Flip a coin.....................kepp your friends close and your enemys closer
James Pov:
5 Tage nach dem Zusammentreffen mit Cullen und den von mir gewollten Abgang von Bella entschied Jasper, dass es das Beste sei, wenn er mich in das Kloster Thamkrabok brachte. Thamkrabok liegt etwa 130 Km nördlich von Bangkok zwischen Saraburi und Phraputthabat auf dem Weg nach Lopburi. Er erzählte mir, dass in diesem an die 100 Phra (Mönche) und 20 Tschih (Nonnen) lebten. Ich wusste nicht woher er diese Information hatte oder was genau wir dort machen sollten, aber es war mir egal. Meine Verletzungen begannen sich zu entzünden und mein Fieber ging nicht zurück. Medizinische Hilfe in Bangkok zu bekommen, war schier unmöglich, es sei denn man wollte schneller sterben. Ich vermutete, das Jasper uns dorthin bringen wollte, damit man mir half, aber sicher war ich mir nicht.
Der Weg dorthin war nicht wirklich anstrengend, denn ein Taxi brachte uns für läppische 1500 Baht dorthin (in etwa 35,32 Euro) Auf der Fahrt dorthin erzählte Jasper mir , dass alle Bauwerke, Straßen und Monumente des Klosters von den Mönchen und Nonnen gebaut wurden. Außerdem ist dieses Kloster als weltweit bekannte Drogenentgiftungskur bekannt. Bei diesem Satz verzog ich meinen Mund zu einem Lächeln, zumindest versuchte ich es, denn wenn man Jazz Blick deutete, dann war es nichts weiter als eine verzerrte Fratze. Als uns der Fahrer vor einem Weg aussteigen ließ und meinte wir wären da, erkannte ich, dass uns ein Fußmarsch von zehn Minuten bevorstand, welchen ich aber unter keinen Umständen absolvieren konnte. Zum Glück wartete
dort ein kleines Taxi, welches uns für weitere 20 Baht zum Empfangsplatz fuhr.
„Sag mal Jazz, wissen die, dass wir kommen oder versuchst du es gerade auf gut Glück, weil ich mein wir haben ja keine Reservierung oder so“, sprach ich leise und langsam, denn zu mehr war ich nach wie vor noch nicht in der Lage.
Jazz lachte lautstark und meinte: “Sag mal, was glaubst was das hier ist? Eine 5 Sterne plus Deluxe Massenurlaubsanlage die TUI verkauft? James, das ist ein Kloster, dort muss man um Einlass bitten, man kann dort nicht einfach BUCHEN.“ Verdattert schaute ich ihn an und gab ihm zu verstehen, dass ich mit den Schulter zucken wollte.
Als wir vor einem überdimensionalen Holztor mit gusseiserner Umrandung hielten, musste ich den Kopf in den Nacken legen und gegen die Sonne blicken um die phänomenale Größe zu erfassen. Leicht nervös schaute ich anschließend zu Jazz und fragte ihn, was wir nun tun sollten. Sollten wir an läuten? Worauf er ironisch antworte, aber nur wenn ich die Klingel finden würde......
Zögernd nahm Jazz das schwere Metall des Tür Gongs in seine schwitzige Hand und ließ ihn dreimal gegen das Holz krachen. Ein tiefer beängstigender Gong verteile sich in der Luft und man hörte leises stetiges Getrippel. Mit einem knarrenden hölzernen Geräusch wurde das schwere Tor mühsam aufgezogen. Im grellen Sonnenlicht konnten wir erkennen, dass ein kleiner 130 cm großer Thailänder in einer braunen Kutte vor uns stand, sich tief verbeugte und uns scheinbar freundlich empfangen wollte. Wir grüßten ebenfalls mit einer tiefen Verbeugung und einem etwas falsch ausgedrückten thailändischen „Hallo“. Der Mönch zeigte keine weitere Regung und deutete uns, dass wir hinein kommen sollten. Jasper musste mich stützen, da ich nach wie vor nicht alleine gehen konnte. Gleich in der Nähe des Einganges war eine Art hölzerner Baldachin unter dem Pölster lagen auf denen wir Platz nehmen sollten. In fließendem Englisch begann uns der Mönch einen scheinbar auswendig gelernten Text aufzusagen der mehr einem Reisekatalog Angebot glich, als einem alten ehrfürchtigen Text.
„Der Mönchstradition folgend, gehen die Mönche und Nonnen alljährlich auf eine mehrwöchige Pilgerreise zu Fuß. Das Kloster ist während dieser Zeit geschlossen.
Die Behandlungsmethode in Tham Krabok wird als die "Hölle des Lebens" bezeichnet. Fast alle, die sich hier behandeln lassen möchten, kommen freiwillig. Männer wie Frauen aus der ganzen Welt, schleppen sich nach Tham Krabok. Vor Beginn der Behandlung werden alle zunächst registriert. Danach muss jeder sein Hab und Gut abgeben und die einheitliche Kleidung, rote Shorts und weiße Hemden, anziehen. Ein Mönch weist jedem seine Schlafmatte zu. Gemeinsam wird dann mit einem Opfer der Beistand Buddhas erfleht.“
Je länger er weiter sprach umso unwohler wurde mir. Sie würden hier nicht nur meine Wunden heilen, sondern uns auch noch zum Entzug verdonnern. Nicht das wir ein Drogenproblem hätten, aber hin und wieder probierten wir halt schon ein bisschen was.
Schon am ersten Abend mussten wir eine Phiole mit einer Pflanzentinktur und dazu einen größeren Krug Wasser trinken. Es dauert nur fünf Minuten, dann begann das, was als "das Austreten des Teufels aus dem Körper" bezeichnet wurde. Die Mönche, die sich in Scharren um uns herum versammelt hatten, folgten dem Schauspiel wie als wäre es DAS Ereignis, wobei vermutlich war es das auch. Wir knieten im Tempelhof, während unsere Körper von schweren Krämpfen geschüttelt wurden, vom ständigen Erbrechen und die Tinktur in großen Fontänen wieder ausspeiend schwanden unsere Kräfte stetig. Ich hatte Angst, da mein ganzer Körper unkontrolliert zu bersten schien. Das Gift der Drogen soll so aus jeder Pore des Körpers ausgeschwemmt werden, dass ich aber gleichzeitig dank meiner Vielzahl an Verletzungen sowieso schon am Rande meiner Grenzen stand, interessierte die Mönche nicht. Denn nur eine gereinigte Person darf in das Innere des Klosters.
Jede unserer Reaktionen wurde von den Mönchen akribisch genau verfolgt und notiert. Irgendwann schienen wir vor Erschöpfung eingeschlafen zu sein. Allerdings war das nur der Anfang vom vermeintlichen Ende, denn am zweiten Tag ging es schonungslos und ohne Rücksicht weiter. Die Mönche hatten meine Verletzungen gereinigt und verbunden, aber die Entziehungskur war noch nicht zu Ende. Ich wollte mich wehren und vor allem weigern, aber ich wusste, dass das unser Rausschmiss wäre. Entweder ich sterbe hier an den Schmerzen, den Verletzungen oder am Hungertod, denn die einzige Mahlzeit des Tages wird um 7 Uhr morgens eingenommen. Um 18.30 findet dann nur mehr das gemeinsame "Tschanting" (Gesang der Mönche) statt.
Die ersten Tage, waren wir mit hysterischen Zusammenbrüchen geplagt und der Gedanke an eine Flucht wurde immer intensiver, denn die Behandlungsmethode wurde ohne Mitleid streng weitergeführt. Es musste nicht jeden Tag das Pflanzenextrakt eingenommen werden, aber regelmäßige Dampfbäder aus einer ähnlichen Pflanzentinktur mussten wir über uns ergehen lassen. Auftretende Fieberanfälle und Muskelkrämpfe gehörten jetzt zur harten Tagesordnung, die wir nur durch kalte Duschbäder lindern konnten. All diese Praktiken trieben mich immer näher an meine persönlichen Grenzen, darum wurde mir von den Mönchen eine Substanz zur Stärkung verabreicht. Diese stärkte mich körperlich und ließ mich all diese Strapazen überstehen, aber geistig war ich mehr als nur down. Als die Mönche unseren mentalen Verfall bemerkten, versuchten sie uns mit Meditation und Gebeten zu helfen. Sie versuchten uns nicht nur psychische sondern auch physische Kraft wieder zugeben.
Es dauerte nicht lange bis die Mönche meine Verletzungen geheilt hatten und wir somit wieder nach Hause reisen könnten. Doch weder Jasper noch ich hatten das Bedürfnis nach Hause zu reisen. Wir fühlten uns hier wohl. Der Alltag im Kloster war geregelter, ich stand in der Früh auf und war ausgeglichen und das Gefühl hielt den ganzen Tag an. Wir hatten unsere innere Mitte gefunden. Außerdem wenn Aro uns finden hätte wollen, dann hätte er es getan.
Die drei Monate hier, vergingen wie im Fluge. Eines Abends, wir waren gerade bei unserer allabendlichen Meditation, ging der Tür Gong, dieses Geräusch werde ich nie vergessen. Einer der Mönche rief uns zu sich. Wir beendeten unsere Übung und beeilten uns zum Vortempel.
Als wir ankamen und erkannten wer hier Einlass bat, fiel uns die Kinnlade mehr als nur runter. Mir war sofort klar, dass er nicht hier rein wollte. Seth war gekommen um uns zu holen.
„Nein...nein.. ohhh nein du ...du hast hier nichts verloren...geh geeehh weg.“ stammelte ich während ich die Flucht nach hinten antrat. Jazz hielt mich am Arm fest so, dass ich nicht weg konnte. Es war nicht meine Art vor Problemen zu flüchten aber er hier, hieß nichts Gutes. Es lag auf der Hand, er wurde geschickt um uns zu suchen. Um uns nach London zurück zu holen..... und das beschissene an der ganzen Sache war, dass wir zurück mussten, denn wenn Aro erfuhr, dass wir noch lebten und uns weigerten zurück zu kommen, würde er alle Hebel in Bewegung setzten um uns zurück zu holen.
Zu Hause...zu Hause war da wo Bella war. BELLA ach du heilige Scheiße, ihr müsste ich auch noch gegenüber treten. Wäre ich nicht mental mehr als nur ausgeglichen, würde ich bestimmt wieder Panik schieben, aber das Gelehrte hier im Kloster verbat mir meine innere Ruhe zu verlieren.
„Jasper, James erst mal möchte ich euch sagen, dass ich froh bin euch endlich gefunden zu haben. Sie hatte recht ihr lebt noch, wenn sie nicht gewesen wäre, dann wäre ich nicht geschickt worden um euch zu suchen. Sie macht sich große Sorgen“ sprach Seth mit ruhiger gedämpfter Stimme.
„Wenn du SIE sagst, meinst du Bella oder?“ warf Jasper ein und Seth nickte zustimmend. Automatisch ging ich in die Knie und meine Hände hielten meinen Kopf. Ich konnte es einfach nicht glauben. Bella war der Grund wieso Seth hier war? Das gab es doch nicht, wie hatte sie Aro dazu gebracht einen Suchtrupp loszuschicken? Aro hätte nie im Leben freiwillig noch jemanden aus der Inc. in Gefahr gebracht. Wieso war sie nicht selber gekommen? Wollte sie nicht oder hat Aro sie nicht gelassen? Bestimmt hatte Aro sie nicht gelassen... all das und noch tausend weitere Fragen explodierten schlagartig in meinem Kopf. Keine der Fragen konnte ich stellen. Schien unfähig auch nur einen geraden Satz zu formulieren. Ich wollte nicht gehen, wollte hier bleiben in meiner sicheren in Watte gepackten Welt. Jasper unterhielt sich mit Seth, die beiden beschlossen scheinbar ohne mein Einverständnis, dass wir morgen schon zurück fliegen würden.
Ich verkroch mich im Tempel, wollte mit niemanden mehr sprechen. Ich schlief abseits und als ich am Morgen geweckt wurde, stand ich wortlos auf, packte meine Sachen und folgte Jazz und Seth. Unfreiwillig aber ohne Wiederstand, denn man wiedersetzte sich Aro nicht.
19 verschissene Stunden standen nun vor uns. 19 Stunden die den Anfang oder das Ende bedeuten könnten......
Bella POV:
Genervt verließ ich die Enterprise. Ich hatte eigentlich keinen Bock heim zu fahren so beschloss ich nur kurz daheim stehen zu bleiben um mich umzuziehen und meine Alpha zu holen. Der Streit mit Aro und die Tatsache, dass er ohnehin schon sauer auf mich war, bekräftigte mich in der Annahme, dass ich meine Arbeit nicht zwangsläufig machen musste. Auf leisen Sohlen schlich ich mich in mein Zimmer und schnappte mir meinen neuen Kamerarucksack, den ich unlängst erst von Aro geschenkt bekommen hatte. Ich beschloss öffentlich zu fahren, den ich hatte keine besonders große Lust von Aro gefunden zu werden, auch wenn ich mir im Klaren war, dass wenn er mich finden wollen würde, dann müsste er nur den Chip aktivieren. Gedankenverloren tastete ich danach und spürte die kleine Erhebung in meinem Nacken. In diesem Moment kroch die Wut auf alles in mir hoch.
Ich war lang nicht so zufrieden mit allem, wie ich es hätte sein sollen. Wut und Hass waren meine ständigen Wegbegleiter. All die wichtigen Informationen die Aro mir in den Kopf zwängen wollte, ohne mir bis dato alles zu sagen. Ich wusste, dass er viel mit Drogen zu tun hatte und die Portokasse füllte er mit Waffenhandel auf. Die Franzosen würden keine große Schwierigkeit darstellen, denn die gierten nach einer Zusammenarbeit mit uns, dennoch würde ich hin fliegen müssen. Vielleicht würde der positive Abschluss dieser Verbindung Aro wieder friedlich stimmen aber sicher war ich mir nicht Vermutlich war die Nummer mit Boris halb so schlimm aber die mit Victoria würde er mir so schnell nicht verzeihen. Es tat mir auch leid aber sie hatte mich in diesem Moment echt auf dem falschen Fuß erwischt. Ob ich jemals ein normales Leben haben werde? Was war ein normales Leben? Wollte ich eines? Ich wusste ja noch nicht mal, wie ein normales Leben aussah, aber wenn ich mir die strebsamen Menschen hier ansah, die sich sputeten um ihren straffen Zeitplan durch zu bekommen, und das tagtäglich. Überall nur Hektik und Stress...Mütter die Kinder hinter sich her schleifen weil sie sich beeilen müssen damit sie die lieben Kleinen in den Kindergarten bringen konnten, um dann gerade noch pünktlich zur Arbeit zu kommen. Nein, das wäre auch kein Leben, was ich haben möchte. Vielleicht ein kleines Fotostudio.......Das laute hupen des Buses in den ich einsteigen sollte riss mich unsanft aus meinen Gedanken. Scheinbar war ich so abgelenkt, dass ich nicht mal bemerkt hatte, dass ich in den Bus eingestiegen war, nur in welchen? Naja war ja auch egal.
Irgendwann kam dann die Endstation. Verwundert über den Ort, wo ich war, stieg ich aus. Camden Town, ich war noch nie hier gewesen. So wie ich an vielen Orten in London noch nie gewesen war.......
Das hier musste ein populärer Ort sein, denn hier waren Unmengen an Leute, welche die die verschiedensten Sprachen sprechen. Eine Reiseführerin kam mit so einem albernen Schild in der Hand neben mir zu stehen. Mit genervter Stimme ratterte sie die Informationen über dieses Gebiet herunter. Ich hörte nur so beiläufig zu und erfuhr, dass dies wohl Camden market sei und diese eine Art Ansammlung von verschiedenen Märkten in und um die Camden High Street waren. Scheinbar war es einer der bekanntesten und größten Märkte von London. Ich verstand nicht wieso man einer Gruppe desinteressierter Touristen, die bloß nach Schnäppchen und der nächsten Mahlzeit gierten, so historisch wichtige Daten und Fakten nannte. Scheinbar gab es einige Brandanschläge, denn hin und wieder konnte man noch Spuren davon entdecken.
Hier konnte man echt alles kaufen, was das Touristenherz begehrte, ich nahm mir fest vor Alice zu bitten, mit mir hier her zu kommen, denn ich war mir sicher, wenn ich ohne sie hierher fahren würde, dann wäre die nächste auf mich sauer und das konnte ich echt nicht mehr gebrauchen.
Ich begann diesen Ort in allen erdenklichen Einstellungen zu fotografieren. Stunden vergingen, Stunden in denen ich alles vergaß. Hier war ich nur Bella. Die einfache Bella aus Phönix, keiner der unzähligen Touristen sah mir an was ich eigentlich tat. Keiner wusste, dass ich 3 Menschen getötet hatte, dass ich trainiert wurde um zu töten. Niemand ahnte, dass ich innerhalb von Sekunden die Fassung verlieren konnte und unberechenbar wurde.
Drei Monate waren vergangen seit dem ich aus Bangkok zurück bin. Drei endlos lange Monate wo ich mir Vorwürfe, Gedanken und Schuldgefühle machte. Ich wusste noch immer nicht, ob es richtig gewesen war einfach zu fahren, weil ER es so wollte. Was wäre gewesen, wenn ich geblieben wäre? Wäre DAS dann die fehlende aber alles aussagende Entscheidung gewesen? Wenn ich mich klipp und klar für James entschieden hätte, würde ich dann noch immer dem Phantom Edward Cullen hinterher jagen oder jage ich ihn, weil er der Grund war wieso James mich weggeschickt hatte? „Bella, dass ist Blödsinn“ rief mein Verstand „ Du weißt genau, dass du ihn nicht aus Rache jagst, sondern weil du nur mehr an ihn denken kannst, weil du dich gerne für ihn entscheiden würdest , wenn du dich Aro nicht verpflichtet hättest und wenn dir James nicht doch mehr bedeuten würde als dir lieb ist.“ beendete ich meinen stillen und heimlichen inneren Monolog, der sich in letzter Zeit immer öfter wiederholte. Ich wischte mir meine Tränen aus den Augenwinkeln und suchte ein Taschentuch, denn ich hatte mir wiedermal die Lippe blutig gebissen. Ich beschloss nochmal Emmett zu fragen ob ich vielleicht diese eine Nacht noch bei ihm bleiben könnte, denn ich wollte noch nicht zurück zu Aro.
Als ich bei Emmett ankam, der natürlich sofort ja gesagt hatte, ging ich erst mal duschen. Wir hatten abgemacht das ich uns was koche, denn das war eines der wenigen Dinge die er wirklich nicht konnte. Da Rose aber auf einem Seminar war, waren wir nur zu zweit. Während ich so seine Lieblingsspeise kochte, die sich als äußerst simpel herausstelle, deckte er den Tisch, aber da ja Rose nicht da war meinte er wir können ganz unzivilisiert mit einer guten Flasche Wein vorm Fernseher essen und ich bat ihm darum, dass er bloß keinen Schnulzenfilm einlegt. Er meinte, das soll ich seine Sorge sein lassen und mich besser auf meine Sauce konzentrieren und da lachte ich laut los.
Immer wieder kam er in die Küche zupfte an der Schürze und wollte wissen, wann denn nun endlich das Essen fertig sei. Er erinnerte mich an ein kleines Kind und ich schickte ihn wieder zurück ins Wohnzimmer, nachdem ich ihn gespielt böse ansah und den Kochlöffel hob um ihn damit zu schlagen. Ich wusste, dass das der Kochlöffel nie und nimmer überlebt hätte, aber was soll´s. Irgendwann hörte man nur mehr ein lautstarkes Gegröle aus dem Wohnzimmer, das sich anhörte wie „Ich habe Hunger, Hunger, Hunger habe Hunger, Hunger, Hunger habe Durst.“ Lachend schüttelte ich den Kopf, bewaffnete mich mit 2 Topflappen und nahm die Lasagne aus dem Backrohr. Vorsichtig balancierte ich die gläserne Auflaufform ins Wohnzimmer und stellte sie auf den Tisch.
„Lecker, scheiße das riecht echt gut, aber du Bella....also ich mein...hmm WAS ISST DU??“ meinte er mit einem fetten Grinsen. Erst starrte ich ihn ungläubig an und dann begann ich lautstark zu lachen. „Du wirst schon mit mir teilen müssen, weil sonst erliege ich dem Hungertod...siehst du ich bin schon ganz knochig“, meinte ich lachend und zog dabei meinen Bauch ein, so dass die Rippen vorkamen und Em meinte nur, dass er das nicht verantworten könnte und so hat er mir gnädiger Weise ein Stück abgegeben. Seine Filmauswahl war wirklich gut gelungen, denn wir haben die Nacht durchgeschaut und sind dann nach der zweiten Flasche Wein auf dem flauschigen Sofa eingeschlafen. Es war die erste Nacht seit langem wo ich keinen dieser ekelhaften, verwirrenden, nervenaufreibenden Träume hatte. Ich war in Emmetts Armen eingeschlafen und so schliefen wir auch die Nacht durch. Diese freundschaftliche Umarmung gab mir in diesem Moment alles was ich brauchte, ich fühlte mich verstanden und gut aufgehoben.
Am nächsten Morgen, eigentlich hätte ich schon im Büro sein müssen, aber ich hatte keinen Bock, läutete mein Handy. Ein Blick auf das Display verriet mir das es Chelsea war und ich hob genervt ab. Mit kurz angebundener Stimme richtete sie mir aus, dass Aro mich heute pünktlich um 20 Uhr zum Abendessen erwartete und ich in angemessener Kleidung zu erscheinen hatte. Ich wusste nicht was diese „Einladung“ zu bedeuten hatte, aber ich wusste es wäre besser, ich würde ihr folgen.
Da ich nicht vor hatte im Büro zu erscheinen, lieh ich mir von Rose Trainingsklamotten und fuhr ins Fitnesscenter und am Nachmittag rief ich Alice an und fragte sie, ob sie Lust hätte mir die Shopping Möglichkeiten hier in London zu zeigen. Eigentlich interessierte mich einkaufen nicht wirklich aber es war besser als wahllos in der Stadt herum zu laufen. Alice fand sich hier in wirklichen jedem Laden zurecht wie in ihrer Westentasche. Bepackt mit Unmengen an Einkauftüten kam ich in unserem Haus an. Die Türe musste ich beinahe mit dem Fuß öffnen, wenn Tanya nicht gerade auf dem Weg nach draußen gewesen wäre. Sie empfing mich mit einem verachteten „Hey“ und würdigte mich keines Blickes. Ich fühlte mich gerade mehr als nur unwohl, wusste aber, dass ich dies Victoria zu verdanken hatte. Ich solle mich bei ihr entschuldigen, vermutlich......
Schulterzuckend ging ich an ihr vorbei und bahnte mir den Weg in mein Reich. Sofort fiel mein Blick auf die Überreste der Schachtel in der Ecke. Als ich realisierte, dass alles noch immer so lag wie ich es hinterlassen hatte, stürmte ich hin, packte alles und stopfte es in den Müll. Ich wollte es nicht mehr sehen. Ich begann die ganzen Tüten auszupacken und war gerade dabei die Sachen auseinander zu sortieren die mir Alice aufgedrängt hatte. Als ich gerade den neuen Füller auf meinen Schreibtisch legen wollte, viel mir ein Umschlag auf, der an mich adressiert war, und den ich mit zitternden Händen sofort öffnete. Ich zog ein rein weißes Kärtchen aus dem edlen Umschlag und las die drei Wörter. Augenblicklich lies ich das Kärtchen fallen und schlug die Hände vor meinen Mund, denn sonst hätte ich zu schreien begonnen. Diese Wörter waren in einer klaren eleganten Schrift geschrieben und ließen meinen Magen zu einem Klumpen zusammen schrumpfen.
„Wir sehen uns“
Ich war mir zu tausend Prozent sicher, dass das nur von Edward sein konnte und ich wusste gerade nicht ob ich mir jetzt freuen, heulen oder Angst haben sollte. Das Kärtchen schob ich, nachdem ich es mir noch weitere 100 mal angesehen hatte, wieder in den Umschlag zurück und verstecke es in meinem Safe, da ich wusste wenn Aro den Zettel finden würde und eins und eins zusammen zählen würde, dann wüsste er, dass ich mit dem Sohn von Cullen Senior Kontakt hatte und das wäre einer der fatalsten Fehler den ich machen konnte.
Krampfhaft versuchte ich nicht daran zu denken und mich für das bevorstehende Abendessen fertig zu machen. Nach dem ich das passende Abendkleid gefunden hatte, versuchte ich meine Horrorvorstellung von diesem Abend soweit es ging hinunter zu spielen, da ich mächtig Schiss davor hatte und nicht wusste was Aro genau von mir wollte.
Der aromatische Geruch von gebratenen Kalbsrücken und mediterranem Gemüse zog sich durchs ganze Haus. Andrea, unsere Köchin verausgabte sich mit Sicherheit wieder in der Küche und um ehrlich zu sein, hätte dieser Abend nicht diesen ekeligen Beigeschmack, würde ich mich tierisch auf das Essen freuen. Ich musste mich beeilen, denn es war schon 10 Minuten vor 8 und eine Verspätung konnte ich mir bei Gott nicht leisten. Ich fühlte mich beim herabsteigen der Treppe wie als würde ich gerade zum Schafott gebracht werden. Mit unsicheren Schritten legte ich den kurzen Weg zum Tisch zurück und setze mich auf meinem Platz. Es wurde noch für 4 weitere Personen gedeckt. In diesem Moment kam Tanya mit Vicky herunter. Letztere versteckte sich hinter Tanya und versuchte meinen Blicken auszuweichen. Kurz danach kam Aro mit Caius im Schlepptau. Die Stimmung im Speisezimmer war wie elektrisch geladen, denn wenn jetzt auch nur einer ein falsches Wort sagen würde, dann würde hier jemand explodieren und das wäre diesmal mit Sicherheit nicht ich.
Andrea brachte den Starter ins Wohnzimmer. Sie hatte ihren hervorragten Krabbencocktail gemacht aber keiner würdigte sie auch nur eines Blickes. Kopfschüttelnd verließ sie das Esszimmer.
Nachdem wir mit der Vorspeise fertig waren, stand Aro auf und sah mir tief in die Augen. Caius Blicke wechselten zwischen Aro und mir. Meine Hände begannen ganz nass zu werden und ich fühlte mich nicht nur beobachtet sondern auch noch extrem unwohl.
„So, nachdem wir es doch endlich mal alle geschafft haben an einem Tisch zusammen zu kommen, hab ich euch eine Kleinigkeit mitzuteilen. Vermutlich wird sich jetzt keiner vorstellen können, was ich euch zu sagen haben. Wie ihr mit Sicherheit wisst trägt Bella seit geraumer Zeit meinen Nachnamen und ich gebe sie als meine Tochter aus. Um dem ganzen endlich einen offiziellen Flair zu verleihen.......“meinte Aro und machte eine kleinen Sprechpause, in der mir noch unwohler wurde. Ich rutsche, so wie Victoria es immer machte, unruhig auf meinen Stuhl hin und her. „.....um dem ganzen einen offiziellen Flair zu verleihen, habe ich Bella adoptiert. Sie muss nur mehr hier neben der Unterschrift ihrer Eltern und des Waisenhauses unterschreiben.“ sprach er seinen Satz zu Ende und legte einen beigefarbenen Umschlag auf den Tisch.
Mir blieb der Rotwein, den ich gerade trinken wollte, im Halse stecken und ich prustete das Getränk über den ganzen Tisch. Ich hatte echt mit allem gerechnet aber nicht damit. Keinen einzigen Ton brachte ich heraus, dafür Caius umso mehr.
„DU HAST WAS, bist du jetzt endgültig von allen guten Geistern verlassen? Wie konntest du nur? Hast du eine Ahnung was du getan hast? Du holst dir den Teufel in Person in deine Familie. Sie wird dir dein Leben kosten und das weißt du!!!“
Victoria klatsche in die Hände und Tanya starrte ungläubig in meine Richtung.
„CAIUS HALTE DEINE VERSCHISSENE FRESSE DU BIST DER LETZTE DER HIERZU ETWAS ZU SAGEN HAT! Du bist nur hier damit du auch Bescheid weißt, denn keinen interessiert deine Meinung und jetzt übe dich in Schweigen.“ fuhr Aro ihn Fuchsteufelswild an. Caius verstummte sofort und sagte kein Wort mehr. Ich war noch immer erstarrt, brachte kein Wort heraus, meinen Kopf hatte ich auf meine Hand abgestützt und starrte gerade aus auf meinen leeren Teller.
Andrea wartete still und heimlich in der Türe und beobachtete das Szenario.
„Bella unterschreibe bitte die Dokumente.“, meinte er bedrohend deutlich zu mir und ich atmete scharf ein. Ich wusste nicht ob ich das wollte aber ich kannte die Konsequenzen nicht, wenn ich es nicht tat. Meine Gefühle fochten einen bitteren Kampf mit meinen Verstand. Ich wusste gerade nicht was ich tun sollte. Hatte ich etwas zu verlieren, wenn ich das nun unterschreiben würde? Ich lebte das Leben einer Volturi...man sah mich nur mehr als eine Volturi, dann konnte ich auch offiziell zu einer werden. Zögernd nahm ich den beigelegten Füller und setze meine Unterschrift darunter. JETZT WAR ES OFFIZIELL!!!
Stillschweigend räumte Andy den Tisch ab und brachte den Hauptgang. Stillschweigend wurde gegessen, keiner schaute von seinem Teller auf bis Caius plötzlich aufsprang und sein Weinglas in die Höhe hielt. Jeder schaute ihn mit großen Augen an und wartete gespannt ab.
„Ich möchte einen Toast aussprechen......MEIN UNENDLICHER DANK geht an dich Isabella.... du wirst uns allen den Kopf kosten, dein Leben ist nicht mehr Wert als ein Reiskorn und du ziehst uns alle mit in den Abgrund, dafür möchte ich dir jetzt schon danken. Also DANKE ISABELLA!“
„hihihihih, auf Bella“ flötete Victoria und im selben Moment zog Aro das Erste Mal seine Waffe, machte 3 große Schritte und hielt sie Caius an den Kopf. Während Aro die Zähne fest zusammen presste und ihm ins Ohr knurrte riss Caius die Augen weit auf. Seine Atmung kam stoß weise. Mit etwas mehr Druck auf seine Schläfe und einem Arm an seinem Ellbogen beförderte Aro ihn zur Tür hinaus. Victoria die noch immer kicherte, funkelte er mit einem bitter bösen Blick an, dass sogar ich Angst bekam. Ich verfolgte diese Situation und schaffte es das Erste Mal, dass ich Victoria´s Verhalten ignorierte.
Aro warf die Türe zu und ging zurück zum Tisch, lächelte uns an und setze sich wieder hin. Er war wie ausgewechselt. Von diesem Abendessen bekam man ein Schleudertrauma. Aro rief Andrea und ließ den Hauptgang und auch Caius Gedeck abservieren. Fragend schaute die Köchin uns an und Aro nickte. Das sollte wohl die stille Frage sein, ob sie schon das Dessert bringen könnte.
Keine 10 Minuten später kam sie mit 4 angerichteten Tellern zurück wo eine Art Dessertvariation drauf war. Sie hatte sich die Mühe gemacht und das Lieblingsdessert von jedem Einzelnen gemacht. Es war der absolute Wahnsinn und eindeutig der Höhepunkt des heutigen Abends, als plötzlich die Tür auf ging und man drei Gestalten hereinkommen sah.
Aro und ich zogen unsere Waffen, blieben aber vorerst mal ruhig sitzen. Es sah so aus, als wären es drei Männer aber wer zur Hölle hatte die Eier abends in unser Haus zu kommen ohne vorher Bescheid zu sagen. Sie kamen schrittweise näher. Wir entsicherten unsere Waffen und legten die Finger auf die Abzüge. Mit zusammengekniffenen Augen schauten wir gegen das Licht, denn aus irgendeinem Grund hatten diese Backpfeifen ihr Auto so geparkt, dass die Scheinwerfer des Autos durch die noch immer offen stehende Eingangstür herein schienen und uns blendeten. Aro blieb aus irgendeinem Grund ruhig, ich verstand noch nicht genau wieso, versuchte zu erblinzeln wer diese Eindringlinge waren.
Sie kamen näher und näher und plötzlich erkannte ich wer es war.
Instinktiv stand ich auf sprang aus dem Stand auf den Tisch und machte einen katzenhaften Satz auf den Boden. Auf allen vieren landete ich auf dem Teppichboden und stand sofort auf. Die Eindringlinge waren stehen geblieben und ich ging mit großen Schritten auf sie zu............
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