchen bis es wirkte, denn es musste sich erst den Weg durch das Gewebe bahnen, aber es würde wirken, dessen war er sich ganz sicher.

Er hob wieder ihren Kopf an und tätschelte sie leicht mit der flachen Hand auf die Wangen, um zu sehen, wie fest sie weggetreten war. Zufrieden lächelnd, ließ er ihren Kopf nach vorne sinken und setzte sich wieder auf seinen Platz. Die weißblonde Schönheit aus dem Lieferwagen saß nach wie vor gelangweilt da, nippte ab und an mal an ihrem Champagner und ließ das Liebkosen ihrer Hände gelangweilt über sich ergehen.

Als er sich zu ihr vorbeugte, um ihren Hals zu küssen, drückte sie sich angeekelt in den weich gepolsterten Sitz und versuchte sich ihm zu entziehen, was ihr nur mäßig gelang.
„Alexies mein Herz, jetzt hab dich nicht so, sei doch ein bisschen entgegenkommender!“, grunzte er schwer atmend, als er ihr schlankes Bein hoch strich. Angewidert zog sie die Nase kraus, es war ihr unangenehm, aber das interessierte ihn nicht sonderlich. Unbeirrt setzte er seine Wanderschaft fort, ignorierte ihr Unbehagen weiter, drängte sich gewaltvoll zwischen ihre Beine. Scheinbar wurde ihm ihr lustloses Gehabe zu blöd und er ließ sich beleidigt in seinen Sessel zurück fallen.

Die bewusstlose Bella hing nach wie vor in ihrem Sessel. Ihre Brust hob und senkte sich unmerklich, denn Carlisle hatte in dem Moment, als Bella zu sich kam und er mehr als nur panisch reagierte, nicht bedacht, dass er die Dosis halbieren sollte, es sei denn er hatte vor, sie schon jetzt zu töten.

Nach einigen Stunden Flugzeit und die eine oder andere Bedrängung später, steuerten sie den Privatflughafen in Rio an. Kaum waren sie gelandet, betraten zwei großgewachsene Männer den Jet, deckten Isabella mit einer Decke zu, hoben sie hoch und trugen sie behände aus dem Flugzeug, hinunter in die Limousine. Carlisle und seine Handlangerin Alexies verließen schweigend und mit ernster Miene den Flieger. Zusammen mit der Entführten, fuhren sie zu der nahe gelegenen Werft. Einer der beiden Riesen trug sie hinter dem Oberhaupt des Cullen- Coven her und zusammen bestiegen sie die „ANN“.

Diese moderne Yacht, die an Ausrüstung und Einrichtung nobler nicht sein hätte können, brachte die Passagiere hinüber auf „Esme Island“, eine kleine Insel, die Carlisle damals Esme als Liebesbeweis geschenkt hatte, aber mittlerweile war es so, dass er einen kleine Teil für sich selber nutzte. Das kleine Labor hätte genug Drogen vorrätig, um Bella einmal durch die Hölle und wieder zurück zu jagen, ohne das er auch nur einen Finger an sie legen müsste, aber das wäre zu einfach gewesen. Von den illegal gelagerten Schusswaffen würde er wohl weniger Gebrauch machen.

In diesem Areal war auch extra Bellas Verließ hergerichtet worden. Optisch glich es eher einem Bungalow für Touristen, wenn da diese Fesseln nicht währen. Im Normalfall wäre es ja so, dass es gar nicht notwendig wäre, Bella hierher zu bringen, denn seine normalen Opfer brachte er direkt um, aber hier war es anders. Er war der Meinung, hier gelten die alten Regeln. „König durch des Königs Todes“ wiederholte immer zu, aber keiner verstand so genau, was er meinte. Es war naheliegend, dass er dachte, dass er nur an die absolute Macht käme, wenn Bella ihm alles überschrieb, aber sie musste auf jeden Fall das Zeitliche segnen, denn sie wäre eine Gefahr. In jedem Sinne.

Der große Schrank von Mann trug sie hinein und setze sie auf dem großen Stuhl ab. Carlisle bestand darauf, die Lederbänder, die denen aus einer Irrenanstalt glichen, selber anzulegen, denn er misstraute jedem. Die Stunden verstrichen ohne besonderen Zwischenfall, wie denn auch, er hatte ja einen beträchtlichen Vorsprung.

Edward, der sich erst vor einigen Stunden aufgemacht hatte, um nach Hause zu kommen, musste erst mal heraus finden, wo sein Vater war und baute darauf, dass seine Mutter ihm helfen würde, sobald sie erfuhr, was sich zu getragen hatte. Das ausgerechnet jetzt diese verdammte Aschewolke ihm einen Strich durch die Rechnungen machen musste, grenzte schon beinahe an perverse Schicksalsschläge, über die er die Oberhand gewinnen musste.

Unsicher, ob er ihr nicht doch zu viel gespritzt hatte, schlich Carlisle um Bella herum. Seine Sorge, dass er ihr vielleicht doch zu viel verabreicht hatte war groß, denn er ist sich erst bewusst geworden, dass die Dosis zu hoch gewesen war, als Bella nach sechzehn Stunden noch immer kaum Pulsschlag hatte und flacher atmete als zuvor.

Langsam kam Bewegung in die leblose Gestalt, die gefesselt auf einem Stuhl hing. Erst war es nur eine kleine Reaktion, ein Zucken, eine minimale Bewegung der Wimpern. Einem unbedarften Beobachter wäre es vielleicht gar nicht aufgefallen, oder er hätte es als unbewusste Bewegung abgetan. Einem geübten Beobachter war aber klar, dass es nur eines bedeuten konnte, nämlich dass Bella sich nur noch bewusstlos stellte und schon längst wach war. Vermutlich war sie sich dessen bewusst, was geschehen war, denn sie hatte immer schon einen bemerkenswerten Sinn für Gefahr.


Carlisle lies die Messerspitze unendlich langsam über ihren Kehlkopf wandern, während er mit der anderen Hand grob ihren Haarschopf packte, um ihren Kopf nach hinten zu über strecken. Er verursachte keine große Wunde, sondern verletzte nur die obersten Hautschichten. Nicht einen einzigen Wimpernschlag gönnte sie ihm, es wirkte, als wäre sie nicht da.

"Liebe kleine Bella", säuselte er fast zärtlich, "was mache ich nur mit dir?"
In einer schnellen Bewegung riss er das Messer hoch und verpasste ihr einen kurzen Schnitt, direkt unter dem linken Auge. Wie Tränen begannen dicke, rote Blutstropfen aus dem Schnitt hervorzuquellen, was Carlisle ein entzücktes Lächeln entlockte. Ihre Augen, die sie weit aufgerissen hatte, als das Messer Bekanntschaft mit ihrem Fleisch machte, folgten seinen Bewegungen unbemerkt.

"Ist es nicht immer wieder schön zu sehen, dass jeder von uns doch nur aus Fleisch und Blut besteht?" Er beugte sich vor und leckte mit der Zungenspitze die Spur des Blutes nach, die sich über ihre Wange zog. Bella schüttelte es innerlich vor Abscheu, aber sie starrte ihn unverwandt an und sagte keinen Ton.

"Mhm", machte Carlisle nachdenklich, „vielleicht sollten wir etwas anderes probieren.“,
fuchsteufelswild über ihrer Beherrschtheit. Kein scharfes Lufteinziehen, kein Wimmern, noch nicht mal ein unbemerktes Zucken kam ihr aus. Fieberhaft überlegte er, wie er sie aus der Reserve locken konnte.


Abrupt ließ er ihren Kopf los und nahm ihre Hand. Er drehte sie so, dass die Handinnenfläche von ihm weg zeigte und hielt ihren Mittelfinger fest umklammert. Dann setzte er die Messerspitze auf ihre Fingerkuppe und fing an, sie mit leichtem Druck zu bearbeiten. Er setzte die Spitze dicht bei dicht und summte dabei leise vor sich hin.
Die erste halbe Minute war noch erträglich, aber nach zwei Minuten schossen Bella die Tränen in die Augen und sie presste die Lippen aufeinander.

"Faszinierend, nicht wahr?" Carlisle lächelte sie an, als würde er ihr gerade ein Geschenk überreichen. "In der Fingerkuppe liegen die Nervenenden am dichtesten zusammen. Bei solch einer dauerhaften Stimulation, kommt es zur Überreizung der Nerven und einer Potenzierung des Schmerzes. Sehr unangenehm, oder?" Er freute sich, er war zu entzückt über die paar Tränen in ihren Augen und den zusammengepressten Lippen, dass er dachte, er wäre demnächst seinem Ziel sehr nahe.

Doch da Bella auch nach zehn Minuten noch immer keine Anstalten machte, auch nur den geringsten Pieps von sich zu geben, ließ Carlilse von ihr ab. Frustriert lief er einige Schritte vor ihr auf und ab, was sie nutze, um ihre Atmung weiterhin unter Kontrolle zu halten.


Es war Carlisle nicht aufgefallen, aber Bella nutzte eine bestimmte Atemtechnik, die sie von Emmett gelernt hatte, um sich zu konzentrieren und vom Schmerz abzulenken. Sicherlich hatte Carlisle ihren schnellen Einatmen – Einatmen – Ausatmen – Einatmen – Ausatmen – Ausatmen – Einatmen – Ausatmen - Rhythmus als ein Zeichen der Schwäche gedeutet, als Hinweis, dass sie bald zusammenbrechen würde und wieder fühlte er sich dem Ziel recht nahe.

Doch Bella war noch lange nicht am Ende ihrer Kräfte, auch wenn ihr bereits Schweißperlen auf der Stirn standen. Solange sie es schaffte sich zu konzentrieren, konnte er ihr nichts anhaben.

Urplötzlich ergriff er wieder ihre Hand, legte sie auf den Tisch und rammte ihr das Messer durch den Handrücken. Bella musste sich auf die Zunge beißen, um nicht los zuschreien, denn durch die kalte Klinge, des hochwertigen, japanischen Stahls, durchfuhr sie ein bestialischer reißender Schmerz. Carlisle hatte die Klinge zusätzlich noch in Wasserstoffperoxid getaucht und durch das Brennen des Mittels, wurde der Schmerz zusätzlich noch verstärkt. Das war der Grund, wieso kurzzeitig ihre Atmung durcheinander gekommen war, doch innerhalb von ein paar wenigen Sekunden schaffte sie es, sich wieder zu fangen.
Ungläubig starrte Carlisle sie an. Er wusste, dass es höllische Schmerzen bereiten musste und so langsam kam ihm der Verdacht, dass er bei ihr mit Schmerzen nicht weiterkommen würde.

Irritiert lies er von ihr ab, zog es aber vor, dass Messer nicht herauszuziehen. Stürmte aus dem Bungalow und schrie nach Alexies. Genervt kam diese seinem Schreien nach und er erklärte ihr in kurzen Worten, was Sache war. Sie möge das Messer entfernen und die Wunde mit einem Verband notdürftig versorgen. Alexies versuchte Carlisle dazu zu bewegen, Bella wenigstens mit Wasser zu versorgen, denn eine bewusstlose Gefangene konnte kaum seine Dokumente unterschreiben.

Nach kurzem Zögern willigte er ein.

Er wirkte auf Unbeteiligte oft seriös und souverän, aber wenn es darum ging, sich sein ersehntes Recht zu verschaffen, glich er eher Viktoria.

Die weißblonde Schönheit straffte den Rücken, atmete ein paar mal tief ein und aus und betrat den Bungalow im Lichtschatten der hochstehenden Sonne. Bella musste die Augen zusammenkneifen, um zu erkennen wer es war, aber als sie den mageren Schatten zuordnen konnte, verengten sich ihre Augen zu noch schmaleren Schlitzen und ihre Lippen formten nur mehr einen schmalen Strich.

„Bella“, hörte man sie leise flüstern, „du kannst dir ja gar nicht vorstellen, wie leid mir das alles tut. Ich wollte wirklich nicht, dass er dir das antut..“ und zeigte auf das noch immer tief in der Hand steckende Messer.

Heiseres Lachen löste sich aus Bellas Kehle. In ihrem Blick lag die pure Verachtung, wie sie nur jemand spüren konnte, der nichts als Hohn für die Person gegenüber erübrigen konnte. Sie hasste Alexies, das sah man.

„Du denkst doch nicht im Ernst, dass ich dir auch nur ein Wort davon glaube? Egal, wie sehr du jetzt auf die Mitleidsdrüse drücken willst, es ändert nichts daran.“, sprach Bella heiser, aber bestimmt.

Gekränkt nahm Alexies das Messer und zog es aus der Hand. Nur ein kurzes, gequältes Zischen entwich Bellas Lippen. Sie spülte die Wunde durch, legte einen Tupfer darauf und verband sie. Der schneeweiße Verband begann sich schnell mit Blut voll zu saugen, aber die Wunde würde mit Sicherheit bald aufhören zu bluten.

Sie nahm eine Flasche Wasser, drehte den Verschluss ab, zeigte Bella die Öffnung und hielt sie ihr an die Lippen. Isabella drehte den Kopf angewidert weg, machte keine Anstalten zu trinken, auch wenn sie durstig war. Genervt von ihrem zickigen Gehabe, fuhr Alexies ihr ins Haar, krallte sich darin fest und zog den Kopf nach hinten. Bella biss die Zähen zusammen und starrte an die Decke. Die Blonde setzte wieder an, drängte sich ein Stück zwischen ihre Lippen, ließ das Wasser hineinlaufen und vergewisserte sich, dass Bella daran nicht ersticken, es aber auch nicht mehr ausspucken würde.

„Trink, verdammt noch mal, du wirst doch nicht allen Ernstes hier verdursten wollen? So blöd bist ja noch nicht mal du!“, flüsterte das blonde Gift Bella ins Ohr und Bella begann zu trinken. Schluck um Schluck verschwand es ihre ausgetrocknete Speiseröhre hinunter.

„Braves Mädchen“, lobte Alexies sie und strich ihr leicht über der Kopf, als sie ihre Haare losließ, setzte die Flasche ab, stellte sie auf den Tisch und verschwand wieder hinaus. Keine fünf Minuten später kam sie mit einem trockenen Stückchen Brot wieder, welches sie Bella, in kleinen Happen, in den Mund legte. Bereitwillig aß sie, obwohl sie sich nicht sicher war, weswegen Alexies das tat.

„Oh hör auf so zu schauen, ich tu es nicht für dich. Ich kann dich noch immer nicht leiden. Du bist mitunter das zickigste, arroganteste und dümmste Weib, das ich kenne, aber so leid es mir auch für dich tut, ich liebe James und da Carlisle meine Tochter erst freigibt, wenn du diese scheiß Papiere unterzeichnet hast, musste ich wohl oder übel seinen Befehlen Folge leisten.“, erklärte sie mit zorniger Stimme und sah Isabella tief in die Augen.

Bella rollte ihre Augen nach hinten und den Kopf schnell zur Seite. Man erkannte nur zu deutlich, dass ihr das Gesagte zusetzte.
„Süße, das reicht. Ich denke du hast sie genug versorgt!“, säuselte Carlisle, der gerade zur  Türe hereinkam. Seine grau-blonden Haare waren noch feucht vom schwimmen. Er war die Ruhe in Person, das sah man ihm an. Sein kleiner Teilerfolg und das bisschen Gras von vorhin vervollständigten seinen Zustand und er trat wieder auf Bella zu.

„Wie ich sehe, bist du gestärkt und erfreust dich beinahe bester Gesundheit, Liebes. Ich habe mir schon gedacht, dass du auf Gewalt nicht anschlagen wirst, aber ich denke, ich hab noch so ein paar Asse im Ärmel! Willst du sie sehen, oder unterschreibst du freiwillig die Übertragungs- und Verzichtsurkunden?“, flüsterte er viel zu dicht an ihrem Ohr, so dass sie schon seinen Kaugummi- Atem auf ihrer Haut spüren konnte.

„Fahr zur Hölle“, zischte sie und spuckte ihm ins Gesicht. Darauf hin verlor er seiner Beherrschung. Seine flache, rechte Hand klatschte auf ihre Wange. Tränen traten ihr erneut in die Augen, doch sie schluckte hart die Demütigung hinunter und sah ihn nur finster an. Er lächelte, ging zu einem Beistelltischchen und nahm eine kleine, silberne Fernbedienung, betätigte einige Tasten und ein Bildschirm, direkt an der Wand gegenüber, begann zu flimmern.

Eine Frau mittleren Alters erschien am Bild und Bella erkannte sie sofort. Die müden, leicht eingefallenen Augen, die strähnigen, ungewaschenen Haare und die fahle Haut sprangen ihr buchstäblich entgegen. Isabella riss die Augen weit auf, das pure Entsetzen stand ihr ins Gesicht geschrieben.

Carlisle wirkte zufrieden und lächelte breit.

„Liebes, kannst du dir vorstellen, was passieren wird, wenn du nicht unterschreibst?“ Bella starrte an ihm vorbei, auf den Bildschirm. Ihre Augen noch immer weit aufgerissen, die Pupillen stark geweitet, starrte sie gebannt auf den Bildschirm.

Sie verlor die Beherrschung und brachte nur mehr ein gequältes „Mutter“ heraus. „Du denkst, dass ein Video meiner Mutter mich dazu bringt, dir alles zu übertragen, was Aro erschaffen hat?“, spie sie heraus.

„Bella? Bella??“, schrie die Person am Bildschirm und Carlisle lachte teuflisch.

„Ich muss dich enttäuschen Liebes, es ist eine Videoübertragung, sie hört dich, und mich, und uns und einfach alles“, kicherte er erfreut und Bella senkte nur mehr bestürzt den Kopf, schloss die Augen und atmete tief ein.

Sie musste ihren inneren Schweinehund überwinden, das sah man ihr an. Einen weiteren Augenblick später, hob sie ihren Kopf, öffnete die Augen und blickte mit festem, starren Blick auf den Bildschirm.

„Knall sie ab, mir doch egal“, sprach sie mit klarer, lauter Stimme und Carlisle, der bis jetzt noch dümmlich grinsend neben ihr stand, die Hände leicht aneinander klatschend, hielt inne und starrte sie entsetzt an. Er konnte nicht glauben, was Bella gerade gesagt hatte. Damit hatte selbst er nicht gerechnet.

Carlisle riss Bella an den Haaren, öffnete die Gurte und zog sie kraftvoll hoch. Bella schrie, denn dagegen konnte selbst sie nicht mehr ankämpfen. Tränen liefen ihr die Wange herunter. Dicht vor dem Bildschirm hielt er inne. Einen Arm fest um Bellas Mitte geschlungen, die andere Hand fest in ihren Haare.

„Da Renee, schau sie dir an, DEINE Tochter. Hast du gehört, was sie gerade gesagt hat? Abknallen soll ich dich, wie einen Straßenköter, deinem eigenen Fleisch und Blut ist es egal, was aus dir wird, wie findest du das?“, schrie er und riss Bellas Kopf dabei vor und zurück.

„Das ist nicht meine Tochter und der Tod ist besser als das Wissen darüber, was aus ihr geworden ist“, zischte Renee weinerlich. Carlisle konnte seinen Ohren nicht trauen und Bella liefen die Tränen herunter. Es gab nur zwei Möglichkeiten, entweder wusste Renee, dass Bella log, oder es war ihr Ernst. Bella konnte die Worte ihrer Mutter nicht zuordnen.

„Gut, wie ihr wollt, dann sitzen wir das hier eben aus. Mir ist es gleich, ich bekomme was ich will, egal wie.“, wisperte er, zerrte sie an den Haaren wieder auf den Stuhl und band sie hektisch fest.
Das waren unvorhersehbare Komplikationen und diese konnte er sich nicht leisten, denn seine panische Angst, so nah am Ziel zu scheitern, lag ihm schwer im Magen. Carlisle verschwand für einige Tage und ließ Bella in dem Bungalow sitzen. Einzig und allein Alexies sorgte dafür, dass sie etwas zu essen und zu trinken bekam. Isabella war schweigsam und sah apathisch aus dem kleinen Fenster.

Ihre Haltung war angespannt, was wohl an den Fesseln lag und daran, dass sie seit Tagen im sitzen schlief. Gerade nur, um auf die Toilette zu gehen, durfte sie aufstehen und das gelang ihr nur mit Hilfe von Alexis, denn sie war eindeutig zu schwach.

Carlisle kam nur ab und zu vorbei, um zu sehen, ob sie noch lebte und wie ihr Zustand sei. Immer in der Hoffnung, dass sie vielleicht doch schon unterzeichnen würde, aber vergebens. Isabella war stur, wie eh und je.

Sogar als er ihr am Bildschirm zeigte, wie er ihre Mutter quälen ließ, mit den selben Methoden, die er bei ihr an wandte, zuckte sie kaum. Ihre Augen fest auf den Schirm gerichtet, versuchte sie wohl, dass Gesehene auszublenden.

Zehn Tage nach Bellas Ankunft auf der Insel, stand Carlisle mal wieder bei ihr im Bungalow. Er wollte sie gerade wieder am Haarschopf packen, als sein Telefon läutete. Seine Hand hatte sich schon in ihren Haaren vergriffen, als er mit der anderen sein Mobilfunkgerät aus der Hose zog.

„Sieh an...mein missratener Sohn, dem die Familie nichts Wert ist, was kann ich mal wieder tun für dich?“, sagte er mit ironischer Stimme ins Mikrofon.

„EDWARD“, schrie Bella plötzlich aus der Starre erwacht.

Geschockt ließ Carlisle Bellas Haare los, legte ihr die Hand auf den Mund und drückte fest zu. So fest, dass kein Laut mehr aus ihrem Mund kam.

Resignierend schloss sie die Augen, denn sie wusste, dass sie jetzt sterben würde.......



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen