Das verflixte 7 Jahr
Ganz nervös stand ich zusammen mit Alice in dem großen Zimmer dieses Schlosses und sie versuchte meine wiederspänstigen Haare unter Kontrolle zu bekommen. Sie fluchte und schimpfte mit Haarklammern im Mund und einer großen Dose Haarspray bewaffnet zupfte und rupfte sie auf meinem Kopf herum.
„Alice, hättest du jemals gedacht, dass wir es echt tatsächlich so weit schaffen würden, dass er mich fragt ob ich seine Frau werden will und dass wir tatsächlich heiraten würden“ fragte ich sie mehr als nur gerührt und sie maulte nur, dass ich jetzt ja nicht auf die kommen sollte zu heulen, denn nochmal würde sie nicht von vorne beginnen.
Meine Nerven waren zum bersten gespannt und als ich diese ewig lange Treppe mit diesem Traum aus Seide und Tüll herabsteigen musste ohne mich in dem viel zu langen Schleicher zu verheddern.
Ungläubig starrte ich ihn an, als ich den weg zu ihm langsam und im Takt der Musik beschritt und als er dann auch noch n tatsächlich „JA, ich will“ sagte, wusste ich, dass ich die glücklichste Frau auf Erden war.
Urplötzlich fuhr ich aus meinem Tagtraum, denn ich immer an diesem besonderen Tag träumte hoch.
Wir haben heute unseren 7 Hochzeitstag, es ist der 7.7. 2014. Wie jedes Jahr stehe ich in der Küche und bereite das Backsteinkäsefondue zu, dass Edward immer schon so gern aß. In unserer neumodischen Küche stank es dank dem Käse nach frisch benutze Windeln gemischt mit Kuhstallaroma. Alles in allem einfach nur Traumhaft, man muss zwar für dieses Fondue schon sehr masochistisch veranlagt sein, aber was tut man nicht alles für seine einzig wahre große Liebe.
Verträumt stand ich in der Küche und bereitete gerade den Teig für das selbstgebackene Brot zu, denn Ed konnte ja nicht das normale Bäckerbrot essen, davon bekommt er immer Blähungen. Gerade als ich Wasser und Mehl zu einer sämigen Masse kneten wollte läutete dieser blöde Festnetzapperat. Griesskrämig kratzte ich die Teigreste von meiner Hand und wusch sie blitzschnell unter fliesend warmen Wasser. Hastig sprintete ich zum Telefon und konnte den Anruf in aller letzter Minuten noch annehmen. Es war nicht anders zu erwarten, denn Alice war am anderen Ende der Leitung. Die alte Schnattergans plapperte sofort drauf los und ich konnte sie noch nicht mal abwürgen, denn dazu hätte ich mal zu Wort kommen müssen. Sie redete über ihren Tag und über ihre Kundinnen in ihrem Kosmetikstudio. Selbstverständlich war sie über die High-Society hier in London bestens informiert, denn bei einer Pediküre redete man nicht nur über Hühneraugen oder Erektionsstörungen, nein da wurde sich tagtäglich so richtig schön das Maul zerissen, denn das beherrschten die Damen von Welt in der Königsdisziplin. Alice redete und redete und redete und ich wusste nicht wie ich sie stoppen konnte.
„Du....ähm Alice sei mir nicht böse, aber ich sollte weiter machen ich muss doch noch die Hochzeitstag Vorbereitungen vollenden....“meinte ich entschuldigend, aber sie nahm es mir wie immer scheinübel. Das monotone Klicken in der Leitung sagte mit, dass sie aufgelegt hatte.Ich begann erneut an meinem Brotteig zu kneten, als mir einfiel, dass ich das Kraut auch noch auf den Herd schieben sollte. Verflixt und zugenäht, dass ist der schlimmste Tag seit langem, heute geht echt alles irgendwie schief. Mit dem Ellbogen schob ich den Topf so irgendwie auf die mittlere Herdplatte und drehte mittels einer akrobatischen Glanznummer an der Temperaturregelung. Plötzlich läutete es an der Wohnungstüre genervt zog ich das Rotkraut, welches ich gerade eben aufgestellt hatte wieder.
Wieder wusch ich mir die Hände und während ich an die Tür hechtete wischte ich sie mir in der Schürze ab. Hektisch, genervt und mittlerweile echt schon leicht sauer riss ich die Türe auf und schaute den Mann der da davor stand mit bitter bösem Blick an. Allen Anschein nach war es ein Vertreter und auf diese reagierte ich immer besonders allergisch, denn die verstanden einfach kein NEIN DANKE. Gerade als ich die Tür schon wieder schliessen wollte ohne auch nur ein Wort zu sagen stellte diese impertinente Person seine ekelig dicken und unförmigen Quadratlatschen in die Türe. Ich wurde wütend, denn ich hasste solche Menschen einfach,m da die meisten ja sowieso nur Scheisse verkauften raubte dieser hier mir unendlich viel Zeit. Diese Hochzeitstage kosteten mir immer ganz besonders viel Nerven und Kraft. Ich wollte doch, dass alles für diesen Tag perfekt ist, aber der liebe Gott scheinbar nicht, denn er schickte mir immer solche Vollidioten an Tagen wo ich alles andere als Fähig war meine Laune und mein Temperament zu zügel.
„Ent...“ wollte der Mann dessen Fuss noch immer in meiner Tür stand zu zu sprechen beginnen, aber ich straffte ihn mit einem eiskalten allesverheissenden Todesblick und er verstummte. Nervös kaute er an seiner Lippe herum. Gott sogar die war hässlich. Ich verlagerte noch immer bis aufs äusserste gereizt mein Gewicht von einem Bein aufs andere und versuchte an etwas erfreuliches zu denken. Das einzige was mir einfiel, war mein Mann Edward wie ich mich ihm das erste Mal hingab. Während er mich umgarnte wie es Männer immer nur mit extrem teuren und schnellen Autos taten, versuchte ich mich möglichst lange ihm fern zu bleiben. Mit mässigen Erfolg, denn ich war so angetan von seinem überaus durch trainierten muskulösen Oberkörper und seine Art mit seinen intensiv stechend grünen Augen zu schauen. Allein schon der Gedanke daran ließ mich vor beginnender Erregung seufzten. Urplötzlich besann ich mich wieder auf das Szenario vor mir, denn der Mann begann erneut seinen Vortrag lispelnder Weise vorzutragen, genervt rollte ich mit den Augen. Das konnte nicht sein ernst sein, dass gab es doch nicht.
„Sorry aber habe ich Sie richtig verstanden? Sie belästigen mich hier und stehlen mir m eine Zeit wegen ordinären Haushaltsbesen?“ kreischte ich hysterisch.
„Aber NEIN, sie haben mir nicht zugehört, denn der Nimbus 2000 fegt die Stube quasi von alleine. Durch seine Griffigkeit und der Einkerbung für die optimale Handhaltung liegt der Nimbus perfekt in der Hand......hier probieren sie es mal!“meinte er und drückte mir dieses Ungetüm von Besen in die Hand. Verdattert stand ich nun da und wusste nicht was ich mit diesem Ding machen sollte, wenn ich ihn damit erschlagen würde, dann hätten wir wieder die Polizei in unserer Wohnsiedlung und immerhin hatten ich schon einen Staubsaugervertreter im Keller liegen und ich denke diesmal würde ich um eine Wohnungsdurchsuchung herum kommen. Ich wette dieser Bastard war so wie die meisten ekeligen Vertreter das Produkt eines außerehelich Aktes über den ich nicht mal näher nachdenken wollte, denn sonst käme mir die Galle hoch. Edward sagt immer ich soll diese Vertreter nicht immer so sträflich diskriminierend behandeln, aber ich meine wenn die nicht mal ein simples NEIN verstehen können......Tief in Gedanken versunken bekam ich nicht mit das mich dieser Mann von oben bis unten musterte und anzüglich zu mir meinte:“ Na der steht ihnen aber gut der Nimbus“
In diesem Moment sah ich einfach nur mehr rot. Ich wuchtete das Ungetüm in die Höhe und schlug es ihm erst auf den Kopf und dann verdrosch ich ihn in brauchtümlicher Hausfrauenmanier, so wie man es noch von Oma gelernt hatte oder wie man es in diesen alten Schinken im Fernsehen immer sah.
Ich wusste das Vertreter laufen konnten aber dieser hier schlug den Rekord alle Male. Ich rief ihm nur nach, dass ich fand es wäre besser wenn ihr künftig zölibatär leben würde oder zum Komasaufen anfangen würde, denn wenn ich ihn nochmal an meiner Tür habe würde ich ihn eigenhändig mit dem Kaffeelöffel kastrieren.
Nachdem der Vertreter schon zwei Häuserblocks weiter war schloss ich die Türe und ging selbstzufrieden wieder in die Küche um den Hauptgang fertig zuzubereiten und endlich das Brot zu backen, denn eine Fondue ohne Brot ist eine wahrer Zustand.
Während ich gerade die Ente würzte fiel mir ein, dass ich etwas wirklich wichtiges Vergessen hatte, denn wenn ich wollte, dass Edward seinen ehelichen Pflichten nach kam, wäre eine Intimrasur von Nöten den ohne wäre er nur halb so bemüht wie sonst.
Endlich war es 19 Uhr und er würde gleich nach Hause kommen. Alles war vorbereitet, das Essen stand am Tisch, ich hatte es noch bis unter die Dusche geschafft und der Hauch von Nicht der lieblich meinen Körper umspielte, sass auch mehr als nur perfekt. Ich hörte schon die Haustüre, als ich ich bin ich Position warf und sehnsüchtig auf ihn wartete. In meinem Kopf macht eich mir schon die möglichen Geschenke aus, denn ich war mich sicher, dass er diesen Hochzeitstag ganz bestimmt nicht vergessen hatte, denn immerhin hatte er es hoch und heilig geschworen.
Edward war ein wirklich guter Ehemann, aber das mit den wichtigen Anlässen hatte er einfach nicht drauf. Ständig vergass er Geburtstage, Hochzeitstage, Namenstage...Natürlich warf ich es ihm immer vor, denn ich vergass seinen Geburtstag ja auch nicht.
Als er seinen Schlüssen auf den Vorzimmerkasten warf und sich ächzend ins Wohnzimmer schleppte hatte er weder Blumen noch irgendetwas in der Hand, das so aussah wie Geschenk. Schwerfällig ließ er sich aufs Sofa fallen ohne von mir auch nur Notiz zu nehmen. Plötzlich schrie er, dass er schon zu Hause wäre und wo ich den nur stecken würde. Ich räusperte mich augenblicklich und er meinte nur so: „ Ach da bist du, dachte du wärst schon wieder nicht da. Du sag mal wann gibt’s den Essen? Ich bin so hungrig ich könnte eine ganze Sau verdrücken“ ohne sich auch nur umzudrehen oder sich auch nur einen kleinen Millimeter vom Sofa weg zu bewegen.
Ich räusperte mich so lange bis er sich umdrehte und ihm ein Ohhhh entwischte. Gefrustet warf ich ihm ein aggressives „JAAAA OHHH“ entgegen und schrie ihn an, dass er es noch nicht mal mitbekommen würde wenn ich nackt auf diesem Tisch liegen würde.
„Weisst du seit 7 Jahren ist es das selbe scheiss Spiel....jedes Jahr vergisst du unseren Hochzeitstag. Jedes Jahr warte ich hier auf dich, immer mit einer oder mehreren Überraschungen und jedesmal ist dieser Tag eine einzige bittere Enttäuschung. Du kommst nach Hause und verhältst dich wie Al Bundy. Ich hab die Schnauze so voll.“ spie ich ihn entgegen, nahm das Käsefondue und kippte es ihm auf die Füsse. Verdattert starrte er mich an, als ich die selbstgemachten kleinen Brote nahm und auf den Käse warf. Wie angewurzelt stand er da und starrte mich an, noch immer brachte er keinen einzigen Ton über sein wohlgeformten Lippen. Mit wiegenden Hüften ging ich hinüber zu unserem Wohnzimmertisch und nahm die Fernbedienung vom Fernseher und warf sie ebenfalls in den gleichmässig sich auf den Parkettboden verteilenden Käse.
Edwards Gesichtfarbe änderte sich von blass auf leicht rot und dann auf Feuerrot, dass ist ein Zeichen dafür, dass ich jetzt besser so schnell von hier weg sollte wie es mir nur möglich war. Seine strahlend grünen Augen wurde dunkler und ich wusste ein entkommen war unmöglich. Vielleicht hatte ich überreagiert, aber die Enttäuschung war zu groß. Ich liebe diesen Kerl, keine Frage...es gab immer nur ihn, aber diesmal ist er zu weit gegangen. Immerhin hatte er es mir geschworen und trotzdem hatte er es vergessen.....
Endlich reagierte er. Edward streifte sich so gut es ging mit den Füssen den Käse ab und machte einen Schritt auf mich zu. Instinktiv machte ich einen Schritt zurück, aber sein großer starker Arm hatte sich schon um meine Taille geschlungen und mich gespielt unsanft an sich gerissen. Mich wehrend schlug ich auf alles ein was mir in die Quere kam, allerdings war das nicht so effizient und er hatte mich auch schon über seine Schulter geworfen.
„Bella wenn du nicht sofort aufhörst hier herum zu schlagen, dann werde ich dich höchst persönlich im Frauenhaus abgeben“ schimpfte er mit mir. Edward trug mich durch alle Räume, als er mich plötzlich hinstellte eine Tasche aus dem Schrank zog und mir die Augen mit einem schwarzen Seidentuch verband, mir einen Mantel anzog und mich schlussendlich wieder schulterte. Wie ein Paket verlud er mich im Auto und ich in mir machte sich eine Mischung aus Angst und Erregung mit einem fetten Patzen Freude breit. Unruhig rutschte ich auf meinen Sitz hin und her, jede Frage wurde von Edward entweder geschickt überhört oder nicht beantwortet.
Nach gefühlten 30 Minuten Autofahrt hielten wir an, er half mir aus dem Auto und dirigierte mich mit einer Hand im Rücken in die von ihm gewünschte Richtung. Leichte Schauer lief mir über den gesamten Körper, eigentlich mochte ich keine Überraschungen, aber diesmal war ich mehr als gespannt was auf mich zu kam. Ich hörte leises gemurmmel und spürte das Edward wohl genickt hatte. Ich vermutete, dass wir in ein Hotel oder so eingecheckt waren, aber sicher konnte ich mir nicht sein. Immer noch wurde ich blind herumgeführt, unsicher stolperte ich vor mir her und die Neugier stieg von Sekunde zu Sekunde.
Scheinbar waren wir angekommen, denn ich hörte wie ein Schlüssel umgedreht wurde und wie eine Türklinke hinunter gedrückt wurde. Die Tasche flog mit einem dumpfen Knall am Fussboden, aber so wie Edward kenne war es nicht nur der Fussboden sonder mit Sicherheit die nächst beste Ecke. Er liess mir nicht viel Zeit mich an die neue Umgebung zu gewöhnen sonder führte mich sofort weiter.
Ich wusste noch immer nicht wo wir waren oder wo ich in diesem Moment stand. Auf einmal löste sich meine Augenbinde und ich musste ein paar Mal erschrocken blinzeln, denn vor mir streckte sich eine große Pool-landschaft und ein satter grüner Wald.
Im Pool waren mit Kerzen bestückte Seerosen drapiert. Ich konnte meinen Augen nicht trauen, wie in einem surrealen Traum rieb ich mir meine Augen und schaute immer zwischen den Seerosen und Edward hin und her. Er stand einfach nur da und hielt mich im Arm. Erst Sekunden später nahm ich wahr, wie die Seerosen geformt waren, denn da stand:
Herzlichen Glückwünsch zum Hochzeitstag, Isabella
Ich liebe dich!!
Ich liebe dich!!
Ich wand mich schlagartig zu ihm herum und drückte meine Lippen auf seine und wir versanken in einem tiefen innigen Kuss. Als wir uns schweren Herzens wieder voneinander gelöst hatten umarmte ich ihn fest.
Mit leiser Stimme flüsterte Edwarde:“Und du dachtest schon ich hätte vergessen und mein Versprechen gebrochen! Hey das war das verflixte 7te Jahr und ab jetzt
biss zur Ewigkeit “
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