Outtake zu Stockholm meets Lima von Uratoh
4 Uhr morgens irgendwo auf dieser Welt
Wiedermal stand ich in der Küche und buk die doppel-ultra-chrunchy-trippelchocolat-special-Kekse für meinen lieben Ahab. Jeden Tag, nachdem er seinen Job getan hatte, kam er bei mir in der Küche vorbei, um sich einen Teller randvoll gefüllt mit Keksen abzuholen. Während ich so die Schokoteilchen in die Kekse rein drückte, überlegte ich was ich dem Rest der Meute heute vorsetzten würde, denn leider war es nicht nur meine Aufgabe für Ahab´s Wohl zu sorgen, sondern auch für alle anderen.
Gemächlich erklomm die Sonne den Weg nach oben und so langsam kam Leben ins Haus. Die Hiergebliebenen kamen zum Frühstück und warteten sehnsüchtig auf die Anderen. Im Laufe des Tages schwang dann endlich die Türe auf und sie kamen herein. Die Anderen hatten sie schon draußen begrüßt, aber ich wollte nicht aufdringlich erscheinen und musste außerdem das Essen vorbereiten. Das Wiedersehen war nahezu perfekt, bis auf die Tatsache, dass sich zwischen Ahab und Sally jemand mir völlig Fremdes herein drängte und sich unsicher an Ahab klammerte. SICH AN AHAB KLAMMERTE, das geht ja mal gar nicht, meine Alarmglocken schlugen gleichzeitig sowohl Bomben-, als auch Feueralarm.
Nun, vielleicht klammerte sie auch nicht wirklich, sondern lief nur neben ihm her. Oder vor ihm. So mit drei Meter Abstand.Aber das war eindeutig zu nah. Viel zu nah. Dreihundert Kilometer wären in Ordnung. Oder am Besten ein anderer Kontinent. Oder Planet. Denn eines war sicher, das blonde Gift hatte irgendwie ihre dreckigen Pfoten an Ahab gelegt, da sie einen Lutscher im Mund hatte. Einen von DEN Lutschern, die ich immer extra für Ahab bestellte.
Als Bella ganz kurz feststellte, dass wir ab heute einer mehr sein werden bei den Mahlzeiten, ging die Welt samt Universum unter. Ich stürmte zurück in die Küche und schlug die Türe hinter mir zu. Und das, obwohl ich eine Drehtür hatte. Für mich war die Situation mehr als nur KLAR. MEIN Ahab, naja ok nicht ganz mein, aber MEIN Ahab schleppte so eine zu kurz geratene, blonde Schnepfe an, die sich auch noch an ihn klammerte, während ich mich über sein Heimkommen freute. Frustriert stampfte ich hinüber zu meinem Wetzstahl, um meine Ausbeilmesser zu schleifen, denn ohne dem konnte ich nur schwer den Hirsch auslösen, den es heute zum Abendessen geben hätte sollen. Was gerade mehr als unsicher war. Vielleicht würde es auch Zwergenbraten geben. Die Blonden sollten sich ausgezeichnet zum braten eignen - habe ich gehört
Ich überlegte, wie lange es wohl dauern würde bis sie gar war, wenn ich sie... NEIN...ich rief mir zu Besinnung, das konnte ich nun wirklich nicht bringen. Ich mein sie war ein Mensch, oder? NAJA JA sie war ein Mensch, ich musste sie wohl oder übel ertragen, aber ich mein würde es wirklich auffallen wenn....
Während ich mein Ausbeilmesser wieder dazu brachte ein fallendes Blatt Papier zu schneiden, kamen mir noch einige andere blutdurchtränkten Gedanken..... Ich war heilfroh, dass sie Bella nicht zu mir in die Küche brachte, um uns vorzustellen. Nachher war das Püppchen vielleicht noch Vegetarier und ich müsste extra für sie Tofu machen. Das würde gar nicht in die Tüte kommen. Seufzend zerschnitt ich Hirschfleisch für Gulasch und stellte mir dabei vor, es wäre ein Stück von dem blonden Monster.
Vielleicht würde sie ja auch ruck zuck wieder verschwinden und Ruhe einkehren.
Dem war leider nicht so.
Irgendwie wurde ich diese Mädchen wohl doch nicht so einfach mehr los, scheinbar war sie die nervige Schwester von Sally und dagegen konnte ich einfach nichts tun, außer sie mit Ignorieren zu strafen.
Wenn ich die Vorspeise auftrug, vergaß ich ihre, beim Hauptgang war ihre Portion besonders intensiv VERSALZEN, beim Dessert bekamen alle ihre Lieblingsspeisen und sie einen alten Apfel. Die Blicke von den anderen hätten einen umbringen können, aber es war mir egal. Was mich aber störte war, dass das blonde Ungeheuer keinen Mucks dazu sagte, sondern immer nur wie blöd lächelte. Aber was war bei der einen Gehirnzelle im Kopf auch anderes zu erwarten.
Eines Tages stand die Kleine bei mir in der Küche und wollte sich aufdrängen. Mir HELFEN! Ha, ich konnte ihr gerne beim vorzeitigen Ende ihres irdischen Daseins behilflich sein. Ich verlor beinahe die Nerven, beim Messer wetzen wäre es mir fast aus der Hand gerutscht und REIN ZUFÄLLIG in ihrem Oberkörper stecken geblieben, dann saß der Fleischhammer so locker in der Hand das er REIN ZUFÄLLIG in ihre Richtung flog. Nur Millimeter an ihrem Kopf vorbei, da sie sich gerade in dem Moment bücken musste um sich die Schuhe zuzubinden. Dem Topf mit heißem Wasser, der mir in einem schwachen Moment REIN ZUFÄLLIG hinunter fiel, wich sie auch aus, die Fleischgabel, die ich natürlich ZUFÄLLIG mit den Spitzen voran auf die Arbeitsplatte fallen ließ, traf ihre Finger nur ganz leicht, so dass es noch nicht mal richtige Kratzer waren. Dafür quietschte sie immer so schön, wenn man ihr BEINAHE weh tat. Wie ein kleines, rosa Glücksschweinchen. Ich mochte kleine rosa Glücksschweinchen mit schöner Kruste und einem Apfel im Mund in der Mitte des Esstisches, aber so lebend......
Jedes mal kam natürlich irgendwer reingerannt, um nach ihr zu sehen, aber sie tat immer so als wäre nichts. Scheinbar wollte sie den Märtyrertod sterben. Aber mir sollte es recht sein. Irgendwann würde ich sie schon erwischen.
Es war zwangsläufig so, dass man, wenn man Frühaufsteher war und das war man automatisch wenn man eine Rasselbande hatte, die das 10fache einer 12 Köpfigen Familie täglich verschlang, die ganzen halbseichten Krimiserien wie Mord ist ihr Hobby oder Rosamunde Pilcher zu sehen bekam, da diese Idioten von den Fernsehsendern es nach all den Jahren noch immer nicht auf die Reihe brachten, sinnvolle Sachen wie Mord im 3ten Akt oder Step by Step - Ihr Mord perfekt geplant oder so zeigten. NEIN, natürlich nicht, entweder Rosi P, oder Mord ist ihr Hobby, oder Comics. Letzteres war eine willkommene Abwechslung, aber heute war das Programm bei Mrs. Flechter gar nicht mal so übel, sie klärte gerade einen Arsenmord auf und ich musste sagen, die Idee war gar nicht mal so schlecht.
So als wäre hinter mir Milliarden von Wespen hinter mir her stürmte ich zu Bella, täuschte dort Migräne vor und ließ mir den Schlüssel für den Apothekenschrank geben. Wobei Schrank untertrieben war, es war ein Raum, größer als mein Wohnzimmer. Vermutlich gab es Apotheken, die nicht so gut bestückt waren. Und natürlich lagerte auch jegliche Art von Gift darin. Ich vertauschte einfach den gesamten Vorrat an Arsen mit Puderzucker und machte mich fröhlich grinsend auf den Rückweg.
Dagegen würde das Dummchen wohl nichts aufbieten können. Deine Tage sind gezählt, bitch...
Blondie bekam von nun an das selbe Essen wir alle Anderen, was sie natürlich wieder misstrauisch bemerkten, denn sie warteten immer darauf, dass Lu...die Schnepfe aufschrie, weil sie in ihrem Essen tote Rattenkörperteile, Putztücher, Steine, Glassplitter, Haare aus dem Waschbecken der Männer, oder der gleichen fand, aber nach ein paar Mahlzeiten, und der Gewissheit ich hielte so etwas wie Waffenstillstand, wurde ich auch nicht mehr in ihrer Nähe auf Schritt und Tritt beobachtet.
Was natürlich keiner wusste, dass in ihrer Portion, die natürlich so auf sie abgestimmt war, dass sie immer aufaß und nie teilte, eine kleine Dosis Arsen drin war. Das klappte auch eine Zeit lang ganz gut, bis sie immer ganz schlapp war nach dem Essen und Dr. Bella natürlich gleich eine Untersuchung anordnete, weil sie eine Allergie vermutete und mir einen 6 Wochen Essensplan für Blondie ausrechnete. Stinksauer nahm ich den entgegen und dampfte ab zurück in meine Küche.
Hysterisch schreiend, dass es doch nicht angehen konnte, dass ich hier jetzt für jeden einzeln kochen musste, nur weil Madame nicht alles verträgt. WAS KANN ICH DEN DAFÜR, DASS SIE DAS BISSCHEN ARSEN NICHT VERTRÄGT, ich mein wenn sie das nicht ab kann, wieso ist sie dann überhaupt hier, also wegen MIR ganz bestimmt nicht, denn WENN ich ein Wörtchen mitzureden reden hätte, dann wäre sie dort WO sie hingehörte. In einem Internat, das einem Sicherheitsverwahrungsgefängnis wie Fort Knox ähnelte, aber am anderen Ende der Welt stünde. Besser noch am Ende der Milchstrasse.
Nachdem alle glaubten sie hätte bloß eine Laktoseintoleranz, und sie keine Milchprodukte mehr zu essen bekam, und leider auch kein Arsen mehr, ging es ihr auch schon besser. Alle glücklich, alle froh, ABER ich mochte sie noch immer nicht und lebend war sie einfach unausstehlich. Als Leiche wäre sie aber sicher ein netter Anblick.
Mittlerweile war es ja auch schon soweit, dass das blonde Gift meinen kekssüchtigen schoklodeabhängigen Ahab auf Schritt und Tritt folgte, was natürlich dazuführte, dass ich statt von Bonbonieren zu träumen, nur mehr davon träumte, dass ich SIEEEE mit meiner liebsten Schürze erdrosseltes bis sie dunkelblau anlief.
Eines Abends, als ich Crêpes Suzette machte, und gerade am Esstisch flambierte, kam ich ihrer blonden Mähne so nahe, dass ich die verkokelten Haare schon riechen konnte, leider war Edward mit seinem blöden Wasserglas so schnell, das er ihr es schon über den Kopf gekippt hatte, noch BEVOR es ernsthafte Schäden geben konnte. Warum waren alle so verflucht aufmerksam in dieser Familie.
Jeder Versuch sie zufällig um die Ecke zu bringen, misslang mir, es war kaum zu glauben, denn normalerweise traf ich zu tausend Prozent, aber diese Göre hatte einen sehr guten Schutzengel.
Heute Nachmittag kam sie angelaufen, die kleine Jenny am Arm, die ich ihr auch sofort abnahm , denn dieses unfähige Gör ließ sie bestimmt fallen. Als sie so dastand und gerade versuchte mir möglichst bildlich zu erklären, dass Jake und Ahab sich gerade wegen IHR prügelten, überlegte ich in wie viel Teile ich sie zerlegen müsste, damit sie in meinen Industriefleischwolf passen würde, den ich von Bella zum Geburtstag bekommen hatte. Als sie mich dann anstupste, ob ich ihr überhaupt zuhörte, knurrte ich sie nur an, dass sie mich ja nicht wieder anstupsen sollte, denn das wäre eindeutig zu viel des Guten, drehte mich um und ging in die Küche, um der Kleinen einen Keks zu holen. Dieses impertinente Gör wollte auch einen haben, aber ich warf ich sie aus meiner Küche.
Als Jake dann bei mir in der Küche stand und um ein Stück rohes Fleisch für sein Veilchen bat, warf ich ihm die halbe Sau, die ich gerade bearbeite, zu und schrie ihn an, dass er sich seinen Stückchen selber runter schneiden kann, wenn er den eines benötigte und wehe er geht auch nur einen Zentimeter weiter in meiner Küche, denn DANN würde ich ihn eigenhändig zu Sauerbraten verarbeiten. Als ich bemerkte, dass ich vor seiner Nase mit meinem Messer herumfuchtelte, hörte ich schon wie Bella lautstark in der Küchentür zu lachen begann und versuchte mich zu beruhigen. Jake zog beleidigt von dannen und ich ging wieder an meine Arbeit.
Eines Morgens beim Frühstück hörte ich, wie Ahab, Sally, Bella, und Lucie besprachen, dass Ahab und das blonde Gift nach Kanada aufbrechen sollten und in diesem Moment fiel mir das gesamte Frühstücksgeschirr samt den Spiegeleiern und Rühreiern, den baked Beans und dem gebratenen Speck hinunter.
„Cookie was ist den los?“ hörte ich Bella rufen.
„Mit einem Wort: DAS FRÜHSTÜCK FÄLLT AUS“ schrie ich sauer zurück und stapfte zurück in meine Küche.
Kleinlaut kam von der Schnepfe, dass das aber mehr als ein Wort gewesen war, was ihr einen Puffer in die Seite einbrachte, denn Sally hatte schon begriffen, dass wenn ich wütend war ,es besser wäre nicht noch einen drauf zu setzten.
Es gab drei Dinge, denen ich mir unabdingbar klar war.
Erstens... die Welt hatte sich eindeutig gegen mich verschworen. Da oben im Kosmos saß einer, der mich nicht leiden konnte. Ganz eindeutig.
Zweitens...mein Opa hatte Recht. „Hüte dich vor blonden Frauen und Autos, die die Russen bauen“ hatte er immer gesagt. Und es war einfach die Wahrheit.
Drittens..ich musste backen. Viel backen. Denn ich konnte meinen Ahab ja nicht ohne genügend Kekse losziehen lassen, der würde mir doch sonst zu Grunde gehen. Da er vermutlich auch noch mit dieser impertinenten Person teilen würde, denn er war ja ein Gentleman durch und durch, mussten es ja mehr sein.
Der arme Ahab. Ich wollte mir gar nicht vorstellen, was er alles mit diesem Ding an seiner Seite würde durchstehen müssen.
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Ja, also das mach ich den ganzen lieben langen Tag und so :-)
LIebste Ura es war mir ein Volksfest *dickfuddel*
knutsch
keks aka cookie
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